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Mit Hut, Stab, Mantel und Hund – und auf Zeit

Babe Mit Hut, Stab, Mantel und Hund – und auf Zeit

Am Wochenende trafen sich unweit des Ostprignitz-Dorfes Babe Schäfer aus mehreren Bundesländern zu einem Hütewettbewerb. Eine sonst einsame Wiesenlandschaft verwandelte sich so für einen Tag in einen Parcours, in dem die Schäfer nebst ihren Hütehunden unter Aufsicht dreier gestrenger Punktrichter ihr Können unter Beweis stellen konnten.

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Beim Wettbewerb zeigten die Schäfer zusammen mit ihren Hütehunden ihr ganzes Können. Unter den Augen von drei strengen Punktrichtern galt es, 300 Schafe durch einen Parcours zu leiten.

Quelle: André Reichel

Babe. Ganz im Süden des Altkreises Kyritz, gleich hinter dem Ostprignitz-Dorf Babe, breitet sich eine Wiesenlandschaft aus. Sie reicht auf der einen Seite bis zum Horizont und wird von zwei Flussarmen der Jäglitz durchzogen, die sodann in die Dosse münden. Auf der anderen Seite ragen in der Ferne die Rhinower Berge hoch auf. Es ist eine Gegend, die von Einsamkeit geprägt ist. Mit Ausnahme des vergangenen Wochenendes. Da wurde eine dieser Wiesen zum Austragungsort des sogenannten Hütewettbewerbs der Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Schäferhunde – mit Teilnehmern aus halb Ostdeutschland.

Einer von ihnen genoss einen Heimvorteil: Stephan Stockfisch aus dem unweit entfernten Joachimshof. Er ist einer von ganz wenigen Schäfern auch in der weiteren Region und treibt dort ansonsten alleine seine Herde am schmalen Straßendamm zwischen Babe und Rübehorst vor sich her. Immer an seiner Seite dabei sind zwei Hütehunde.

Vor zwei Jahren erfolgte der Wettbewerb war schon mal in der Nähe

Es sind Tiere, wie sie nun auch die fünf anderen Teilnehmer des Wettbewerbs mitbrachten. Und mancher davon war sogar schon einmal in dieser Region. Die Arbeitsgemeinschaft zur Zucht Altdeutscher Schäferhunde hatte zuletzt schließlich vor zwei Jahren im nahen Lohm ihren Hütewettbewerb durchgeführt. Dieses Mal sollte er im mecklenburgischen Lohmen stattfinden. Doch die lange Trockenheit machte das Feld dort wohl zunichte. Nichts lag da also näher für Stockfisch, dem Verein erneut die saftigen Wiesen seines Reviers anzubieten.

Die Teilnehmer in Babe

Die Teilnehmer in Babe.

Quelle: André Reichel

Zu diesem Freundschaftshüten reisten auch gut ein Dutzend weitere Schäfer als Zaungäste an. Um ihnen den Weg zu weisen, hing an einem Alleebaum ein Schild mit der Aufschrift „Hüten“. Ein Partyzelt stand mitten auf der Koppel, daneben ein rauchender Grill, auf dem Bratwürste brutzelten. Das Augenmerk richtete sich jedoch hauptsächlich auf das Geschehen auf dem weitläufigen Parcours.

Teilnehmer und Gewinner

Beim Leistungshüten in Babe wurden Punkte nach bestimmten Kriterien vergeben. Diese waren die Hüteleistung an sich, die des sogenannten Haupthundes und des Bellhundes sowie das Auftreten des Hüters.

Riko Nöller aus Suckwitz, Mecklenburg-Vorpommern, belegte den 1. Platz, gefolgt von Stephan Stockfisch aus dem Ostprignitz-Ruppiner Ort Joachimishof. Simone Müller aus dem niedersächsischen Rehden erreichte Platz 3.

Außerdem nahmen teil: Mario Reinhäkel aus Reimershagen in Mecklenburg sowie Martin und Christian Winz aus dem Landgut Krosigk in Sachsen-Anhalt.

Aus seiner rund 1800 Tiere zählende Herde stellte Stockfisch für diesen Wettbewerb eigens 300 bereit. Nacheinander zeigten die Schäfer, darunter auch eine Frau, dass sie und ihre Hunde beim Auspferchen, zur Weide treiben, beim engen Gehüt, dem Treiben über eine Brücke, dem Weidegehüt, bei dem die Tiere in Ruhe fressen sollen und zu guter Letzt beim Treiben auf einer symbolischen Straße alles richtig machen.

Veranstalter des Wett-Hütens war erneut die Arbeitsgemeinschaft zum Erhalt Altdeutscher Hütehunde

Veranstalter des Wett-Hütens war erneut die Arbeitsgemeinschaft zum Erhalt Altdeutscher Hütehunde.

Quelle: André Reichel

Ein eingespieltes Team müssen sie sein. Die Hunde leiten die Herde auf Pfeifkommandos und Handzeichen. Das Ganze wurde von drei Punktrichtern beobachtet und ausgewertet. Im Anschluss wurden die Gewinner geehrt. Den Schäfern ging es dabei nicht vorrangig ums Gewinnen, sondern um ihre Gemeinschaft, der sie angehören, und um den Gedankenaustausch. Denn im Alltag sind sie wieder allein.

Von André Reichel

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