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Mit Tempo 150 durch die Ortschaft

Wittstock Mit Tempo 150 durch die Ortschaft

Regelmäßig sind in Wittstock und seinen Ortsteilen zwei Geschwindigkeitsmesstafeln im Einsatz. Sie sollen mit Smileys und Stundenkilometeranzeige die Autofahrer an das geltende Tempolimit innerorts erinnern. Gleichzeitig zeichnen sie auch die Geschwindigkeitsübertretungen auf und die sind in diesem Jahr zum Teil erschreckend.

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Aktuell misst eine Tafel die Geschwindigkeit an der Pritzwalker Straße auf Höhe des Bahnhofs.

Quelle: Christian Bark

Wittstock/Sewekow. Die beiden Geschwindigkeitsmesstafeln, die in Wittstock und seinen Ortsteilen regelmäßig zum Einsatz kommen, weisen zum Teil erschreckende Werte auf, was die Tempoüberschreitungen innerorts angeht. So hatte Revierpolizist Jörg Rachow kürzlich die Messwerte aus Sewekow, wo eine Tafel zwischen dem 7. und 14. Juni im Einsatz war, den Anwohnern mitgeteilt. So sei ein Fahrzeug aus Richtung Wittstock – auf dieser Route gab es die meisten Überschreitungen – mit 102 Stundenkilometern innerorts gemessen worden. „Kaum zu glauben, wenn man die kurvige Strecke bedenkt“, kommentierte der Hauptkommissar die höchste Geschwindigkeitsübertretung im Ort während des Messzeitraums.

Jörg Rachow (Mitte) erklärte die Messwerte in Sewekow

Jörg Rachow (Mitte) erklärte die Messwerte in Sewekow.

Quelle: Christian Bark

Auffällig sei, so Jörg Rachow, dass die Temposünder hauptsächlich in der Zeit zwischen 15 und 19 Uhr unterwegs gewesen seien, nicht nachts. „Auf diese Zeit müssen wir unser Hauptaugenmerk richten“, sagte er und verwies zugleich auf den Umstand, dass dann auch viele Kinder entlang der Straße spielten oder von der Schule kommen würden. Fast die Hälfte der Messungen in Sewekow der Strecke Wittstock Richtung Mecklenburg waren Geschwindigkeitsübertretungen. „Das ist kein Sewekower Phänomen, sondern betrifft auch die anderen Ortsteile“, sagte der Revierpolizist.

Dem stimmt auch Wittstocks Stadtsprecher Jean Dibbert zu. Als Beispiel nennt er die in diesem Jahr bisher höchste Geschwindigkeitsüberschreitung: mit 151 Stundenkilometern war ein Fahrzeug in Biesen gemessen worden. Die Tafeln sind dem Sprecher zufolge über das Jahr verteilt im Stadtgebiet sowie in allen Ortsteilen im Einsatz. „Im Winter vorwiegend im Stadtgebiet und im Sommer vermehrt in Ortsteilen mit jahresbedingt erhöhtem Verkehrsaufkommen wie etwa Sewekow oder Schweinrich“, sagt er. Im Herbst werde oft auf Hinweise aus den Ortsteilen reagiert. So wie kürzlich in Biesen. Momentan seien die Tafeln im Bereich Pritzwalker Straße in Wittstock im Einsatz.

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setzte die Stadt Wittstock ihre erste Geschwindigkeitsmesstafel ein. 2016 kam eine zweite hinzu. Ein gerät kostet rund 2500 Euro. Weitere Anschaffungen sind zunächst nicht geplant.

Die höchste gemessene Geschwindigkeitsübertretung lag 2016 bei 121 Stundenkilometern innerorts bei Tempolimit 50 sowie 92 Stundenkilometern bei Tempolimit 30. In diesem Jahr wurde der Temporekord innerorts im 50er Bereich um weitere 30 Stundenkilometer überboten – nämlich in Biesen, wo ein Fahrzeug mit 151 Stundenkilometern unterwegs war.

In Sewekow wurde zwischen dem 7. und 14. Juni 2017 gemessen. Aus Richtung Wittstock haben fast die Hälfte aller gemessenen Fahrzeuge die Höchstgeschwindigkeit überschritten. Der Schnellste war mit 102 Stundenkilometern unterwegs. Die Geschwindigkeit wurde auch unterschritten – der langsamste Messwert lag bei 10 Stundenkilometern. Bei Fahrzeugen, die aus Richtung Mecklenburg kamen, waren nur 7,2 Prozent zu schnell. Der Schnellste fuhr 73, der langsamste 6 Stundenkilometer.

Die Werte, die so ein knapp 2500 teures Gerät ermittelt, werden laut Jean Dibbert an die Polizei und den Landkreis weitergegeben. Diese könnten dann gezielte Kontrollen und Messungen vornehmen. So verfüge der Kreis über ein Zählgerät, welches nicht nur Geschwindigkeiten und Verkehrsaufkommen aufzeichnet, sondern auch die Fahrzeugarten unterscheiden könne. Laserkontrollen sind in kurvigen Orten wie Sewekow kaum durchzuführen, wie Jörg Rachow erklärte. Dazu benötige man eine gerade Strecke von mindestens 400 Metern. Wichtig sei aber, dass die Polizei dann mehr Präsenz zeige, das schrecke zusätzlich ab. „Eigentlich sind die Aufzeichnungen der Geschwindigkeiten nur ein angenehmer Nebeneffekt“, sagt Jean Dibbert. Mit lächelnden und schmollenden Smileys wolle man Fahrer lediglich auf Überschreitungen hinweisen. Diese zu ahnden sei Aufgabe der Polizei und des Landekreises.

Von Christian Bark

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