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Mit Krach gegen Neonazis in Neuruppin

Aktionsbündnis setzt Zeichen Mit Krach gegen Neonazis in Neuruppin

Am Samstag werden rund 500 Neonazis in Neuruppin aufmarschieren. Um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen, plant ein Aktionsbündnis eine Krachminute um 12 Uhr. Mit Kochtopf, Musikinstrumenten oder anderen Utensilien kann jeder seine Stimme für Toleranz deutlich machen. Ein Kommunikationsteam sorgt für die Sicherheit.

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Das Kommunikationsteam probierte schonmal die Westen an.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Wer beim morgigen Fest für Vielfalt und Toleranz auf dem Neuruppiner Schulplatz nicht dabei sein kann, kann trotzdem ein Zeichen setzen. „Jeder ist aufgerufen, um 12 Uhr für eine Minute Krach zu machen – mit dem Kochtopf, Musikinstrumenten oder was er gerade in der Hand hält“, sagte gestern Martin Osinski vom Organisationsteam.

Die Aktion haben sich die Veranstalter in Stuttgart abgeschaut. Dort läuft bis Sonntag der evangelische Kirchentag. Mit dabei sind Schüler der Evangelischen Schule Neuruppin. Sie wollen sich morgen per Videobotschaft aus Stuttgart bei den Gästen des Toleranz-Festes auf dem Schulplatz melden. Die Videos sollen die Pausen zwischen den Auftritten von Künstlern und Politikern überbrücken. Auch die Fußballer von Werder Bremen und Sankt Pauli sowie Claudia Roth, die Vize-Präsidentin des Bundestages, wollen das Fest so unterstützen. Die Veranstalter hoffen auf viele Besucher.

„Die Sicherheit für alle Gäste ist gewährleistet“, versichert Martin Osinski. Damit es bei den angekündigten Demonstrationen zu keinen kniffligen Situationen kommt, wird es ein Kommunikationsteam geben. Dazu gehören Uta Jolk, die Leiterin des Oberstufenzentrums, der frühere Superintendent Heinz-Joachim Lohmann und Christiane Schulz vom Verein Esta Ruppin. „Der Grundsatz lautet: Die Polizei ist nicht unser Gegner, von uns geht keine Gewalt aus“, sagt Osinski.

Mit dem Fest soll ein Zeichen gegen den Aufmarsch von Rechtsextremen gesetzt werden, die morgen in Neuruppin ihren „Tag der deutschen Zukunft“ begehen wollen. Dazu werden rund 500 Neonazis und mindestens 2000 Gegendemonstranten erwartet. Heute ist auf dem Neuruppiner Schulplatz der Film „Can’t be silent“ zu sehen. Die Dokumentation über ein Musikprojekt mit Flüchtlingen beginnt um 20 Uhr, die Regisseurin ist anwesend.

Unterdessen ist die Nervosität in Neuruppin deutlich zu spüren. Am Mittwoch rief ein Staatsanwalt die Polizei, als er sah, wie Jugendliche eine Mauer an der Karl-Liebknecht-Straße bemalen. Was er offenbar nicht sah: Es handelte sich um eine Kunstaktion zu den morgigen Veranstaltungen, von der Stadt mit organisiert. Die Polizisten fotografierten alles und schrieben einen Bericht. Eine Straftat erkannten sie nicht.
 

Von Andreas Vogel und Rey Grunow

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So hatten sich das die Neonazis nicht vorgestellt. Bei der Demo zum "Tag der deutschen Zukunft" am Sonnabend sind sie nur wenige Meter weit gekommen. Gegendemonstranten haben ihnen den Weg versperrt. Die Neonazi-Gegner freuen sich über diesen Erfolg. Experten warnen trotzdem vor einer Radikalisierung.

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