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Motocross-Verein reagiert auf Kritik

Biesen Motocross-Verein reagiert auf Kritik

Obwohl der Verein MX Wittstock/Dosse auf der Rennstrecke in Biesen in 2017 vier genehmigungsfreie Veranstaltungen ausrichtete und über seine Aktivitäten informieren möchte, werfen Anwohner mangelnde Transparenz vor. Das Landesamt für Umwelt erteilt die Genehmigung, sofern Motorsport an fünf und mehr Tagen im Jahr ausgeübt werden soll.

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Daniel Weyer (l.) und Andy Gerks stehen an der Spitze vom Motocrossverein MX Wittstock/Dosse.

Quelle: Christamaria Ruch

Biesen. Die Wogen rund um den Motocross-Verein MX Wittstock/Dosse haben sich hochgeschaukelt. Anwohner aus Biesen beklagen wiederholt eine fehlende Transparenz. Sie äußerten diesen Unmut auf Ortsbeirat- und Ausschusssitzungen in Biesen und Wittstock (die MAZ berichtete). Sie fürchten um die Ruhe, wenn der Trainingsbetrieb auf der Anlage anrollt.

Die ehemalige Radarstation in der Gemarkung Biesen ist längst Geschichte. Seit Januar dieses Jahres gibt es den Motocrossverein und seitdem nutzen die 20 Mitglieder dieses Areal. Vereinsvorsitzender Andy Gerks und Stellvertreter Daniel Weyer gehen nun auf Grund dieser Angriffe aus Biesen an die Öffentlichkeit. „Wir haben von Anfang an das Interesse gehabt, die Bürger zu informieren. Mit Flyern haben wir zu einer Informationsveranstaltung am Herrentag, 25. Mai, auf der Motocrossstrecke eingeladen“, sagt Gerks. „Viele Einwohner aus Biesen und Eichenfelde sind damals gekommen und gaben uns auch ein positives Echo“, erinnern sich Andy Gerks und Daniel Weyer. Die Einwohner, die sich nun beschweren, fehlten dort laut Gerks.

Genehmigung erfolgt nicht über Nacht

Das Landesamt für Umwelt (LfU) in Potsdam, Abteilung Technischer Umweltschutz, ist für eine Betriebserlaubnis für Motocrossstrecken zuständig. „Ende April hatten wir dort das erste Gespräch“, sagt Gerks. Vier Veranstaltungen im Jahr können ohne immissionsschutzrechtliche Genehmigung vom LfU auf einer Motocrossstrecke organisiert werden. „Wir haben uns an dieses Gesetz gehalten“, sagt Andy Gerks. Anfang nächsten Jahres haben Gerks und Weyer ein weiteres Vorgespräch bei dieser Behörde. „Dann geht es zunächst darum, den Antrag auf Betriebserlaubnis der Motocrossstrecke zu konkretisieren. Alles Weitere wird im Rahmen des Verfahrens geklärt, wenn es auch zur öffentlichen Auslegung kommt.“ Und: „Aus diesem Grund kann bislang auch noch kein Konzept für den Betrieb der Rennstrecke vorliegen. Die Genehmigung erfolgt nicht über Nacht, wie Anwohner befürchten.“ Zwischen sechs Monate und einem Jahr dauert dieses Verfahren.

Neben der Veranstaltung am 25. Mai gab es am 2. September ein Training für Vereinsmitglieder sowie am 14. und 28. Oktober öffentliche Trainings. Der Verein engagiert bei seinen Veranstaltungen Enrico Döscher, Lizenztrainer für Motocross. Diese genehmigungsfreien Veranstaltungen sind gesetzlicher Handlungsfreiraum“, so der 31-jährige Andy Gerks. Alle Termine wurden polizeilich angemeldet. Außerdem präsentierte sich der Verein mit einem Stand beim Erntefest in Biesen. „Wir haben dort ebenfalls sachlich informiert“, sagt der 38-jährige Daniel Weyer.

Carportbau ohne Genehmigung war ein Fehler

„Wir haben das Gelände im Januar übernommen und seitdem keine gravierenden Veränderungen daran vorgenommen“, sagt Andy Gerks. Ein Zaun wurde gezogen und die Grasnarbe auf der Rennstrecke entfernt. „Das bedarf keiner Genehmigung.“ Der im April begonnene Bau eines Carports auf dem Areal erfolgte allerdings ohne Baugenehmigung. „Nur Landwirte hätten auf dieser Fläche so etwas genehmigungsfrei errichten können“, räumt Andy Gerks seinen Fehler ein. Nach einer Anzeige beim Landkreis Ostprignitz-Ruppin bemühte sich der Verein um eine nachträgliche Baugenehmigung. „Es kam zu einer Verkettung ungünstiger Umstände und die Baugenehmigung liegt noch nicht vor“, sagt Andy Gerks. Somit sperrten die Vereinsmitglieder den Carportbereich bei ihren vier Veranstaltungen ab.

Außer zu den genannten Veranstaltungen liegt das Gelände im Dornröschenschlaf. „Dort ist alles auf Eis gelegt“, so Gerks. „Wir wollen einfach nur als Verein etwas für Gleichgesinnte anbieten und dabei gerade auch die Kinder und Jugendlichen ansprechen. Es gibt auch junge Leute, die etwas anderes als Fuß- oder Volleyball spielen wollen. Niemand von uns hat böse Absichten.“ Teilweise sind ganze Familien im Verein Mitglied. „Wir haben so viele Anfragen von Eltern, die ihren Kindern das Motocrossfahren ermöglichen wollen. Auch für die Wittstocker Kinder- und Jugendfeuerwehr haben wir das Areal schon zur Verfügung gestellt. Wir sind ganz normale Menschen.“ Beide Männer wünschen sich, dass wieder sachliche Diskussionen mit jenen Einwohnern möglich sind, von denen die Kritik kommt und die Anfeindungen ein Ende nehmen.

Von Christamaria Ruch

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