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Mit Flüchtlingen Theater gespielt

Flecken Zechlin Mit Flüchtlingen Theater gespielt

Gemeinsam Berührungsängste abbauen und Vorurteile entkräften – das stand beim Theaterworkshop am Wochenende zwischen jungen Flüchtlingen aus der Wittstocker Clearingstelle und einheimischen Jugendlichen im Mittelpunkt. In Flecken Zechlin lernten die jungen Leute einander besser kennen und gegenseitigen Respekt füreinander aufzubringen.

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Vertrauensbeweis: Das Spiegelbild des Gegenübers zu sein – darum ging es in dieser Übung.

Quelle: Christian Bark

Flecken Zechlin. Dass Integration und Vorurteile Abbauen nur funktionieren kann, wenn man einander besser kennenlernt, wissen die Betreuer der Wittstocker Clearingstelle für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge. Deshalb hatten sie sich vor einigen Wochen mit der Jugendsozialarbeiterin Uta Lauterbach in Verbindung gesetzt, um mit ihr ein gemeinsames Projekt zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen in der Region auf die Beine zu stellen. Das fand nun am vergangenen Wochenende in Form eines Theaterworkshops in der DGB-Jugendbildungsstätte in Flecken Zechlin statt.

„Einen solchen Workshop gab es bereits vor einem Jahr“, blickte Uta Lauterbach zurück. Damals hätten Jugendliche aus dem Raum Lindow ihre Altersgenossen aus Afghanistan, Syrien oder Somalia besser kennengelernt, mit ihnen herrumgealbert und Freundschaften geschlossen. In diesem Jahr nahmen vier Jugendliche aus Wittstock und eine aus Neuruppin teil.

Auch wenn mal was schieflief – gelacht wurde immer

Auch wenn mal was schieflief – gelacht wurde immer.

Quelle: Christian Bark

„Die Gruppengröße war okay“, stellte die Theaterpädagogin Nicole Kleine am Samstag fest. Die Berlinerin hatte bereits mehrere solcher Projekte mit Flüchtlingen und deutschen Jugendlichen betreut. „Ich wollte über die Flüchtlingsproblematik nicht länger nur aus der Zeitung lesen, sondern mich aktiv einbringen“, berichtete sie. Aus einem Projekt in Jüterbog kannte sie zum Beispiel den 17 Jahre alten Abdi Hassan Ali, der am Wochenende gemeinsam mit ihr nach Flecken Zechlin gekommen war. Der junge Somalier war vor zwei Jahren aus seiner Heimat geflüchtet. Seit einem Jahr lebt er in Jüterbog, wie er erzählt. „Es ist manchmal recht einsam, da kann etwas Abwechslung nicht schaden“, sagt er. Das sieht auch Lamin Chorr so. Während seiner Schulzeit im afrikanischen Gambia hatte er zuletzt Theater gespielt, erinnert sich der 15-Jährige, der seit über drei Monaten in der Wittstocker Clearingstelle lebt.

Skepsis wich dem Spaß am Theaterspiel

„Gerade beim Theaterspielen können Berührungsängste gut abgebaut werden“, erklärt Nicole Kleine. Dafür habe sie entsprechende Übungen vorbereitet, in denen die Jugendlichen lernen sollten, einander zu vertrauen und sich auf ihr Gegenüber einzulassen – wie zum Beispiel beim Imitieren des Spiegelbildes. Dabei laufe vieles über Körpersprache, und so könnten die jungen Flüchtlinge mit ihrer oftmals heiteren Art junge Deutsche besonders zum Mitmachen animieren.

Auch während der Pausen wurde herumgealbert und gelacht

Auch während der Pausen wurde herumgealbert und gelacht.

Quelle: Christian Bark

„Ich war anfangs etwas skeptisch, weil es nur Jungs waren“, erklärte die 13-jährige Luise Wöhlke. Aber dann habe sie sich mehr und mehr in der Gruppe wohlgefühlt und sogar Nummern ausgetauscht. „Einige der Jungs leben in Neuruppin, da werden wir uns bestimmt mal wiedertreffen“, sagt sie. Und auch die 15 Jahre alte Sarah Noack aus Wittstock hatte ihre anfängliche Skepsis bald überwunden. „Es macht Spaß, mal mehr aus sich heraus zu kommen“, stellte sie fest.

Selbst die Betreuer der Clearingstelle hatten ihren Spaß beim Mitspielen. „Es ist mal was Anderes, als immer nur Papierkram zu erledigen“, sagt die Psychologin Stephanie Nehring. So könne man den Jungs besser auf einer vertrauten Ebene begegnen. Neben Spiel und Spaß spielte für Nicole Kleine aber auch der Lerneffekt eine wichtige Rolle – gerade in Bezug auf die Geschlechterbilder. „In den Übungen lernen die Jugendlichen den Respekt vor dem anderen Geschlecht“, erklärte die Theaterpädogin mit Blick auf die Negativschlagzeilen über männliche Flüchtlinge und ihren Umgang mit Frauen.

Insbesondere die Mitarbeiter der Clearingstelle zeigten sich mit dem dreitägigen Workshop äußerst zufrieden. Und sie waren sich mit den anderen Beteiligten darüber einig: So etwas muss es bald mal wieder geben.

Von Christian Bark

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