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Ostprignitz-Ruppin Modellprojekt Schulkrankenschwester
Lokales Ostprignitz-Ruppin Modellprojekt Schulkrankenschwester
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00:17 27.03.2017
Tabea Müller hilft den Schülern der Puschkin-Oberschule und der Grundschule „Wilhelm Gentz“ bei Bauchweh und Co. mit Rat und Tat. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Inzwischen klopft es regelmäßig an ihrer Tür unten im Souterrain der Puschkinschule. Schüler kommen vorbei, weil sie Bauch- oder Kopfschmerzen haben. Oder weil sie einfach nur ein wenig plaudern wollen. „Ich habe meine regelmäßigen Besucher“, sagt Tabea Müller. „Das freut mich.“

Seit Anfang Februar arbeitet die 37-Jährige als Schulkrankenschwester an zwei Neuruppiner Schulen – der Puschkin-Oberschule und der Grundschule „Wilhelm Gentz“. Im Rahmen eines brandenburgweiten Modellprojektes wird sie sich bis Oktober kommenden Jahres um Kinder und Jugendliche kümmern, die sich in der großen Pause das Knie aufgeschlagen haben oder sich mit Kopfweh und Übelkeit rumquälen. Zudem wird sie Angebote zur gesundheitlichen Prävention machen. Beschäftigen sich die Schüler im Unterricht etwa mit gesunder Ernährung, mit den Folgen des Rauchens oder mit dem Umgang mit Stress, würde Müller ihre Kenntnisse anbieten.

Die Awo ist Träger des Modellprojekts Schulkrankenschwester

„Ich war eigentlich schon immer der Meinung, dass es so etwas wie eine Schulkrankenschwester an jeder Schule geben müsste“, sagt Müller. Lehrer könnten sich im Schulalltag kaum um alle Fälle von Bauchgrimmen und Kopfschmerz kümmern. Auch die Sekretärin, die oft genug in solchen Fällen einspringt, kann sich kaum aller Schüler annehmen. „Manchmal hilft es, wenn sich ein Kind einfach nur eine Viertelstunde ausruhen kann“, sagt Müller. Bislang fehlte jedoch jemand, der in einer solchen Auszeit ein Kind betreuen kann.

Die ausgebildete Krankenschwester, die an einer Reha-Klinik und in verschiedenen Arztpraxen gearbeitet hat, versteht sich auch als Vertrauensperson. „Es ist schwer einzuschätzen, ob es Bauchschmerzen sind oder einfach die Mathearbeit“, sagt die Mutter zweier Kinder. Gerade dann ist jedoch jemand gefragt, der sich Zeit für ein Gespräch nehmen kann.

Die Krankenschwestern sollen Lehrer entlasten und Eltern unterstützen

Zehn Schulgesundheitsfachkräfte – so heißen die Schulkrankenschwestern ganz offiziell – sind derzeit in Brandenburg im Einsatz. Sie sollen Lehrer entlasten und zugleich auch Eltern unterstützen. Immer mehr Kinder leiden an chronischen Krankheiten – an Allergien etwa. Zu wissen, dass im Ernstfall eine Krankenschwester helfen kann, sei beruhigend für Eltern, hofft Müller. Lehrer, die sich im Umgang mit chronischen Krankheiten unsicher fühlen, können sich zudem bei ihr einen Rat holen.

Dänische und finnische Schulen haben längst Schulkrankenschwestern. Ihr Einsatz soll Familien und Lehrer entlasten und zugleich ein Stück Chancengleichheit schaffen. „Ein krankes Kind kann nicht so gut lernen“, sagt Stefan Engelbrecht, Schulgesundheitsreferent bei der Awo Potsdam. Die Awo hatte die Trägerschaft für das landesweite Projekt übernommen. Sozialministerium, Bildungsministerium, die AOK und die Unfallkasse unterstützen das Projekt.

Bevor Müller und ihre Kollegen an ihre Schulen gingen, absolvierten sie eine Weiterbildung. In einem dreimonatigen Kurs beschäftigten sie sich mit Pädagogik, Entwicklungspsychologie, Konfliktmanagement, Fragen des Datenschutzes oder Stressabbau. Schulkrankenschwester, so hofft die Awo, könnte vielleicht auch ein neues Berufsbild sein – mit besonders familienfreundlichen Arbeitszeiten.

Tabea Müller selbst hatte zufällig von dem Modellprojekt gehört und sich dann dafür beworben. „Eine Schulkrankenschwester gehört an jede Schule“, findet sie. Als Mutter würde sie sich das zumindest wünschen.

Von Frauke Herweg

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