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Ostprignitz-Ruppin Mit dem Panzer durch den Garten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mit dem Panzer durch den Garten
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00:44 19.07.2015
Angela Siecke aus Wittstock im Garten mit ihrer Katze „Baby“. Sie hat die exotische Schildkröte aufgespürt. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

Ein Panzer schob sich vor ein paar Tagen durch die Wittstocker Feldstraße und landete schließlich auf dem Grundstück von Angela Siecke. Er gehört zu einer Schildkröte, die dort zwar keine Schäden angerichtet hat, aber trotzdem für eine Menge Wirbel sorgte. Die Wittstockerin hatte schon befürchtet, deshalb Ärger mit den Behörden zu bekommen. Doch am Ende wurde alles gut, so viel sei schon mal verraten.

Es begann mit einer äußerst ungewöhnlichen Beobachtung: Man schrieb den 6. Juli, als ein Mann aus der Nachbarschaft eine Schildkröte über die Straße laufen sah. Ja, tatsächlich eine Schildkröte! Der Wittstocker griff sie und brachte sie zu einer Nachbarin. Die wiederum setzte das Reptil in den Vorgarten von Angela Siecke, weil sie wohl dachte, das Tier mit dem Panzer würde dort hingehören. „Sie sagte mir dann, dass sie die Schildkröte bei mir abgesetzt hat“, berichtet Angela Siecke.

In dem dicht bewachsenen Vorgarten blieb das Tier zunächst verschwunden, bis Katze „Baby“ es aufspürte. „Ich habe gleich gesehen, dass es keine Land-, sondern eine Wasserschildkröte ist. Sie hatte eine Kraft – das hätte ich nie gedacht. Und sie war auch sehr flink.“ Doch was tun mit dem offensichtlich exotischen Gast? Ist es womöglich noch eine Schnappschildkröte, die ja auch gefährlich zubeißen kann? Wie kommt sie hierher und vor allem: Wem gehört sie?

Die exotische Schildkröte ist mehr als 20 Zentimeter groß. Quelle: Björn Wagener

Außerdem machte sich Angela Siecke noch ganz andere Sorgen: „Hoffentlich ist es nicht etwas Verbotenes, irgendein illegal eingeführtes Tier, und ich bekomme noch Ärger mit dem Veterinäramt, dem Tierschutz oder gar der Polizei oder dem Zoll“, erinnert sie sich an die Gedanken, die ihr kurz nach der Ankunft der Schildkröte durch den Kopf gingen. Trotz allem musste die Sache geklärt werden, befand sie und telefonierte herum. Der Panzerträger saß derweil in einem Laufgitter und ließ es sich bei Katzenfutter und Geflügelfleisch gut gehen. „Die Polizei war sehr bemüht, sagte aber auch, sie müsse den Zoll herschicken. Und das Ordnungsamt sagte, ich solle die Schildkröte ins Amt bringen.“ Gar nicht so einfach, denn sie fremdelte noch ein wenig. „Anfangs hat sie gefaucht, aber später konnte ich schon mit ihr erzählen“, berichtet Angela Siecke.

Kurz darauf kam die erlösende Nachricht: Das Ordnungsamt hatte den Besitzer gefunden. Es ist ein Anwohner aus der Feldstraße, nur ein paar Häuser weiter. Erst von ihm erfuhr Angela Siecke, dass die Schildkröte ganz und gar ungefährlich sei und sie sich gern mal aus dem Staub mache, wenn sie Eier legen will.

Das mag eine etwas ungewöhnliche Geschichte sein, aber es ist nicht die einzige, die sich auf dem dicht bewachsenen Grundstück mit Teich schon abgespielt hat. Eine weitere dreht sich um „Haustiere“, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Es geht um Weinbergschnecken.

Können nicht verloren gehen: Die Weinbergschnecken tragen Namen und Anschrift. Quelle: Björn Wagener

Davon gibt es viele, aber die aus dem Garten von Angela Siecke sind wahrscheinlich einzigartig. Das Besondere: Ihre Häuschen tragen Hausnummern und Namen – etwa Rosi, Susi, Ute, Peter, Ulli, jeweils mit dem Zusatz „Feldstraße 2“. Alle sind natürlich nicht immer zu Hause, denn so eine Schnecke ist ja auch viel unterwegs, wenn auch eher geruhsam. Doch ein schneller Blick durchs Grün beweist es: „Susi, Feldstraße 2“ sitzt gerade auf einem Stein. Nach der „Rot-Kreuz-Schnecke“ muss man etwas länger suchen. Dass sie ein rotes Kreuz auf ihrem Häuschen trägt, hat einen guten Grund: Es ist beschädigt, leicht eingedrückt. Angela Siecke rechnet an jenem Samstagvormittag eigentlich nicht damit, die „Rot-Kreuz-Schnecke“ zu finden. Doch da ist sie: Sie hat es sich im Hals eines zerbrochenen leeren Weinballons gemütlich gemacht.

Leicht lädiert: die Rot-Kreuz-Schnecke. Quelle: Björn Wagener

„Vor vielen Jahren, es war wohl 1992, da brachte mir mein Mann einmal sieben Weinbergschnecken mit“, erinnert sich Angela Siecke. Sie kam dann auf die Idee, die Tiere zu „beschriften“, bevor sie sie in ihrem Garten aussetzte. Nach drei Jahren tauchte „Susi“ – allerdings eine Vorgängerin der heutigen „Susi, Feldstraße 2“ – tatsächlich wieder „zu Hause“ auf, was unschwer zu erkennen war.

Die leeren Schneckenhäuser nutzt Angela Siecke auch gern für Dekorationen. Quelle: Björn Wagener

Begegnungen mit Tieren hat die Hausherrin immer wieder. Da gab es einmal den Marder im Dachausbau, der „aber ganz vernünftig war“, wie sie sagt. Oder auch den Igel, der in ein Fundamentloch gefallen war und so einen heißen Sommertag lang eine All-inklusive-Verpflegung genießen durfte, um wieder zu Kräften zu kommen, bevor er weiterzog. Aber Schnecken haben es Angela Siecke besonders angetan. Die Ergotherapeutin benutzt die Häuser abgestorbener Schnecken sogar als Tischgestecke oder auch als Dekoration im Garten. Eine große Seltenheit sei ein sogenannter Schneckenkönig, zu erkennen an dem im Uhrzeigersinn gewundenen Haus. Denn normalerweise sind Schneckenhäuser gegen den Uhrzeigersinn – also links herum – gedreht. Sollte sich ein Schneckenkönig einmal in den Garten von Angela Siecke verirren, wäre das für sie ein Grund zur Freude. Aber auch wenn nicht, macht das wohl nichts. Denn bei der Wittstockerin wird jede Schnecke wie ein kleiner König behandelt.

Von Björn Wagener

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