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Ostprignitz-Ruppin Moderne Hip Hop-Klänge im alten Schloss
Lokales Ostprignitz-Ruppin Moderne Hip Hop-Klänge im alten Schloss
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00:20 05.11.2017
Jonas Rahn (l.)aus Wittstock sitzt eigentlich am Mischpult, doch hier steht er mit dem 17-jährigen Afghanen Shams am Aufnahmemikrofon und singt. Quelle: André Reichel
Bantikow

So etwas hat es im altehrwürdigen Schloss des Ostprignitz-Dorfes Bantikow noch nie gegeben. Fette Beats und dazu mal mehr oder weniger melodischer Sprechgesang sind aus dem einem Raum zu hören. An anderer Stelle wird Gitarre und Bass gespielt und im Keller wird getrommelt. Doch damit nicht genug. Es wir zudem gesampelt und gemixt, was das Zeug hält.

Das Wittstocker und Neuruppiner Musikprojekt „Esta bien“ machte nun auch mit einem Hip-Hop-Camp im Bantikower Schloss von sich reden. Rund 20 Jugendliche, vorwiegend aus Afghanistan und Syrien, lernen im mehrtägigen Projekt nicht nur Hip Hop kennen, sondern nehmen unter professioneller Führung eigene Lieder auf.

20 junge Geflüchtete, vornehmend aus Afghanistan uns aus Syrien, nahmen das Angebot der integrativen Musikschule „Esta bien“ wahr, an einem vier Tage dauernden Hip-Hop-Camp teilzunehmen. Vor zwei Jahren flüchteten die jungen Leute aus ihren zerbombten Heimatländern und leben nun in Wittstock, Neuruppin, Rheinsberg und anderen Orten des Landkreises Ostprignitz-Ruppin.

Die Geflüchteten haben inzwischen Deutsch gelernt

Inzwischen haben sie fast alle sehr gut Deutsch gelernt und beginnen, die westliche Kultur kennenzulernen. „Mit Hip Hop hatten sie alle noch nie etwas zu tun, waren aber überaus interessiert, deshalb haben sie sich auch angemeldet“, berichtet Max Lingk. Der 57-jährige Berliner ist der Leiter des MusikprojektesEsta bien“, bei dem einheimische und geflüchtete Jugendliche die Möglichkeit bekommen, sich sowohl musikalisch weiter zu entwickeln, als auch einen kulturellen Austausch vorzunehmen. In Wittstock zum Beispiel ist vor einem Jahr in der Gröper Straße 33 das so genannte „Studio W“ ins Leben gerufen worden, in dem viele junge Leute aller Kulturen kostenlos proben und gemeinsam Musik machen können.

Hip Hop ist keine Eintagsfliege

Das dieser Tage in Bantikow stattfindende Hip Hop ist nun ein weiteres Angebot von „Esta bien“ und soll nach Aussage von Max Lingk keineswegs eine Eintagsfliege gewesen sein. „Wir hatten sehr viele Anmeldungen und all die Leute, die wir jetzt wegschicken mussten, sollen auf jeden Fall eine Chance bekommen“, so Max Lingk. Bei den Mitarbeitern der Einrichtung „Jugendhaus am See – Schloss Bantikow“ rennt „Esta bien“ damit offene Türen ein. „Es ist nur eine Frage der Finanzierung solcher Angebote. Wenn alles klappt, sind wir im nächsten Sommer wieder in Bantikow“, sagt Max Lingk. Der Vollblutmusiker und Filmemacher macht die Arbeit beim mehrtägigen Musikworkshop natürlich nicht allein. So stehen ihm als Dozent der 29-jährige Berliner Hip Hopper „Fargo“ und der junge, in Birkenwerder lebende Syrer „Adnano MC“ zur Seite.

Das Team hat alles Nötige dabei

Komplettiert wird das Team durch Jonas Rahn. Der 18-järhige Wittstocker studiert Theater- und Veranstaltungstechnik und ist wie der in Neuruppin lebende Bühnenbildner Jürgen Bäckmann bei „Esta bien“ nicht mehr wegzudenken. Das Team hatte alles Nötige dabei: Bass, Gitarre, Schlagzeug, verschiedene Trommeln, zwei mobile Aufnahmestudios und allerlei Computertechnik.

An allem konnten sich die jungen Campteilnehmer ausprobieren. Sie erfuhren, wie man eigene Klänge erzeugt und aufnimmt. Das gilt nicht nur für die Beats, sondern auch für den Gesang. Für eigene Lieder mussten erst noch die Texte geschrieben werden. All das klappte bei den völlig unerfahrenen Jugendlichen erstaunlich gut. Mindestens fünf Lieder, gesungen auf Deutsch und teils auch in der Landessprache der Geflüchteten, wollen sie bis zu ihrer Abreise am Sonnabend Nachmittag fertig haben. „Die Lieder werden auf CD gepresst und veröffentlicht“, sagt Max Lingk.

Von André Reichel

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