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Ostprignitz-Ruppin Mit dem Pinsel Geschichten erzählen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mit dem Pinsel Geschichten erzählen
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00:19 16.11.2017
Genau die Proportionen des Körpers abmessen – dazu nahmen die Kursteilnehmer Pinsel oder Daumen zu Hilfe. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

In ihren Kursen wird Malerin Sabine Ranft aus Zootzen auch schnell mal zur Darstellerin. Vier Posen – vier Figuren, hieß die Aufgabe, mit der sie ihre „Schüler“ in der letzten Kurseinheit für dieses Jahr betraute. „Ihr zeichnet meine Körperkonturen nach, stellt ein Verhältnis zwischen Arm- und Beinlänge her“, erklärte sie. Die scheinbar simple Übung gehört der Künstlerin zufolge zu den Grundvoraussetzungen, wenn man Menschen malen oder zeichnen möchte. Zum Maßnehmen empfahl sie die Verwendung des Daumens oder des Pinsels, das sei in der Kunst so üblich. Gleichzeitig betonte sie: „Es geht hier nicht um Exactement, sondern darum, leger mit dem Pinsel umgehen zu können.“ Außerdem ergänzte sie: „Geht davon aus, dass drei von vier Zeichnungen erstmal nicht so gut werden.“

Vier Posen – vier Figuren, lautet die Aufgabe. Quelle: Christian Bark

Dann begab sich die Künstlerin in die Posen. Ihren Rat mit dem Maßnehmen befolgten vieler der Kursteilnehmer. Die vier entstandenen Figuren sollten sie später zu einer Geschichte verbinden, ihnen Gegenstände anhaften, eine Situation schaffen. „Wir haben uns als Erwachsene ganz viel Spielerisches abgewöhnt“, sagte Sabine Ranft. Das müsse im Kurs erst wieder herausgekitzelt werden. Bei dem Einen so, bei der Anderen so – jeder entwickelte im Laufe der fünf Kurseinheiten seinen so ganz eigenen Stil. Mit zuviel Theorie wolle sie ihre Schüler nämlich nicht abschrecken. „Das wäre zu trocken“, erklärte sie. Immerhin solle das Gelernte auch im Haushalt Anwendung finden, wenn die Teilnehmer in Eigenregie den Pinsel schwingen.

NVA-Kollegen aus Langeweile gemalt

So wie Detlef Höncke. „Ich habe in der Armeezeit schon meine NVA-Kollegen gezeichnet, damit die Zeit dort schneller vorbeigeht“, berichtete der Heiligengraber, der im Beruf eigentlich Anlagenfahrer ist. Als er nach einem Arbeitsunfall mal längere Zeit krankgeschrieben war, habe er sich wieder der Malerei gewidmet. „Ich kam in den Kurs, um das Malen mit Farbe zu lernen“, erklärte er. Mittlerweile gehöre die Kunst nach Feierabend für ihm zur Entspannung nach der Arbeit.

Detlef Höncke hat unter anderem die Glienicker Schinkelkirche gemalt. Quelle: Christian Bark

Detlef Höncke ist seit 2015 im Kurs von Sabine Ranft. Damals hatte dieser noch in der Galerie in der Marktgasse stattgefunden, erinnert sich die Malerin. Einmal habe es einen Ausflug nach Goldbeck gegeben. Seit vergangenem Jahr treffen sich die Kursteilnehmer in der Volkshochschule in der Rheinsberger Straße. Über die Volkshochschule ist auch Christine Seidel in diesem Jahr zum Kurs dazugestoßen. „Ich hatte vor 17 Jahren mal einen Malkurs besucht“, blickte die Frührentnerin zurück. Sie sei hauptsächlich auf Aquarelle fixiert, hoffe auf Tipps von Sabine Ranft. Die lobte wiederum Christine Seidels „verkrüppelte Möhren“, die sie mit Aquarellfarben in einer der Kurseinheiten zu Papier gebracht hatte. „Wir hatten erst mit Abzeichnen von Fotos begonnen, das Malen von Originalgegenständen ist schon eine ganz andere Herausforderung“, sagte sie.

Christine Seidel will auch 2018 am Ball bleiben. Quelle: Christian Bark

Herausforderungen und Ansporn, das möchte Sabine Ranft im Miteinander mit den Teilnehmern umsetzen. „Deshalb malen auch Fortgeschrittene und Anfänger zusammen“, erklärte die Künstlerin. Von den Fortgeschrittenen könnten sich Anfänger Techniken abschauen, umgekehrt würden Fortgeschrittene neue frische Ideen von Anfängern aufschnappen können. Letztlich stehe der Spaß im Vordergrund. Gemeinsam betrachteten die Kursteilnehmer ihre bisher geschaffenen Werke, fotografierten sie mit dem Smartphone ab und waren insbesondere von Detlef Hönckes Gemälden begeistert. Der hatte unter anderem seinen Hund mit Wachsbuntstiften und die Glienicker Schinkelkirche mit Aquarellfarben zu Papier gebracht. Ob er auch im nächsten Jahr dabeisein wird, wusste er noch nicht – Christine Seidel jedoch schon. „Ich mache auch 2018 weiter“, kündigte sie an.

Wer Interesse am Malkurs mit Sabine Ranft hat, kann dieses bei Annette Greisert unter Tel. 03394/465351 oder per Email unter: vhs-wittstock@opr.de bekunden. Mehr Informationen zur Künstlerin gibt es hier.

Von Christian Bark

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