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Ostprignitz-Ruppin Mit Totschläger auf Mann losgegangen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mit Totschläger auf Mann losgegangen
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09:52 18.11.2015
Quelle: dpa
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Neustadt

Als „Kabbelei“ bezeichnete Christian T. am Dienstag das, was ihm am 11. Mai vergangenen Jahres passiert ist. Die Staatsanwältin hat hingegen das Geschehen als gefährliche Körperverletzung angeklagt. Dafür müssen sich seit Dienstag der 33-jährige Sven S. und der 26-jährige Christopher S. vor dem Neuruppiner Amtsgericht verantworten. Sie sagten nichts dazu.

Ihr Opfer, der 29-jährige Christian T., dagegen redete: Demnach gab es eine Vorgeschichte, die zu dem Vorfall führte. Auf dem Grundstück seines Vaters in Großderschau war öfter eingebrochen und unter anderem Werkzeug gestohlen worden. Er machte sich auf die Suche nach den verschwundenen Sachen und wandte sich an Sven S., der viele Leute kennt, so Christian T. Bei einem Treffen äußerte Sven S. Interesse an einem Lampensystem, das er Christian T. abkaufen wollte. Es wurde ein Kaufpreis von 1000 Euro vereinbart, der aber laut Christian T. nie gezahlt wurde.

Am Tattag machte er sich deshalb auf zum Wohnhaus von Sven S. in Dreetz, um das Geld zu holen. „Es war mein Fehler, einfach auf das Grundstück zu gehen“, meinte er am Dienstag. Auf sein Klingeln und Klopfen reagierte niemand. „Ich wollte im Carport nachsehen, ob da meine Sachen waren.“ Doch bis dahin schaffte er es nicht. Sven S. kam nackt und schreiend auf ihn zu gerannt. „Ich habe nur gefragt, wo meine Sachen sind“, so Christian T. Er habe sofort einen Schlag mit einem Teleskopschlagstock, einem sogenannten Totschläger, bekommen mit den Worten, er solle verschwinden. Er habe die Arme schützend vors Gesicht gehalten und einen Schmerz verspürt. „Danach wollte ich nur weg.“

Ob er notfalls auch etwas anderes als die Lampen mitgenommen hätte, wenn er denn dazu gekommen wäre, diese Frage von Verteidiger Peter Leonhardt wollte er nicht beantworten. Warum er nicht gleich zur Polizei gefahren sei, wollte Leonhardt wissen. „Ich weiß nicht. Ich habe nicht gedacht, dass das Ganze so ausartet“, so Christian T.

Mit Pfefferspray bewaffnet

In Großderschau angekommen, beschlich ihn ein ungutes Gefühl und er bewaffnete sich mit einem Pfefferspray. Er stand noch auf seinem Hof, als auch schon ein Auto mit Sven S. und Christopher S. vorfuhr. Bei der Polizei war sich Christian T. sicher, dass Sven S. gefahren ist, der, wie T. wusste, zu der Zeit keinen Führerschein besaß. Er hatte auch besonderen Wert darauf gelegt, dass Polizeibeamtin Anke S. dies aufnahm. „Das war ihm wichtig.“ Am Dienstag rückte er davon ab, er wisse nicht, wer am Steuer gesessen habe. „Ich war damals stinksauer. Ich wollte ihm wohl eine reindrücken.“

Er sah Sven S. in die Tasche greifen, vermutete, dass dieser den Totschläger ziehen wollte und sprühte mit Pfefferspray, vergeblich. Die beiden Angreifer kamen über den Zaun, Christopher S. mit einer Dachlatte in der Hand, die ihm Christian T. aus der Hand schlagen konnte. Ob er von beiden oder nur von Sven S. geschlagen wurde, konnte er nicht mehr sagen, auch nicht, ob er im Eifer des Gefechts zurückgeschlagen hat. „Ich bin noch nie verprügelt worden. Ich werde nicht täglich geschlagen.“ Schließlich gelang es ihm, ins Haus zu flüchten, woraufhin die Angeklagten mit der Holzlatte und einem Stein die Scheibe der Eingangstür und eine Fensterscheibe zertrümmerten. Dann verschwanden sie. Christian T. trug Beulen, Prellungen und Schürfwunden davon.

Das Urteil wird für den 1. Dezember erwartet.

Von Dagmar Simons

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