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Ostprignitz-Ruppin Modellflieger in Sorge wegen Windrädern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Modellflieger in Sorge wegen Windrädern
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18:42 22.12.2017
Wegen der Luftwirbel wäre es viel zu gefährlich, die kleinen Modellflugzeuge in der Nähe von Windrädern fliegen zu lassen. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Aufmerksam verfolgt Eckhard Rieck die ferngesteuerten Flugzeugmodelle, die in der Sporthalle des Schinkelgymnasiums fliegen und auch immer wieder Loopings drehen. Seit Jahren nutzen die Mitglieder des Modellsportclubs (MSC) Neuruppin im Winter die Halle, um ihre neuesten Modelle zu testen. Ab März wechseln die Modellflieger meist ins Freie. Immerhin können sie seit Mitte der 1980er Jahre die kleine Betonfläche zwischen Stöffin und Protzen nutzen, die die damalige LPG in Stöffin extra für ihre Agrarflieger als Flugplatz bauen ließ, damit die Felder aus der Luft gedüngt werden konnten.

„Wenn die Windräder kommen, dann ist für uns Feierabend“

Doch nun steht der Verein, der 34 Mitglieder hat, womöglich vor dem Aus. Grund: Regionalplaner haben zwischen Stöffin und Protzen ein sogenanntes Eignungsgebiet für den Bau von Windrädern ausgewiesen. Bis zu 15 Energieriesen, jeder mehr als 200 Meter hoch, könnten dort entstehen, heißt es. „Wenn die Windräder kommen, dann ist für uns Feierabend“, sagt Rieck. Die Luftwirbel wären viel zu gefährlich für die kleinen Modelle. „Dann sind mehr als 40 Jahre Modellflug in Neuruppin passé.“ Zwar hat der 74-jährige Neuruppiner, der seit 1990 Vorsitzender des MSC ist, bereits mit den Planern und auch mit einem Windradbauer wegen einer anderen Fläche für die Modellflieger gesprochen. Doch bisher ohne Erfolg. Dabei brauchen die Bastler nicht viel. „Eine Fläche von 150 mal 150 Metern reicht uns. Sie muss nur rundum frei sein und sollte sich nicht im Wald befinden“, sagt Rieck.

Eckhard Rieck leitet seit 1990 den Modellsportclubs (MSC) in Neuruppin. Quelle: Andreas Vogel

Der gelernte Kfz-Instandhaltungsmechaniker wollte eigentlich Flugzeugmechaniker werden. Die Ausbildung in Dresden scheiterte, weil es damals vor Ort kein Wohnheim für die Lehrlinge gab. Also sattelte er etwas um und begann 1959 in einem KfZ-Betrieb in der Neuruppiner Gartenstraße zu arbeiten. Zuvor hatte Rieck 1956 in Stölln (Havelland) noch eine Segelflugausbildung gemacht. Doch nach dem Bau der Mauer im August 1961 durfte er nicht mehr fliegen. Er hatte Verwandtschaft in Westdeutschland. Das Verbot, selbst in die Luft zu steigen, hat seine Lust am Flugmodellbau wohl noch gesteigert. Der Sport hat es ihm immer noch angetan. „Dazu gehört viel Bewegung an der frischen Luft, und der Geist schläft auch nicht ein“, sagt Eckhard Rieck. Schließlich müssen die Modellbauer nicht nur technisch versiert sein, sondern ihre Modelle ständig im Auge behalten, damit es selbst bei plötzlichen Böen oder dem Ausfall einer Flugzeugbatterie zu keiner Bruchlandung kommt.

Die Mitglieder des MSC treffen sich im Winter alle zwei Wochen in der Turnhalle des Neuruppiner Schinkelgymasiums, um einige ihre Modelle fliegen zu lassen. Quelle: Andreas Vogel,

Auch Karl-Heinz Röckner liebt diese Art von Herausforderungen. Der inzwischen 82-Jährige ist der Senior bei den Neuruppiner Modellsportlern. Angefangen hat er mit Schiffsmodellen. Später stieg der Heizungsmonteur auf den Flugmodellbau um. „Es macht einfach Spaß“, sagt Röckner. Er meint dabei wohl nicht allein das Basteln und Fliegen, sondern auch die Gemeinschaft unter Gleichgesinnten. Treffen sich diese doch im Winter alle zwei Wochen zum sogenannten Hallenfliegen. Da geht es nicht allein um neueste technische Raffinessen, sondern auch darum, wie man Jugendliche für den Flugmodellsport interessieren könnte. Schließlich hat der MSC sogar vereinseigene Modelle zum Probieren. „Interessenten haben ein Vierteljahr Zeit, sich zu entscheiden, ob sie im Verein bleiben wollen“, sagt Eckhard Rieck.

Wer die Modellflieger erleben will, kann am Dienstag, 26. Dezember, gegen 13 Uhr zum Modellflugplatz zwischen Stöffin und Protzen zum letzten Flugtag des MSC kommen. Dort wird es am 1. Januar gegen 13 Uhr auch den ersten Flugtag des neuen Jahres geben.

Von Andreas Vogel

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