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Ostprignitz-Ruppin Mit Geduld und Pulver
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mit Geduld und Pulver
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09:40 08.11.2013
Die Waffen mögen altertümlich wirken, ihr Krach aber ist absolut gegenwärtig. Quelle: Alexander Beckmann
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Kyritz

Mit ihren Vorderladern sind die Kyritzer Schützen in gewissem Sinne die Exoten unter den Schießsportlern, auf jeden Fall aber etwas Besonderes. So besonders, dass gestern sogar ein Fernsehteam bei ihnen vorbeischaute, um im Auftrag des RBB einen kleinen Film über das seltene Hobby zu drehen.

Mit Zielen, Abdrücken, Treffen ist es bei diesen Waffen jedenfalls nicht getan. Das geht schon bei der Munition los: Die Geschosse aus einer Bleilegierung werden selbst von Hand gegossen. Die Waffen funktionieren praktisch noch haargenau so, wie die allerersten europäischen Donnerbüchsen. Das bedeutet vor allem, dass das Laden ein langwieriger Vorgang ist, der einiges an Kunstfertigkeit verlangt. In die Mündung des Laufes wird etwas Schwarzpulver gefüllt. Dann folgt ein mit Öl getränktes Stück Leinen (Schusspflaster) und schließlich die Kugel. "Das Schusspflaster drückt sich in die Züge des Laufs und gibt der Kugel die Drehung", erklären die Experten am Kyritzer Schießstand. Mit einem langen Stab, dem Ladestock, wird die Ladung bis ganz zum Ende des Laufs gepresst. Dort bringt beim Schuss eine Art Hammer, der Hahn, das Zündhütchen zur Explosion, das über einen dünnen Kanal wiederum das Pulver der Ladung in Brand setzt. Statt des Zündhütchens im sogenannten Perkussionsschloss wurden noch früher ein Feuerstein (Steinschloss, Radschloss) und davor Lunten zum Zünden verwendet. Das alles mag altertümlich und kompliziert wirken, sorgt aber heute wie damals für ein beachtliches Kawumm.

Die Waffen sind schwer und bei weitem nicht so präzise wie heutige, aber gerade all diese Herausforderungen machen für den Vorderladerschützen den Reiz seines Sportes aus.

Die Kyritzer kamen Anfang der 90er Jahre eher durch Zufall auf den Geschmack. Über die Partnerstadt Werne gelangte der Bausatz für ein Perkussionsgewehr in die Stadt, in der sich eine Handvoll Leute gerade mit dem Gedanken zur Wiederbelebung der Schützengilde trug. Und als der alte Schießstand am Sportplatz wieder in Betrieb genommen wurde, waren eben auch die Vorderlader dabei.

Die Vereinsmitglieder steckten eine Menge Arbeit in die Anlage und sind entsprechend stolz. "Hier in der Gegend gibt es nicht so viele Schießstände, auf denen auch mit Vorderladern geschossen werden darf", erklärt Werner Konitz. Eben diese Exklusivität führte gestern auch den RBB nach Kyritz. Voraussichtlich in der kommenden Woche soll der Bericht über das Vorderladerschießen in der täglichen Sendung "Zibb" ausgestrahlt werden.

Von Alexander Beckmann

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