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Mit Gesang und Stoppelhopser

Rehfeld Mit Gesang und Stoppelhopser

Die Plattdüütschen Wortspieler haben am Sonnabend die diesjährige Veranstaltungsreihe in der Rehfelder Kirche eröffnet. Ihr Mix aus Chorgesang, Sketchen und Ernst Stadtkus’ „Stoppelhopser“ traf den Nerv des Publikums.

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Lieselotte Gabel (l.) und Helga Post hatten ein dankbares Publikum für ihr kleines Theaterspiel. Im Hintergrund: der Chor aus Havelberg.

Quelle: Frauke Borchardt

Rehfeld. Die Apfelbäume auf dem Rehfelder Kirchberg haben ihren Frühjahrsschnitt hinter sich. Bei den Besuchern des kleinen Gotteshauses, die am Sonnabend zum ersten Teil der Wortspiel-Reihe 2017 gekommen waren, lieferte der einigen Gesprächsstoff. Die Ansichten über die Sägearbeit reichten von „höchste Zeit gewesen“ über „ganz schön heftig“ bis hin zu „Ast-Amputationen“. Zwei Stunden später hingegen – die Veranstaltung war bei Kaffee und Kuchen am Ausklingen – gab es zum eben Erlebten keine zwei Meinungen. Der plattdeutsche Nachmittag bekam nur gute Noten.

Das lag am Programm, verantwortet vom Freundeskreis der Plattdüütschen aus Kyritz. Der hatte seine noch junge Singegruppe um Leiter und Akkordeonspieler Hermann Trilck nach einigen Wochen mit Proben zur Premiere ermuntert. Der erste öffentliche Auftritt kam gut an, auch weil die Mundart-Sängerinnen vom Havelberger Heimatverein stimmliche Hilfestellung gaben. Die Frauen aus Sachsen-Anhalt, enge Verbündete der Kyritzer Frünn, stellten in Rehfeld ihren neuen musikalischen Leiter vor. Eckhard Glasow hat den Platz der plötzlich gestorbenen Margarete Bartels eingenommen, für die es würdigende Worte gab. Die Prignitz-Nachbarn gestalteten wie schon 2015 einen eigenen Block mit Liedern, Rezitationen und Erinnerungen an Pioniere der niederdeutschen Mundart wie Fritz Reuter und Rudolf Tarnow.

Die Singegruppe des Kyritzer Freundeskreises der Plattdüütschen hatte am Sonnabend  in Rehfeld ihren ersten Auftritt

Die Singegruppe des Kyritzer Freundeskreises der Plattdüütschen hatte am Sonnabend in Rehfeld ihren ersten Auftritt.

Quelle: Frauke Borchardt

Den größten Teil des Programms lieferten aber die Kyritzer, an der Spitze Reuter-Fan Fritz Neye mit Aphorismen aus Werken des Dichters sowie Gedichten von Christa Grähn. Natürlich kam bei ihm und weiteren Akteuren ihr Vorbild Ernst Stadtkus immer wieder vor. Sein Todestag jährt sich im März zum 30. Mal, woran erinnert wurde. Das Gesamtwerk von „Onkel Ernst“ aus Rehfeld umfasst mehr als 20 Theaterstücke sowie Gedichte und Sketche. Er leitete in den 70er Jahren auch Kinder beim Schreiben ihrer Geschichten an. Sein Buch „Stoppelhopser“, in dem Stadtkus die eigene Kindheit reflektiert, durfte am Sonnabend nicht fehlen. Eine Passage wurde gleich zweimal vorgetragen – einmal hochdeutsch, ihr Pendant up Platt. Die Zuhörer in der Kirche genossen das Doppel als interessante Gegenüberstellung.

Die Frauen vom Förderverein hatten für den Nachmittag Kuchen gebacken

Die Frauen vom Förderverein hatten für den Nachmittag Kuchen gebacken.

Quelle: Frauke Borchardt

Es gab noch mehr Bemerkenswertes, etwa die „Dorfgeschichte“, vorgetragen von Annemarie Ostermeier. Herzlich gelacht wurde beim Sketch, für den sich Helga Post in eine Geduldig-Hilfsbereite, Lieselotte Gabel in eine Bauernschlau-Verschlagene verwandelten. Die Zeit verging wie im Fluge. „Nu wird dat Tied nah Huus zu goahn“ sangen beide Chöre nach anderthalb Stunden gemeinsam. Ganz so schnell wollte sich das Publikum dazu aber doch noch nicht entschließen – sollte es aber auch gar nicht, denn Frauen vom Förderverein „Rehfelder Kirchberg“ boten noch Kaffee und Kuchen an. Vereinsvorsitzender Horst Rath war sehr angetan vom Auftakt der Veranstaltungsreihe. Rath hatte Grüße von zwei der erwachsenen Stadtkus-Kinder überbracht. „Sie finden es toll, dass ihr Vater Ernst eine solche öffentliche Würdigung erfährt“.

„Wortspiel“ gibt es seit 2014 in Rehfeld. Veranstalter sind die evangelische Kirchengemeinde und der Förderverein „Rehfelder Kirchberg“. Fortsetzung folgt am 22. Juli mit Jahreszeit-Gedichten von Erich Kästner und Musik von Carl Friedrich Abel. Das Finale steigt am 23. September. Dann kommt der Liedermacher Ingo Barz aus Mecklenburg in die Kirche.

Von Wolfgang Hörmann

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