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Molchow holt das rote Sofa nach Hause

Treffpunkt aus massiver Eiche Molchow holt das rote Sofa nach Hause

Besucher kennen es: Jahrelang stand das auffällige rote Sofa vor der Pfarrkirche – als beliebtes Fotomotiv und Treffpunkt für Jugendliche. Irgendwann wurde das Sofa der Stadt aber zu unsicher. Nachdem es mehrere Monate lang zwischengelagert war, steht es jetzt in Molchow. Von dort stammte der Baumstamm, aus dem das Sofa geschnitzt ist.

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Der Ortsbeirat hat das rote Sofa gestern neben dem Gemeindehaus von Molchow aufgestellt.

Quelle: Peter Geisler

Molchow. Uwe Schürmann lässt sich auch vom Regen nicht beirren. Während die anderen Molchower unter dem Dach der Holzhütte ein paar Meter weiter Schutz suchen, wischt der Ortvorsteher mit einem Taschentuch so viel Nass wie möglich weg und nimmt den knallroten Sitz dann genüsslich in Beschlag. Das hölzerne Sofa wirkt bemerkenswert bequem. Schürmann und seinen Mitstreitern aus dem Ortsbeirat gefällt, wie es da auf der Rasenfläche neben dem Gemeindehaus von Molchow steht.

Dietmar Schulz hatte sich dafür stark gemacht, dass das Sitzmöbel aus massiver Eiche nach Molchow kommt. 2009 hatte er das Sofa gemeinsam mit anderen Neuruppinern geschaffen. Einen mächtigen Eichenstamm hatten sie mit Kettensägen so lange bearbeitet, bis daraus ein Platz zum Verweilen entstanden war. Knallrot angestrichen, sorgte das Sofa für Aufsehen.

Die Idee dazu war Schulz in einer der Arbeitsgruppen des sogenannten Stadtforums gekommen. Das hatte die Stadtverwaltung vor einigen Jahren ins Leben gerufen und gehofft, so mit ihren Bürgern ins Gespräch zu kommen. Die Neuruppiner sollten Gelegenheit bekommen, sich mehr an der Gestaltung ihrer Stadt zu beteiligen. Nach wenigen Treffen war die Idee jedoch weitgehend eingeschlafen.

Mit schwerer Technik wurde das Sofa an seinen neuen Platz gehievt

Mit schwerer Technik wurde das Sofa an seinen neuen Platz gehievt.

Quelle: Peter Geisler

Das rote Sofa wurde als eine von wenigen Ideen trotzdem Realität. Fast fünf Jahre lang stand es gut sichtbar und von vielen genutzt vor der Neuruppiner Pfarrkirche. Bis die Stadt es Anfang 2015 abbauen ließ. Wind und Wetter haben dem Holz so zugesetzt, dass das Sofa nicht mehr standfest ist, hieß es. Eine Reparatur sei zu teuer. Das Sitzmöbel landete auf dem Bauspielplatz. Dietmar Schulz war sauer. „Das Sofa gehört in die Öffentlichkeit“, hatte er mehrfach gefordert. Schließlich kam er auf die Idee, es Molchows Ortsvorsteher anzubieten.

Uwe Schürmann war gleich angetan. „So kommt es wieder nach Hause“, sagt er. Die Eiche, aus der das Sofa geschnitzt wurde, stand einst in Molchow. Seit Freitag steht es gut sichtbar mitten im Ort und bietet allen Vorüberkommenden Platz. Ortsbeiratsmitglied Oliver Oswald aus Stendenitz hatte die schwere Technik, um den tonnenschweren Koloss an seinen Bestimmungsplatz zu hieven.

Für Schürmann hat die Geschichte des roten Sofas etwas mit dem Wort Heimat zu tun – ein Thema, das die Molchower weiter bewegt. Sie wollen ein Reihe ins Leben rufen, in der Molchower, die ursprünglich von ganz woanders kommen, den anderen sich und ihre ursprüngliche Heimat vorstellen. Schürmann stammt selbst aus dem Ruhrgebiet und will die Vorstellungsreihe demnächst eröffnen. Er ist nicht der Einzige, der sich auf der Suche nach einem neuen Zuhause bewusst für Molchow entschieden hat.

Von Reyk Grunow

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