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Ostprignitz-Ruppin Mit dem Leuchtrabi durch Groß Haßlow
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mit dem Leuchtrabi durch Groß Haßlow
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15:06 27.03.2016
Britta Mohneke auf der Straße zwischen Klein und Groß Haßlow mit ihrem mandarinenbunten Auto. Quelle: Claudia Bihler
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Groß Haßlow

Auch, wer den Trabant mit Baujahr 1984 noch nicht sehen kann: Das charakteristische Zweitakter-Geräusch kündigt das sonnenblumengelbe Gefährt von Britta Mohneke aus Groß Haßlow schon ein Stück weit vor der nächsten Kurve an. Und auch, dass der Wagen das gewohnte Gemisch zu sich nimmt, ist noch ein paar Meter weiter zu riechen.

Dabei fällt der Tankstopp für die Trabi-Fahrerin im Gegensatz zum „Otto-Normalautofahrer“ nicht vollautomatisch aus: Schließlich wird an den Zapfsäulen schon seit einigen Jahren kein Gemisch mehr verkauft, so dass sie das Zweitakteröl von Hand zufügen muss. Sie zeigt eine Babyflasche, die sie immer auf dem Beifahrersitz liegen hat: „Dann muss ich ihm eben ein Fläschchen geben. Der Vorteil ist, das Gefäß hat auch gleich eine Skala, damit ich das richtige Mischungsverhältnis immer treffe, wenn ich den Sprit zusammenmische.“

Traditionelles Styling farblich aufgepeppt

Auch, wenn zu DDR-Zeiten mandarinenfarbige Trabis nicht ausgeliefert wurden – bis auf die Farbe ist an dem Auto alles im – farblich aufgepeppten – Original-Styling. Auf den Rücksitzen gibt es leuchtend gelbe Kissen, auf der hinteren Hutablage steht der – natürlich ebenfalls gelbe – Toilettenpapier-Hut. Und die Sitze sind mit farblich passenden Schonbezügen ausgerüstet. Britta Mohneke: „Klar, die habe ich selbst genäht.“

Das freundliche Gelb findet sich sogar auf den Felgen und den Außenspiegeln oder auch auf den Sonnenblenden im Innenraum wieder. Alles ist von gelb bis orange Ton in Ton gehalten, so mancher Trabi-Fan würde die Besitzerin um ihr Auto beneiden.

Auch die übrige Ausstattung des betagten Oldies hat die Groß Haßlowerin selbst entworfen – inklusive der Lackierung: „Am Computer habe ich mir das ausgedacht.“ Lackiert hat sie ihn freilich nicht alleine: „Das hätte ich alleine nicht geschafft. Für die Farbe hat Frankies Ifa-Werkstatt in Babitz für mich übernommen. In der Werkstatt wird mein Auto auch repariert und gewartet.“

Erst nach der Wende auf den Trabi gekommen

Warum sie auch mehr als 25 Jahre nach der Wende nach wie vor mit einem Trabi fährt? Die Antwort der Fahrerin fällt so knapp wie prägnant aus: „Ich kann mir einfach kein anderes Auto leisten, und der Trabi ist von allen Autos am billigsten.“ E fahre zuverlässig, meint sie, „er bringt mich überall hin, wo ich hinfahren muss.“

Auf den Trabi kam sie allerdings erst nach der Wende. Zu DDR-Zeiten konnte sie sich erst recht kein Auto leisten.

Ein bisschen ist ihr Fahrzeug auch eine Art Werbemaßnahme in eigener Sache, denn die Groß Haßlowerin sucht eine Beschäftigung. „Ich bin kreativ, das kann man ja auch an meinem Auto sehen“, sagt sie, „und vor allem bin ich, was eine Tätigkeit angeht auch sehr flexibel.“

Dabei hat sie in der Vergangenheit schon einiges auf die Beine gestellt: Sie könne nähen, sie habe historische Handarbeiten gemacht und sie beschäftige sich auch gerne mit Kindern. „Kurz: ich suche Arbeit.“ Vielleicht hält ja irgendwann jemand das mandarinenbunte Fahrzeug an und offeriert der Groß Hasslowerin eine Stelle für die Zukunft.

Von Claudia Bihler

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