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Mit Kanonen auf Spinner

Ostprignitz-Ruppin Mit Kanonen auf Spinner

Nach den Feiern zum 1. Mai soll der von der Kreisverwaltung in Neuruppin organisierte Gifteinsatz gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners starten. Erstmals sollen dabei in Ostprignitz-Ruppin ausschließlich sogenannte Sprühkanonen vom Boden aus zum Einsatz kommen. Insgesamt sollen im Kreis fast 6000 Eichen besprüht werden.

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Weger der giftigen Nesselhaare der Raupen mussten im vergangenen Jahr in Ostprignitz-Ruppin fast 160 Menschen einen Arzt aufsuchen.

Quelle: DPA

Neuruppin. In der Woche nach dem 1. Mai sollen die von der Kreisverwaltung in Neuruppin organisierten Gifteinsätze gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners beginnen. Demnach werden knapp 6000 Eichen auf einer Gesamtfläche von 127 Hektar mit dem Fraßgift Dipel ES besprüht. Der Grund: Die giftigen Nesselhaare der Raupen können zu gesundheitlichen Problemen führen, angefangen von Haut- und Augenentzündungen bis hin zu Atemwegsbeschwerden. Fast 160 Menschen in Ostprignitz-Ruppin haben 2016 wegen solcher Symptome einen Arzt aufgesucht. Das sind zwar fast 100 weniger als 2015. Gleichwohl hält der Kreis den Einsatz des Fraßgiftes „zum Schutz der Gesundheit der Menschen“ für geboten.

Deutlich geringere Kosten als 2016

Ausgebracht wird Dipel ES im Landkreis erstmals ausschließlich mit sogenannten Sprühkanonen vom Boden aus. „Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagte am Dienstag Ma­thias Wittmoser, der zuständige Amtsleiter der Kreisverwaltung. Die „Bodengeräte“, die meist auf einem Hänger montiert sind und von einem Traktor gezogen werden, sind zwar nicht so schnell wie ein Hubschrauber, aber sie sind wendig und können zielgerichtet das Fraßgift auf die Blätter sprühen – bis in eine Höhe von gut 30 Metern. Der Einsatz von Hubschraubern ist indes sehr witterungsabhängig. So hatte im vergangenen Jahr böiger Wind den Gifteinsatz aus der Luft sogar zunächst verhindert, während die Eichen vom Boden aus bereits besprüht werden konnten. Hinzu kommt, dass der Einsatz vom Boden aus wesentlich preisgünstiger ist als der aus der Luft: 2016 gab der Landkreis für die Sprühaktion rund 170 000 Euro aus, diesmal rechnet Amtsleiter Wittmoser mit Kosten von maximal 50 000 Euro. Allerdings wurde 2016 auch eine größere Fläche besprüht. Zu den 3435 Eichen, die vom Boden aus behandelt wurden, kamen 442 Hektar, die aus der Luft besprüht wurden.

Rheinsberg ist nicht betroffen

Wann der Gifteinsatz genau beginnen wird, ist noch offen. Zum einen will sich der Kreis dazu noch mit der Prignitz und dem Havelland absprechen. Zum anderen müssen Experten entscheiden, wann die Eichen über genügend Blätter verfügen, auf denen das versprühte Fraßgift auch kleben bleibt.

Die Kreisverwaltung hat auf ihrer Homepage eine Übersicht, in welchen Regionen welche Eichen besprüht werden. Bis auf die Stadt Rheinsberg gab es aus allen Ämtern, Gemeinden und Städten Meldungen über von Raupen befallene Bäume. „Wir sind diesmal nicht betroffen“, sagte Norman Plener vom Sachgebiet Ordnung und Sicherheit. Indes sollen in Stüdenitz im Amt Neustadt (Dosse) allein gut 170 Eichen besprüht werden sowie zwischen Werder und Palzow im Amt Temnitz mehr als 150 Bäume. Generell gilt, dass besprühte Gebiete mindestens acht Stunden nach dem Gifteinsatz nicht betreten werden sollten.

Von Andreas Vogel

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