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Mit Teamgeist die bunten Kugeln geschwungen

Wittstock Mit Teamgeist die bunten Kugeln geschwungen

Egal, ob sie alle Kegel abräumten oder mal eine Nullrunde hinlegten – beim gemeinsamen „Multikulti-Bowling“ im B3-Center hatten Jugendliche und junge Flüchtlinge aus Wittstock am Freitag jede Menge Spaß. Der Abend war zudem als Beginn einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Wittstocker Clearingstelle und den Jugendclubs geplant worden.

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Lamin (v. l.), Yuusuf, Philip, Finn und Sven bowlten zusammen in einem Team. Alle feuerten sich gegenseitig an.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Eigentlich ist es für die jungen unbegleiteten Flüchtlinge aus der Wittstocker Clearingstelle nur eine Etage tiefer, trotzdem kamen sie erst am vergangenen Freitagabend dazu, die Bowlingbahn im B3-Center auszuprobieren. „Das ist eine tolle Sache“, sagte Betreuerin Dilek Özitis. Besonders freute sie sich darüber, dass ihre Jungs den Bowlingspaß gemeinsam mit Jugendlichen aus Wittstock erleben konnten.

Möglich wurde das „Multikulti-Bowling“ durch die Unterstützung der mobilen Jugendarbeit in der Dossestadt. „Es ist wichtig, dass sich die jungen Leute kennen- und verstehenlernen“, erklärte Jugendsozialarbeiterin Uta Lauterbach. Sie hatte an dem Abend 13 junge Wittstocker aus den Jugendclubs C60, Berlinchen, Zempow, Sewekow und Schweinrich dabei. Die fanden sich gemeinsam mit den gut 15 jungen Flüchtlingen in Teams zusammen. Dabei ging es weniger um Profileistungen, als vielmehr um gemeinsamen Spaß und Kontaktfreudigkeit.

Beneidenswerte Ergebnisse

In einem der Sechserteams spielten mit mir – ich nahm als MAZ-Reporter ebenfalls am Bowlingabend teil – noch Finn Neumann aus Zempow, Philip Horn aus Sewekow, Sven Lippke aus Wittstock sowie Yuusuf abdi Kaafi aus Somalia und Lamin Chory aus Gambia. „Ich habe das zuletzt in Kenia gespielt, dort war es aber nicht so schön wie hier“, erzählte Yuusuf.

Dass die Jungs keine Übung in dem Sport hatten, ließ sich im Verlauf des Spiels nur schwer nachvollziehen. Beinahe regelmäßig klingelte es nach einem Strike und wenn mal nicht alle Kegel umfielen, erreichten die beiden Afrikaner trotzdem noch beneidenswerte Ergebnisse. „Super“, sagte Philip und klatschte mit Yuusuf ein, als der mal wieder keinen Kegel stehenließ. Aber auch er und seine Freunde aus den Jugendclubs warfen nicht schlecht. Ganz im Gegensatz zum MAZ-Vertreter, der von den Jugendlichen liebevoll als „Presseheini“ bezeichnet wurde. Manche Leute brauchen eben erst einige Zeit, um ins Spiel zu kommen und zu denen scheine ich zu gehören. Denn von Wurf zu Wurf wurde es besser und plötzlich klingelte es auch mal bei mir und mein Team jubelte.

Spaß bei der Verständigung

Auf der Bahn neben uns zeigte Justin Wunderlich, dass auch langsam rollende Kugeln eine verheerende Wirkung entfalten konnten. Dazu nutzte der Zwölfjährige aus Wittstock allerdings ein Hilfsmittel. „Ich nenne es Gehhilfe“, verriet Justin. Und so sah das Gerät auch aus, wie eine Gehhilfe mit einer Rampe für die Kugel bestückt. Nahezu jeder Wurf des Jungen ließ etliche Kegel umfallen, mit aller Gemächlichkeit versteht sich. Während bei einem von mir mit viel Kraft und Präzision geworfenen Versuch nur halb so viele Kegel ihren Halt verloren.

Doch wie eingangs erwähnt, es ging um Spaß und Annäherung. „Vielleicht hätten die Gruppen noch etwas mehr vermischt werden sollen“, stellte Bowlingbahninhaber Frank Krafack fest. Ansonsten sei die Veranstaltung aber eine gute Idee, denn Bowling mache fast jedem Spaß, egal welche Sprache er spreche. Die wurde für Krafack allerdings zur Herausforderung, als es darum ging, die Vornamen der jungen Flüchtlinge in das System einzutippen, damit am Bildschirm wieder aufblinken konnte: „Yuusuf ist dran.“

Nächster Bowlingabend im Januar

Und nicht nur der, auch ich war mal wieder an der Reihe, doch meine letzten Würfe waren nicht der Rede wert. Nach gut zwei Stunden Bowlingspaß endete der Abend. Sehr zum Bedauern der Teilnehmer. „Es hat großen Spaß gemacht“, sagte Marie-Luise Peschek. Die 18-Jährige kann sich ein weiteres Multikulti-Bowling gut vorstellen, wie sie sagte. Dann vielleicht auch mit noch gemischteren Gruppen. „Das kriegen wir bestimmt hin“, sagte Uta Lauterbach. Dieser Abend sei ja auch erstmal ein Experiment gewesen. Im Januar könnte es bereits das nächste Bowling geben, einigten sich alle Beteiligten am Ende.

Von Christian Bark

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