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Mühlenstraße bleibt länger ein Problemfall

Rheinsberg Mühlenstraße bleibt länger ein Problemfall

Seit etwa zwei Jahrzehnten ist klar, dass die marode Mühlenstraße saniert werden und eine Entlastungsstraße für das Nadelöhr in Rheinsberg entstehen soll. Nachdem es vor zwei Jahren einen Aufwind bei den Planungen gab, stockt nun das Verfahren – und es wird vermutlich länger dauern, als bisher angenommen, bis dort etwas passiert.

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Das Wasser wird in der maroden Mühlenstraße von den Lastern besonders hoch gespritzt. Ob und wann die Straße saniert wird, ist völlig offen.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Per Hand hat er die Hausfassade geschrubbt. Doch gebracht hat die Aktion wenig: Die Dreckspritzer von den direkt an seinem Haus vorbeidonnernden Autos waren kaum wegzukriegen, berichtete Will Eckert in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung in Rheinsberg. Außerdem war das mühsam geputzte Gebäude nur wenige Zeit später wieder dreckig. Der Rheinsberger lebt in der Mühlenstraße, deren Anwohner seit Langem die Sanierung der maroden Straße und den Bau einer Umfahrung fordern. In den Hauswänden klaffen Risse wegen der Erschütterungen, der Gang auf den schmalen Gehweg vor die Haustür ist gefährlich, weil die Sattelschlepper auf den Fußweg ausscheren. Dazu spritzt das Wasser gegen die Wände. „Wir leben hier beinahe wie im tiefen Mittelalter“, sagte Eckert. „Guckt euch mal die Häuser an. Es muss langsam möglich sein, dass hier endlich was passiert.“

Erneute Proteste haben bislang wenig gebracht

Tatsächlich geht die Debatte um den Bau einer Entlastungsstraße im Süden von Rheinsberg schon in die Jahrzehnte. Die Planung begann schon in den 90er Jahren an. Bitten um die Sanierung der Mühlenstraße sind mindestens genauso alt. Vor etwa zwei Jahren bekam die Forderung neuen Aufwind: Die Anwohner haben sich zur Bürgerinitiative „Leben statt Beben!“ zusammengeschlossen und an ihre Häuser Protesttransparente gehängt. Daraufhin grub die Stadt 2015 alte Pläne für die südliche Umfahrung wieder aus und fing an, diese erneut zu bearbeiten. Außerdem nahm die Stadtspitze wieder Gespräche darüber mit dem Land auf und fragte nach einer „Sanierung light“ für die Mühlenstraße. Denn ein grundhafter Ausbau könnte das große Projekt gefährden: Das Land würde am Ende nicht zweimal dieselbe Strecke finanzieren, fürchten Stadtvertreter. Deswegen wollen sie erst Geld für die Umfahrung fordern und erst später für die dann Lkw-freie Mühlenstraße.

Trotz der vielen Proteste und Debakel, Gespräche und Versprechen ist bis heute nicht viel passiert. „Wir geben die Forderung nach Instandsetzung immer wieder ans Land weiter“, beteuert Bürgermeister Jan-Pieter Rau. Eine Antwort dazu habe es bislang aber nicht gegeben.

Stadt muss bekennen, was sie will

Bei den Plänen für die Entlastungsstraße sei die Stadt „am Abarbeiten“, sagt er knapp. Die Anwohner müssten sich gedulden – und würden damit auch besser fahren. „Auch wenn die Mühlenstraße saniert wird, wird sie nicht breiter“, so Rau. Stattdessen würden die Wagen auf einer Straße mit frischem Belag noch schneller fahren, als es jetzt schon der Fall ist. Helfen könne also wirklich nur die Umfahrung. Und diese zu bekommen, werde lange dauern, schätzt der Bürgermeister ein. Damit die Gespräche darüber mit dem Land wieder aufgenommen werden können, muss die Stadt aber zuerst ihre Hausaufgaben machen und die Planung für die Umfahrung fertigstellen. Wann das passiert, das sei allerdings noch völlig offen, sagt der Bürgermeister.

Die Stadt habe sich wegen der Entlastungsstraße seit zwei Jahren nicht mehr beim Land gemeldet, so auf MAZ-Anfrage Steffen Streu, Sprecher des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung. Ob das Land – wie mal signalisiert – noch willens ist, dafür Geld auszugeben, das könne er deshalb nicht mehr sagen. „Wir müssten erst wieder ins Gespräch kommen und abwägen, was aktuell möglich ist.“ Auch um die Sanierung der Mühlenstraße habe es seither keine Bemühungen gegeben. Das wäre aber auch unnütz. Denn in diesem Fall wäre es sinnvoll, über das große Ganze zu sprechen.

Von Celina Aniol

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