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Modellflieger fürchten um ihr Hobby

Kyritz Modellflieger fürchten um ihr Hobby

Die 14 Mitglieder des Kyritzer Modellflugclubs „Die Bruchpiloten“ fürchten um ihr Hobby falls die Pläne des Bundesverkehrsministeriums zur gesetzlichen Neuregelung der Luftfahrt umgesetzt werden. Aus der Region erhalten sie dabei viel Unterstützung. Kyritz ist eine Hochburg, was die Beteiligung an einer entsprechenden Petition angeht.

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Rund um Kyritz ist die Unterstützung für die Petition besonders groß.

Quelle: Open Petition

Kyritz. Was hat ein Fotohaus mit dem Modellflugsport zu tun? Zumindest in Kyritz ist es ein Anlaufpunkt für all die, die sich für den Erhalt des Hobbys einsetzen. Im Laden von Konstantin Normann liegen Listen aus, auf denen man sich noch bis Ende September der Petition für den Erhalt des Modellflugs an Verkehrsminister Alexander Dobrindt anschließen kann.

Hintergrund sind die Verbreitung von Multikoptern oder sogenannten Drohnen – teilautonomen Fluggeräten mit Kameras – und die damit verbundenen Sicherheitsbedenken. Die Bundesregierung plant eine Novellierung des Luftfahrtgesetzes. Unter anderem ist vorgesehen, die Flughöhe für ferngesteuerte Fluggeräte auf 100 Meter zu begrenzen.

Kyritzer Modellflugsportler mit ihren Segelflugzeugen

Kyritzer Modellflugsportler mit ihren Segelflugzeugen: Spielzeug ist das nicht.

Quelle: privat

Modellflugsportler sehen dadurch ihr Hobby ernsthaft in Gefahr – auch in Kyritz, das nach Angaben der Internetplattform Open Petition zusammen mit Neustadt eine Hochburg der Petitionsbefürworter darstellt. Allein in Kyritz haben sich aktuell 234 Menschen in die Unterschriftenlisten eingetragen. Im Landkreis OPR sind es 378 und damit mehr als in Städten wie Bremen oder Nürnberg.

Geht es nach Eberhard Weinert, müssten es noch viel mehr sein. Der 67-Jährige ist Vorsitzender des Kyritzer Flugmodellsportclubs „Die Bruchpiloten“, und er macht keinen Hehl daraus, dass er die geplante Flughöhenbegrenzung für Unsinn hält.

„Die meisten Leute denken, dass Flugmodelle bloß Spielzeug für Erwachsene sind.“ Doch es handle sich um einen echten Sport, betont Weinert. Segelflugmodelle beispielsweise erreichen eine Spannweite von vier Metern und mehr. „Die fliegen in 300 bis 500 Metern Höhe.“ Denn erst dort lasse sich die Thermik für den Flug nutzen. Motorgetriebene Modelle wiederum erreichten durchaus Geschwindigkeiten von 150 bis 170 Kilometern pro Stunde. „In geringer Höhe habe ich kaum noch eine Chance, so ein Modell im Notfall zu kontrollieren“, gibt Eberhard Weinert zu bedenken. „Die 100-Meter-Grenze ist für den Modellflug nicht praktikabel.“

Ansonsten bestünden ja seit Langem strikte Regeln für den Modellflug. Für Geräte von mehr als fünf Kilogramm Gewicht oder mit Verbrennungsmotor brauche es generell eine Aufstiegserlaubnis. Die gibt es nur auf eigens ausgewiesenen Modelflugplätzen. „Außerdem dürfen wir unsere Modelle nur auf Sicht fliegen.“ Das beschränke sich auf wenige hundert Meter. Das Überfliegen bestimmter technischer Anlagen wie Flugplätze, Kernkraftwerke oder Autobahnen sowie von Menschenmengen sei verboten.

In die Schlagzeilen seien jetzt im Grunde nur Leute geraten, die sich nicht an diese Regeln hielten. „Mit der Verbreitung der Multikopter hat sich das Problem deutlich verschärft“, schätzt der Kyritzer Vereinsvorsitzende ein. Er bezweifelt, dass sich das durch die geplanten neuen Gesetze ändert.

Modellflugsport gab es in und um Kyritz schon zu DDR-Zeiten. 1994 entstand der heutige Verein. Mit lediglich 14 Mitgliedern ist er zwar von eher überschaubarer Größe, aber in der Region durchaus populär. Das zeigt sich auch an der Resonanz auf die Petition. „Wir haben getan, was wir konnten“, sagt Eberhard Weinert. „Wenn alle anderen das auch tun, dann kann das eigentlich nur gelingen.“

Details:
www.openpetition.de

Von Alexander Beckmann

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