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Motorradclub „Dead Land Neuruppin“ wird 20

Protzen Motorradclub „Dead Land Neuruppin“ wird 20

Die Biker von „Dead Land Neuruppin“ blicken auf 20 Jahre zurück und feiern ihr Jubiläum am Sonnabend auf dem Vereinsgelände in Protzen. Dort, wo einst Mähdrescher parkten, haben sich die Mitglieder ein zweites Zuhause geschaffen. Besonders stolz ist man auf das eigene Clubhaus.

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Detlef Köppen ist Chef der Neuruppiner Biker – und stolz auf das eigene Clubhaus.

Quelle: Peter Geisler

Protzen. Die Maschine von Detlef Köppen ist zu hören, bevor sie zu sehen ist. Dann biegt das schwere Gefährt um die Ecke, die letzten Meter lässt Köppen es ausrollen, nimmt den Helm ab, steigt vom Bock und öffnet das Tor zum Vereinsgelände. Köppen ist Chef des Motorradclubs „Dead Land Neuruppin“. Zur rechten prangt das Vereinslogo weit sichtbar auf einem grauen Hangar, zur linken steht das Clubhaus. Dort treffen sich die derzeit 13 Mitglieder regelmäßig, um über Motorräder zu fachsimplen, sich über Privates auszutauschen und zu feiern. Auch Angehörige sind gern gesehen. „Zuletzt haben zwei Kinder ihre Einschulung bei uns gefeiert“, sagt Köppen. Das habe schon etwas Familiäres.

Der Hangar auf dem Gelände mit dem markanten Emblem des Motorradclubs

Der Hangar auf dem Gelände mit dem markanten Emblem des Motorradclubs.

Quelle: Peter Geisler

Begonnen hat die Geschichte von „Dead Land“ – zu Deutsch „Totes Land“ – vor 20 Jahren. „Damals hat eine Gruppe von Freunden aus Neuruppin ein Gelände gesucht. Das war ein loser Haufen“, erzählt Köppen. Fündig wurden sie in Protzen hinterm Friedhof, wo der Kreisbetrieb für Landtechnik vor der Wende einen Mähdrescherstellplatz unterhielt. „Das heutige Vereinshaus war damals nur ein Rohbau. Strom, Gas, Elektrik haben wir alles in Eigenregie verlegt“, sagt Köppen stolz. Das alte Laminat stammte noch aus DDR-Zeiten und war mit Panzerband zigfach geklebt, inzwischen gibt es eine Bar, rustikale Möbel und einen neuen Fußboden. Angesammelt haben sich über die Jahre jede Menge Blechschilder, Skulpturen und Erinnerungsstücke.

13 aktive Mitglieder

Die Zusammensetzung des Vereins hat sich über die Jahre geändert, einige Mitglieder sind gegangen, andere sind hinzugekommen. Köppen ist seit 2000 bei „Dead Land“. Nur wer sich ernsthaft für das Vereinsleben interessiere und sich engagiere, habe eine Chance, aufgenommen zu werden, sagt der Chef. Mindestens ein Jahr müsse man mitlaufen, ehe man einen Antrag zur Mitgliedschaft auf Probe stellen könne. „Wir suchen aber nicht auf Teufel komm raus neue Clubmitglieder“, sagt Köppen.

Schwere Maschinen lassen das Herz der Biker höher schlagen

Schwere Maschinen lassen das Herz der Biker höher schlagen. Das Clubhaus wurde in Eigenregie hergerichtet.

Quelle: Peter Geisler

Für den großgewachsenen Mann selbst war der Weg zu den Bikern mehr oder weniger vorgezeichnet. „Ich besitze seit dem 19. Lebensjahr ein Motorrad, zu DDR-Zeiten hatte ich gar kein Auto“, erzählt Köppen. Entsprechend früh sei seine Faszination für Motorräder aufgeblüht. Gerade das Club-Leben habe etwas Besonderes. „Es macht viel Arbeit, ja, die Zeit muss man sich nehmen“, sagt Köppen, „aber die Leute unterstützen sich hier gegenseitig.“ Fast folgerichtig ist Köppen seit 2009 Vereinschef, mittlerweile auch das älteste Vereinsmitglied. „Der Jüngste von uns ist 38.“

Osterfeuer und Metal-Festival

Jedes Jahr im Sommer unternehmen die Biker mit ihren Familien eine Tour an die Müritz, die Ostsee oder bis nach Tschechien. Alle vier Jahre gibt es mit befreundeten Motorradclubs eine große Ausfahrt. Gute Kontakte habe man unter ander anderem zu den Roten Adlern Lindow und zu den East Sun Riders Schönow, erzählt Köppen.

Auf dem Gelände in Protzen finden regelmäßig Veranstaltungen statt, neben Trödelmärkten sind dies jedes Jahr das Osterfeuer und das mehrtägige Metal-Festival, das allerdings nicht von „Dead Land“ selbst, sondern von Freunden organisiert wird. „Wir sind in der Szene nicht tief genug drin“, sagt Köppen. Trotz der gelegentlichen Feiern sei das Verhältnis zu den Nachbarn gut. „Beschwerden wegen Lärms haben wir noch nie bekommen.“ Die Protzener seien als Gäste gern gesehen. „Der Martinsumzug, den die Kirche organisiert, endet traditionell hier.“

Pläne für die nahe Zukunft gibt es auch schon. Zunächst soll das Dach ausgebessert werden. Und dann wollen sich die Biker noch einen Wunsch erfüllen: Sie wollen einen Kamin bauen.

Von Mischa Karth

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