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Ostprignitz-Ruppin Mit neuen Gags ins neue Jahr
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mit neuen Gags ins neue Jahr
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00:18 16.01.2017
Thomas Kreimeyer, Martin Herrmann, Helene Mierscheid und Michael Genähr (v.l.n.r.) brachten den Saal zum Toben Quelle: Anja Schael
Neustadt

Erneut voll ins Schwarze getroffen hatte Michael Genähr mit seiner Auswahl an Comedians, die er Mittwochabend in Olafs Werkstatt präsentierte. Bereits zum vierten Mal gastierte dort der „Werkstatt-Comedy-Mix“ und unterhielt das Publikum wie gewohnt aufs Beste. So überprüfte Martin Herrmann, ein ehemaliger Bayer mit CSU-Allergie, zuerst einmal den „Kenntnisquotienten“ des Publikums, bevor er auf seiner „Taschenharfe“ selbstkomponierte Lieder sang. Mithilfe dieses zweckentfremdeten Eierschneiders trug er Harmonien und Dissonanzen vor, die an künstlerischer Fingerfertigkeit kaum zu überbieten waren. Als echter Mann, der als Baby „immer nur im Stehen in die Windel gepinkelt“ hat und wandelnder „Östrogen-Seismograph“ knüpfte er sich Kirche, Religion und Esoterik vor und verarbeitete seine Erfahrungen im Lied „Wiedergeburt“.

Im Anschluss gab Helene Mierscheid weitreichende Einblicke in ihre Tätigkeit als international tätige Lebensberaterin. So war zu erfahren, dass sie am häufigsten wegen Beziehungsproblemen um Rat gefragt werde. Ein Umstand, den sie sich bei einer Million Singles, die in Berlin leben und sich nie treffen, nicht erklären kann. Speziell für die anwesenden Damen hatte sie dann auch noch ein paar praktische Tipps auf Lager. So sei es schlauer, beim „Sex das Licht auszumachen, da vieles sich besser anfühlt als es ausschaut“ und ab und an mal eine zu rauchen: „Es muss ja nicht immer Tabak sein.“ Denn „Sex, Drugs und Rock ’n Roll“ seien die Zutaten, für eine erfolgreiche Traumatherapie.

Stüdenitz – „eine Gemeinheit“ für Ausländer

Der dritte Comedian im Bunde war Thomas Kreimeyer. Sein Motto: Kein Plan ist ein guter Plan. Lediglich mit einer Eieruhr in der Hand betrat er die Bühne und brachte das Publikum ordentlich zum Lachen. Auf überraschend elegante und höchst unterhaltsame Art und Weise verstand er es, das Publikum in seinen Auftritt einzubeziehen, es gar zum Stichwortgeber seiner Pointen zu erheben. Geschickt knüpfte er Kontakte mit den Zuschauern, um kleine Einblicke in deren Alltag zu gewinnen, die er umgehend als Vorlage für seine Gags nutzte. So philosophierte er dann mit dem Publikum nicht nur übers Eierkochen, über „gewöhnliche Eier von für gewöhnlich braunen Hühnern“ und die korrekte Lagebeschreibung der Heimatorte der anwesenden Gäste. Ob Ortsnamen wie Stüdenitz, die „eine Gemeinheit“ für Ausländer seien, die kaum deutsch können und dann nach Stüdenitz wollen, oder eine lediglich ungefähre Beschreibung des Heimatortes der Zuschauer. Jedes unbedacht daher gesprochene Wort war für ihn ein gefundenes Fressen. Seine humorvolle Erziehungsmaßnahme fruchtete auch recht schnell, sodass die kommenden Antworten der Befragten an Präzision kaum zu übertreffen waren. Teilweise sprachlos vor Lachen zeigte sich das Publikum dann auch großzügig mit seinem Beifall.

Anke Alting und Eckhard Dürr, beide vom ersten „Werkstatt-Comedy-Mix“ an dabei, waren erneut hellauf begeistert: „Wir sind seit dem ersten Mal dabei. Da waren nur ganz wenige hier. Heute war der Saal ja fast voll. Das sind schon gute Künstler hier. Wir schauen uns ja auch viele andere Vorstellungen an, und haben den einen oder anderen hier schon beim Kleinstkunstfestival gesehen. Wir haben auch schon Karten für Februar.“

Der Comedy-Mix soll fortan einmal monatlich stattfinden

Genauso zufrieden wie das Publikum: Michael Genähr. „Es ist viel besser, als ich zu hoffen gewagt habe. Für 2017 gibt es jeden Monat einmal den Comedy-Mix hier in Neustadt“, sagte er. Verständnis hat Genähr auch für Leute, die nicht kommen wollen, da eben drei Künstler unbekannt sind. „Natürlich schreckt das erst einmal ab, wenn man nicht weiß, wer auftritt. Aber alle, die hier waren, wissen, dass es gut wird. Ich mache das 30 Jahre lang beruflich und erfahrungsgemäß gehen die Leute ins Internet, holen sich Infos und schauen Videos. Der Reiz, nicht zu wissen, was man bekommt, ist dann weg. In Berlin, wo wir ja kurz zuvor auftreten, sind die Shows bis zu zwei Monate im Voraus ausverkauft. Da braucht es einfach Vertrauen, dass Leute auftreten, die es wert sind, dass man sich das anguckt.“ Ein positives Feedback bekomme er auch von seinen Comedians, „die alle gerne gekommen sind und auch wollen, dass das weitergeht“.

Auch Comedian Helene Mierscheid war zufrieden: „Es war ein aufgeschlossenes und begeisterungsfähiges Publikum. Macht es ihnen Spaß, macht es uns auch Spaß. Michael Genähr stellt ja die Künstler sehr gut zusammen.“

Dem kann Veranstalter Olaf Krause nur zustimmen. Er blickt zurück: „Ich bin dankbar für alle Veranstaltungen, die voriges Jahr hier stattgefunden haben, und für die vielen Gäste, die zu uns kamen. Ein großes Lob auch an meine Kollegen, die mich unterstützen. Ohne mein Team wäre das alles nicht möglich.“ Comedy bleibe nach wie vor ein Angebot von vielen, vorzugsweise als Abendveranstaltung entweder mittwochs oder am Wochenende. Der eine oder andere Künstler aus dem Comedy-Mix werde mit einer Soloveranstaltung auftreten. „Aber es gibt bei uns natürlich auch weiterhin Kabarett und Livemusik.“

Ausblick auf die nächsten Veranstaltungen

11. Februar, 19 Uhr: Martin Sierp und sein Programm „Zum Anbeissen! - Witze, Wunder & Vampire“

18. Februar, 20 Uhr: Livemusik mit „Belmondo Unplugged“

19. Februar, 15 Uhr: Kabarett Theater Distel – Einmal Deutschland für alle!

4. März, 20 Uhr: Peter Maffay Show-Band

5. März, 15 Uhr: Männer ticken anders spät – Kabarett zum Frauentag

8. März, 19 Uhr: Werkstatt Comedy-Mix

9./10./11. März, 19 Uhr: „Miss Starlight“, Travestieshow

26. März, 15 Uhr: Schwarze Grütze – Notaufnahme, Kabarett

Kartenverkauf unter 033970/1 44 23 und im Internet unter www.olafs-werkstatt.de

Von Anja Schael

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