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Ostprignitz-Ruppin Mittendrin wird mitgesungen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mittendrin wird mitgesungen
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17:19 17.08.2017
Bis Sonntag vermittelt Verena Rein (r.) den Seminarteilnehmern in Ganz eine geballte Ladung Gesangskunst. Quelle: Alexander Beckmann
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Ganz

Die Lotte-Lehmann-Akademie in Perleberg auf der einen Seite, die Rheinsberger Musikakademie auf der anderen. Auch mittendrin wird nun eifrig gesungen: Zum zweiten Mal veranstaltet Sopranistin Verena Rein in Ganz zwischen Kyritz und Wittstock ihren viertägigen Meisterkurs für klassischen Gesang.

Die zehn Teilnehmer – vor allem Frauen – reisten am Donnerstag aus dem ganzen Bundesgebiet und sogar aus Malta an, aber auch aus Kyritz war ein Sänger dabei. Bis Sonntag werden sie sich mit Gesangstechnik, Interpretation und Auftrittstraining befassen, bevor sie die Ergebnisse am kommenden Sonntag ab 15 Uhr bei einem Abschlusskonzert in der Teetzer Kirche vorstellen.

Lehre und Auftritte gleichwertig

Verena Rein ist als Sängerin seit Jahren international erfolgreich aktiv. Doch die Lehre hält sie für ebenso bedeutsam: „Egal, ob ich auftrete oder etwas an Menschen weitergebe – es ist immer Kommunikation. Und man wird auch nicht so schnell eitel.“

Die Gesangslehrerin vertritt bei ihren Seminaren einen Ansatz, den sie „Die Befreiung des Klangs“ nennt und den sie sogar schon filmisch dokumentiert hat. „Ich suche mit meiner Ausbildung nach Wegen zu mehr Natürlichkeit im klassischen Gesang.“ Das müsse am Ende nicht zwangsläufig auf Opernarien hinauslaufen. „Klassische Technik ist für die Stimme wie ein Grundtraining.“ Sie habe sogar schon Metal-Rocker unterrichtet. „Ich bin offen für alles, was mit Stimme zusammenhängt.“ Nicht von ungefähr wird es beim Abschlusskonzert am Sonntag vielleicht einen kleinen Abstecher in die Welt des Chansons geben.

Ländliche Idylle wirkt lernfördernd

Normalerweise unterrichtet Verena Rein an Universitäten und Akademien auf der ganzen Welt und vor allem in Berlin, doch den Meisterkurs im eigenen Haus in Ganz schätzt sie besonders: „Auch die Sänger sind gerne auf dem Land – wegen der Ruhe. Es gibt hier nicht so viel Ablenkung.“ Das Pensum des Kurses ist schließlich beträchtlich: bis zu achteinhalb Stunden am Tag. Und ein bisschen Abstand vom Alltag schade dem Lernfortschritt gewiss nicht, findet Verena Rein.

Gemeinsam mit Ehemann Hartmut kaufte sie das Neubauernhaus am Ortsrand von Ganz vor vier Jahren. Vor allem die Scheune hat es den Reins angetan: „Ich dachte sofort: Das ist ein genialer Seminarort.“ Noch auf der Baustelle organisierte die Familie 2015 eine erste Veranstaltung. Weitere folgten: Kabarett, Tanz, Musik, Ausstellungen. Auch Tochter Valeska brachte sich ein. „Es ist immer mehr geworden.“

An der Scheune wird nach wie vor gebaut. Reins hoffen auf Fördermittel. „Das Ziel ist natürlich, sie ganzjährig nutzen zu können. Es soll ein Veranstaltungs- und Bildungszentrum werden.“ Nicht zuletzt für den Gesang.

www.ganzkultur.de

Von Alexander Beckmann

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