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Mit dem Skateboard gegen die Norm

Filmwoche in Wittstock Mit dem Skateboard gegen die Norm

Der rote Teppich ist ausgerollt. Seit Dienstagabend findet die 5. Wittstocker Filmwoche im Kino Astoria statt. Die Gästeschar zur Eröffnung war überschaubar. Das ärgert den freien Filmautor Kai Seekings aus Teetz bei Kyritz.

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Jeder Besucher darf bis Sonntag über den roten Teppich im Kino Astoria gehen.

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. „Die Idee dieser Filmwoche ist wirklich klasse und da sind so viele engagierte Leute, die das alles vorbereiten. Doch dann besteht die Gefahr von Frust, weil einfach zu wenig Besucher kommen.“ Dies sagte der freie Filmautor Kai Seekings aus Teetz Dienstagabend am Rande der Eröffnung zur 5. Wittstocker Filmwoche.

Kai Seekings (l) und Regisseur  Marten Persiel diskutierten über den Film „This Ain`t California“

Kai Seekings (l.) und Regisseur Marten Persiel diskutierten über den Film „This Ain`t California“.

Quelle: Christamaria Ruch

Tatsächlich: Die Enttäuschung saß im Kino Astoria tief. Zum Auftakt der diesjährigen Filmwoche unter dem Motto „Tanz und Musik“ fehlte einfach der erhoffte Besucherzuspruch.

Gemeinsam mit dem Regisseur Marten Persiel stimmte Kai Seekings die Gäste auf den Auftaktfilm „This Ain`t California“ ein, bei dem Persiel Regie führte. Dabei steht die Geschichte der Skaterszene Anfang der 1980er Jahre im Osten der damals noch geteilten Republik im Mittelpunkt. Eine Gruppe von Teenagern entwickelt damals beim Skaten das gewisse Freiheitsgefühl, das auch als Gegenentwurf zur Enge und Gleichförmigkeit im Land galt.

Unter den Zuschauern weilte auch Henrik Hellmuth aus Wittstock. Der 21-Jährige gehört seit seinem zehnten Lebensjahr zu den Skatern in der Dossestadt. „Beim Skaten empfinde ich Spaß, denn das ist etwas völlig anderes als Teamsport Fußball. Jeder ist für sich beim Skaten allein verantwortlich“, sagte er. Gleichzeitig betont er, dass dieser Sport, wenn man ihn nur für sich allein betreibt, langweilig ist. In der Clique auf der Skaterbahn unterwegs zu sein, war früher für Henrik Hellmuth Normalität. „Heute sind viele von uns weggezogen und oft bin ich mit meinem Bruder im Wittstocker Skaterpark allein unterwegs“, sagte er weiter. Wenn er auf dem Skateboard steht, wird er nach eigener Aussage „locker, entspannt und schüttelt den Stress ab.“

Skaten galt als Ausbrechen aus der Gesellschaft

Skaten galt als Ausbrechen aus der Gesellschaft.

Quelle: Christamaria Ruch

Auch die Jungen im Film „This Ain`t California“ empfinden in der Rückblende das Skaten als Freiheit.

Schirmherr Hansjürgen Rosenbauer, der frühere ORB-Intendant, konnte wegen anderer beruflicher Verpflichtungen die Filmwoche nicht eröffnen. Daher übernahm Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann diesen Part. Er betonte: „Filme und Kino gehörten noch nie so sehr wie jetzt zum Fokus der Wittstocker Stadtgeschichte. Die Vorbereitungen auf diese Veranstaltung sind immer wieder sehr intensiv.“ Mit Blick auf den Skaterfilm „This Ain`t California“ fielen Gehrmann Bilder vom Berliner Alexanderplatz in Ostberlin zum Ende der 1980er Jahre ein. „Die Schrägen am Fernsehturm eigneten sich zum Skaten hervorragend.“ Auch er betonte: „Skaten galt damals als Ausbrechen aus der Gesellschaft.“

Von Christamaria Ruch

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