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Müll am Obersee hat viele Verursacher

Drewen Müll am Obersee hat viele Verursacher

Sommer, Sonne, Obersee: An Gewässern wie dem Kyritzer Obersee tummeln sich besonders zu dieser Jahreszeit wieder viele Menschen. Angler sitzen dort. Radfahrer fahren vorüber. Wanderer ruhen sich aus. Und offensichtlich hinterlässt nicht nur einer von ihnen unschöne Spuren. Doch es gibt viele Menschen, die potenzielle Müllecken im Blick behalten und sich kümmern.

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Müll türmt sich am Obersee besonders im Sommer. Dieses Bild entstand erst kürzlich am Ufer nahe des Rad- und Wanderweges zwischen Stolpe und Drewen.

Quelle: Foto: André Reichel

Drewen. Immer mal wieder bilden sich Dreckecken an verschiedenen Stellen rund um den Kyritzer Obersee. Wanderer ärgert dieser Anblick. Viele schieben es auf „die“ Angler.

„Nun, es gibt überall schwarze Schafe“, sagt Nico Brzezinski vom Angelverein Drewen. Der Obersee ist dessen Hausgewässer. „Klar, lässt bestimmt mal einer seine Wurm- oder Maisdose liegen, Flaschen oder anderen Müll“, sagt Nico Bzezinksi, der auch zum Vorstand des Kreisanglerverbands gehört. Aber: „In aller erster Linie halten gerade Angler ihre Stellen sauber. Ich kenne viele, die erst mal den Müll anderer einsammeln und anschließend mitnehmen.“ Schließlich würde kaum ein Angler an einen Müllplatz zurückkehren wollen. Aber auch, ob es Durchreisende sind, denen dies egal sein könnte, lasse sich nicht so einfach behaupten.

Das Thema Müll am Obersee ist längst auch beim Kyritzer Ordnungsamt bekannt. „Es gibt immer mal wieder Hinweise, und um reagieren zu können, brauchen wir die auch“, sagt Veronika Lausch, die im Rathaus die dafür zuständige Amtsleiterin ist. Vor einiger Zeit beispielsweise soll am sogenannten und auf der Drewener Seeseite stehenden Pumpenhaus tagelang gezeltet worden sein. Die Info darüber kam zu spät im Ordnungsamt an. Die Camper waren also längst weg – ihr Müll aber war noch da.

Um den vom Land verwalteten und über den Wasser- und Bodenverband Dosse-Jäglitz regulierten Flachlandspeicher als Idyll aber nicht verkommen zu lassen, behalten mehrere Menschen aus der Region das Ufer rundherum im Blick. So sind dort seit Jahren schon sogenannte MAE-Teams unterwegs. Sprich: Sie sammeln Müll auf als eine Tätigkeit mit Mehr­aufwandsentschädigung. Im Volksmund Ein-Euro-Jobber genannt, gibt es eine solche Maßnahme auch seit diesem Frühjahr wieder.

Die Helfer gestalteten kürzlich schon die Badestelle in Bork neu und schafften dabei auch dort jede Menge Unrat weg (die MAZ berichtete). Träger dieser Maßnahme ist der Verein Ostprignitz-Jugend mit Sitz in Kyritz. „Wir hatten einst zeitweise auch schon Müllsäcke entlang des Seeufers platziert. Volle Säcke wurden dann eingesammelt und vom Bauhof der Stadt abgeholt“, berichtet Anja Büchner vom Verein. Das Problem: Die Müllsäcke sehen nicht nur unschön aus, die werden gern auch von Waschbären zerpflückt. Also wurde die Zahl der Säcke reduziert.

Feste Papierkörbe in dem bewaldeten Gebiet zu installieren wäre zwar denkbar, allerdings hätte das den nachteiligen Effekt, dass diese schnell überquellen würden und man erst recht mit im Wald verteilten Müll zu tun hätte – wiederum nicht zuletzt wegen der Waschbären. Und so oder so komme die illegale Entsorgung von Fernsehern, Kühlschränken und Autoreifen hinzu. „Das haben wir alles schon gefunden“, sagt Anja Büchner. Genug zu tun gebe es daher sicherlich auch weiterhin.

Von Matthias Anke

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