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Ostprignitz-Ruppin Mordfall Jutta K.: Anwalt bezweifelt Tatverdacht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mordfall Jutta K.: Anwalt bezweifelt Tatverdacht
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00:22 08.09.2017
Zum Gedenkgottesdienst für die getötete Jutta K. waren mehr als 200 Freunde und Bekannte in die Kirche Alt Ruppin gekommen. Quelle: Reyk Grunow
Neuruppin

Der Verteidiger von Friedrich-Wilhelm K., der in der Nacht zum 18. August in Alt Ruppin seine Vermieterin Jutta K. getötet haben soll, kann in dem bisherigen Ermittlungsstand keinen „dringenden Tatverdacht“ gegen seinen Mandanten erkennen, der eine Untersuchungshaft rechtfertigt.

Allein die Tatsache, dass der 39-Jährige mit dem Auto der getöteten Frau unterwegs gewesen sei, reiche dafür nicht aus, sagte Anwalt Henry Schlenker. Auch die DNA, die man von dem Verdächtigen bei der 61-Jährigen gefunden habe, ist aus Sicht des Anwalts keinesfalls ausreichend. Schließlich sei bekannt, dass K. am Abend vor der Tat mit seiner Vermieterin beim Grillen im Garten zusammengesessen habe. Das bedeute jedoch nicht automatisch, dass K. auch für den Tod für Jutta K. verantwortlich sei. Vielmehr könne sein Mandant auch die Leiche gefunden haben und daraufhin in Panik geflüchtet sein.

Schließlich habe K. wegen mehrerer Gewalttaten bereits mehrere Haftstrafen absitzen müssen. Da sei er natürlich auch in dem Fall ein idealer Täter – auch wenn er es vielleicht gar nicht gewesen sei, so der Verteidiger.

Alle warten auf die Ergebnisse der Gutachten

Bevor der Anwalt einen Antrag auf Haftprüfung stellt, um seinen Mandanten aus der Untersuchungshaft in der JVA Wulkow zu holen, will Schlenker aber noch die Ergebnisse der rechtsmedizinischen und der kriminaltechnischen Untersuchung abwarten.

Auf diese Ergebnisse wartet ebenfalls die Staatsanwaltschaft. Sie geht weiterhin davon aus, dass K. seine Vermieterin ermordet hat. Ein Motiv ist bislang nicht bekannt. Denn der Verdächtige, der sich nach vier Tagen Flucht im Beisein seines Anwalts in der Polizeiwache Eberswalde gestellt hatte, schweigt zu den Vorwürfen. „Wir warten jetzt auf das schriftliche Gutachten der rechtsmedizinischen Untersuchung“, sagte am Dienstag Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer. Wann dieses vorliegen wird, ist demnach völlig offen. Pelzer hofft aber, dass sich der Gutachter sputet.

Denn die Untersuchungshaft für Verdächtige soll eigentlich nicht länger als sechs Monate dauern, dann sollte die Gerichtsverhandlung begonnen haben. Wird das nicht geschafft, prüft das Oberlandesgericht, ob die Gründe für die Untersuchungshaft so schwerwiegend sind, dass diese verlängert werden darf.

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