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Mit Ruhe und Gelassenheit

Schifffahrt in Neumühle Mit Ruhe und Gelassenheit

Ob genervte Urlauber oder querstehende Boote – Schleusenwärterin Gabriele Krüger in Neumühle bleibt entspannt.
 

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Fahrgastschifffahrt an der Schleuse in Neumühle

Quelle: Thomas Leitert

Neumühle. Das kleine Motorboot muss warten. Nicht nur darauf, dass sich die Schleuse endlich öffnet, sondern auf den Dampfer der Fahrgastschifffahrt. Solche Szenen sind für Gabriele Krüger an der Schleuse in Neumühle nahe Alt Ruppin Alltag. Sie muss auf das Vorrecht des Dampfers beim Schleusen achten. „Er gehört zur Berufsschifffahrt und die Regel sagt: Dampfer vor Motorboot und Paddler“, sagt die Schleusenwärterin.

Stündlich öffnet sich im Normalfall die Neumühler Schleuse. Doch dieser starre Rhythmus hätte erst am Sonntag für einen kilometerlangen Stau auf dem Wasserweg zwischen dem Rhin und dem Molchowsee geführt. „Es war das erste Wochenende in diesem Jahr, an dem ich von morgens bis abends durchgeschleust habe“, sagt Krüger. Sie hütet das Häuschen der Schleusenwärterin in Neumühle – jetzt schon seit 13 Jahren. „Wenn es so warm ist wie im Moment, kann es schon etwas nerven, den ganzen Tag in der Sonne zu stehen“, erzählt sie. Doch Gabriele Krüger gibt gern zu: „Diese Arbeit am Wasser mit den vielen Menschen ist ein Traumjob.“

Davon lässt sie sich auch nach einem Sonntag wie dem vergangenen nicht abbringen. „Natürlich hätte ich am Wochenende auch gern frei, aber das ist nun einmal so.“ Überhaupt sind es offensichtlich die Ruhe und Gelassenheit, die Gabriele Krüger bei ihrer Arbeit viele Vorteile bringt. „Klar ist mal der ein oder andere Bootsführer vom Warten an der Schleuse genervt. Doch wenn er dann dran ist und wir ins Gespräch kommen, ist alles wieder okay.“ Selbst wenn Anfänger versuchen, den Höhenunterschied zwischen Rhin und Molchowsee zu überwinden, versucht die Schleusenwärterin ruhig zu bleiben. „Erst heute morgen dachten wieder zwei Ausflügler, sie müssten ihr Boot während des Schleusens nur vorn befestigen. Als das Wasser in Bewegung kam, passierte das, was passieren musste: Das Boot stand quer“, sagt Krüger und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Die Neumühlerin wohnt direkt an der Schleuse. Zwischen 8000 und 8500 Boote schleust sie jährlich. „Es waren auch schon 10 000. Doch in den vergangenen Jahren sind die Sportboote weniger geworden“, sagt Krüger. An hektischen Tagen, wenn die Hitze groß und das Nervenkostüm des einen oder anderen eher dünn ist, muss Gabriele Krüger auch mal lauter werden. „Ab und an könnte ich hier ein Megafon gebrauchen. Vor allem dann, wenn die Paddler denken, sie müssten unbedingt vor den Motorbooten in die Schleuse. Die meisten wissen gar nicht, wie gefährlich das eigentlich ist.“ Sicherheit geht an der Schleuse vor und deshalb heißt es für die Boote ohne Motor auch mal länger warten.

Doch solche Situationen sind an diesem beschaulichen Fleckchen die Ausnahme: „Warum sollen die Menschen, die hier vorbeikommen, auch hektisch sein? Fast alle haben Urlaub, und da hat man doch gute Laune“, so Krüger. Die Bestätigung für diese Theorie folgt auf dem Fuße. Noch während die Schleusenwärterin über ihren Job redet, kommt der Dampfer der Fahrgastschifffahrt näher. Die Gäste des täglich hier verkehrenden Schiffes stehen gespannt an der Reling und schauen dem Treiben in der Schleuse zu. Gabriele Krüger verschwindet in ihr Häuschen, bedient die vielen roten, grünen und grauen Knöpfe und schon strömt das Wasser. Während der Dampfer zusammen mit dem Wasser steigt, hat Krüger Zeit, um mit dem Schiffspersonal zu plauschen, während die Touristen Bilder vom Schleusen machen.

Von Thomas Leitert

Im Winter wird nur in Ausnahmefälle geschleust

Die Schleuse in Neumühle nahe Alt Ruppin verbindet den Rhin mit dem Molchowsee. Von hier aus führt die Wasserstraße weiter durch den Tetzensee, Zermützelsee, Rhin und Möllensee bis hin zum Gudelacksee.
Geschleust wird je nach Jahreszeit zu verschiedenen Zeiten: Von März bis April von 9 bis 11 Uhr und 14 bis 16 Uhr jeweils zur vollen Stunde. In der Hauptsaison (April bis Oktober) von 8 bis 12 und 14 bis 17, am Wochenende sogar bis 19 Uhr. Von Oktober bis November gelten dann wieder die gleichen Schleusenzeiten wie im Frühjahr.
In den Wintermonaten wird nur in Ausnahmefällen ein Schleusenbetrieb gewährleistet. Interessierte müssen sich in solchen Fällen vorher beim Betreiber, dem Gewässerunterhaltungsverband Oberer Rhin/Temnitz, anmelden.
Gebühren werden für das Schleusen nicht berechnet. Da es sich um Landeswasserstraßen handelt, übernimmt das Land die Kosten. lei

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