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Mit Spargel ist jetzt Schluss

Dreetz Mit Spargel ist jetzt Schluss

Der Johannistag ist für Spargelfreunde kein schöner Tag, denn spätestens dann endet die Saison. Andreas Pelzer vom Spargelhof Baselitz in Dreetz hat sogar schon eine Woche vor dem fast magischen Datum Schluss gemacht. Im nächsten Jahr möchte er von komplett neu angelegten Feldern ernten.

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Von diesem neu angelegten Spargelfeld wird im nächsten Jahr zum ersten Mal geerntet. Der leichte Sandboden rund um Dreetz ist ideal für den Spargelanbau.

Quelle: André Reichel

Dreetz. Für echte Spargelfreunde ist der 24. Juni kein besonders schöner Tag, denn schließlich endet spätestens dann die Saison, in der die edle Stange frisch vom Feld geerntet an den Marktständen angeboten wird. Spargel ist von nun an nur noch in Konservendosen oder Gläsern zu bekommen.

Im Altkreis Kyritz ist der von Andreas Pelzer und seiner Frau Martina geführte Spargelhof Baselitz in Dreetz der einzige Betrieb, der sich ausschließlich auf den Anbau und Verkauf der beliebten, blass-gelben Stange spezialisiert hat. An eigenen Ständen in Kyritz, Neuruppin, Wittstock, Pritzwalk, Neustadt und Wusterhausen werden die frisch geernteten Stangen während der Saison an den Mann oder auch an die Frau gebracht. Traditionell endet die Spargelsaison ja meist pünktlich am Johannistag. Doch weil Pelzers Betrieb dieses Jahr schon zwei Wochen früher als im Vorjahr mit der Ernte in vollem Umfang beginnen konnte, hörte er auch früher auf. „Spätestens nach elf Wochen muss Schluss sein, damit die Pflanzen innerhalb der Vegetationszeit austreiben und sich erholen können“, erklärt Andreas Pelzer.

Den letzten Spargel holten die Erntehelfer vom Spargelhof Baselitz vorigen Freitag von den Feldern. Als Andreas Pelzer diesen auf dem Kyritzer Wochenmarkt verkaufte, sprach es sich schnell herum, dass es keinen Nachschub mehr geben wird. So ergriff der eine oder andere Kunde noch schnell die letzte Chance. Zeitgleich stand Martina Pelzer im Hofladen hinter dem Ladentisch. Auch hier hatte es sich schnell herumgesprochen, dass schon Saisonschluss ist in Dreetz.

Andreas Pelzer (l) machte früher Schluss und verkaufte bereits vorigen Freitag auf dem Kyritzer Wochenmarkt seinen letzten Spargel in dieser Saison

Andreas Pelzer (l.) machte früher Schluss und verkaufte bereits vorigen Freitag auf dem Kyritzer Wochenmarkt seinen letzten Spargel in dieser Saison.

Quelle: André Reichel

Spargelbauer Andreas Pelzer blickt recht zufrieden auf die Saison zurück. Obwohl der Frühling kühl war, streckte der Spargel dank reichlich Sonnenscheins und Folieneinsatzes sehr zeitig seine Spitzen gen Himmel. „Die Menge reichte von Anfang an aus, um auch die Gaststätten in der Region beliefern zu können“, berichtet Andreas Pelzer. Auf derzeit zehn Hektar baut der Familienbetrieb seinen Spargel an. Pro Hektar wurden dieses Jahr sieben Tonnen Rohspargel geerntet. Nach der Reinigung waren es noch fünf Tonnen. „Das ist normaler Durchschnitt“, sagt Andreas Pelzer. Auf Masse komme es dem 51-Jährigen aber auch nicht an, betont er. Vielmehr baut Pelzer auf Qualität, mit der er seine Kunden überzeugen will. „Frische und Geschmack, darauf achten wir sehr“, fügt der Spargelbauer hinzu.

Der leichte, sandige Boden rund um Dreetz ist ideal für den Spargelanbau. Solche Standortvorteile kommen dem Betrieb sehr zugute, denn die Konkurrenz ist mittlerweile enorm groß geworden. „Es drängen immer mehr große Betriebe auf den Markt, die viel zu viel Spargel anbieten. Damit verderben sie uns allen das Geschäft“, sagt Andreas Pelzer.

Sorgenfalten bekommt er deswegen aber nicht. Damit sein Spargel auch künftig von bester Qualität bleibt, hat Andreas Pelzer vorgesorgt. „Nächstes Jahr ernten wir komplett von neu angelegten Feldern. Dieser Spargel ist dann besonders zart“, kündigt er an.

Mariusz Murawski aus Bydgoszcz putzte die Spargelkisten

Mariusz Murawski aus Bydgoszcz putzte die Spargelkisten.

Quelle: André Reichel

Die aktuellen Felder sind derweil schon längst verwaist. Sämtliche Erntemaschinen stehen in Reih und Glied geputzt auf dem Hof. Von den neun polnischen und den beiden rumänischen Erntehelfern sind am Ende nur noch Mariusz Murawski aus Bydgoszcz und Josef Maloglowski aus Breslau übrig. Die beiden polnischen Männer erledigen auf dem Hof des Spargelbauern noch ein paar Rest­arbeiten, bevor auch sie wieder in ihre Heimat zurückfahren. ­Nächstes Jahr wollen sie auf jeden Fall alle wiederkommen, so viel steht jetzt schon fest. Darauf bauen Andreas und Martina Pelzer auch, denn die beiden Arbeiter sind sehr zuverlässige, fleißige Helfer. Fast alle von ihnen sind seit vielen Jahren während der Spargelsaison in Dreetz beschäftigt.

Auch nach Saisonabschluss kann Andreas Pelzer die Hände nicht in den Schoß legen. Die Felder müssen den Sommer über gedüngt und unkrautfrei gehalten werden. Im Herbst werden dann das Spargelkraut gehäckselt und neue Dämme geformt. Im Dezember kommt die Folie drauf und die Technik will auch noch gewartet werden.

Von André Reichel

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