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Ostprignitz-Ruppin Museum Neuruppin ehrt Eva Strittmatter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Museum Neuruppin ehrt Eva Strittmatter
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02:15 06.01.2016
Mehr als 100 Besucher lauschten der Lyrik Eva Strittmatters und tauchten im Anschluss in Hans-Jürgen Gaudecks Bilderwelten ein. Quelle: Regine Buddeke
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Neuruppin

„Ich möchte aufhören können, Gedichte zu schreiben“, hat sich Eva Strittmatter in einem ihrer Gedichte gewünscht. „Gott sei Dank hat sie nicht aufgehört“, sagt Rezitatorin Christel Weimar und spricht damit den mehr als 100 Gästen aus der Seele, die sich am Sonntag zur Vernissage im Museum Neuruppin eingefunden haben.

„Wir nehmen den fünften Todestag der Autorin zum Anlass, ihr eine Ausstellung zu widmen“, erklärt Museumsleiter Hans-Jörg Albrecht. Immerhin sei die Lyrikerin – eine der meistgelesenen in Deutschland – eine Tochter der Stadt: 1930 wurde sie in Neuruppin geboren. Über 50 Jahre lang schrieb sie berührende Gedichte – im unweit gelegenen Schulzenhof.

„Wie stellt man Lyrik aus?“, fragte sich Kuratorin Carola Zimmermann. Sie habe sich dafür entschieden, Strittmatters Texte visuell zu präsentieren. Die Aquarelle des Künstlers Hans-Jürgen Gaudeck seien dafür wie geschaffen. Der Berliner hat sich lange mit Eva Strittmatters Lyrik beschäftigt. „Uns überzeugte sein Ansatz, die Gedichte nicht zu illustrieren, sondern sie in einen Dialog mit seinen Bildern zu stellen“, so die Museumsmitarbeiterin.

Gaudecks Bildwelten sind zart wie die Lyrik der Dichterin

Zwei Bücher mit Strittmatter-Gedichten gibt es von Gaudeck – in denen auf jeder Doppelseite jeweils ein Gedicht und das davon inspirierte Bild zu sehen ist. Gaudecks Bildwelten sind zart wie die Lyrik der Dichterin – wo sie mit Worten malt, zaubert er aus Wasser und Farbe stille Landschaften, die verträumt in der Ferne verschwimmen. Das durchschimmernde Papier zwischen den zart verlaufenden Linien wird auf einmal zu Schnee, zu Himmel oder zu Licht. Gleichzeitig sind die Aquarelle aber auch ein Blick in die Seele – so wie auch bei Eva Strittmatter ein Gedicht nicht einfach nur eine simple Naturbeobachtung ist, sondern gleichzeitig philosophische Lebensweisheiten versteckt: eine Allegorie auf die Zukunft oder die Vergangenheit, Liebe, Schmerz, Abschied, den Anfang oder das Ende.

Eine kleine Auswahl von 19 Aquarellen sind bis Ende Februar im Museum zu besichtigen. Während der Vernissage erlebten die Gäste den Dialog plastisch. An die Wand wurden die Aquarelle gebeamt, Christel Weimar las die betreffenden Gedichte.

Wie er auf die Idee zu den Büchern kam, erzählt der anwesende Künstler selbst: Einst sei ihm – in der Neuruppiner Fontane-Buchhandlung – eine Gesamtausgabe der Lyrikerin unter die Finger gekommen. Die klare, schnörkellose Sprache habe ihn so berührt, dass der Wunsch, die Texte in Aquarelle zu gießen, sofort im Raum stand. Gaudeck reiste nach Schulzenhof und verfiel der Stimmung dort sofort. „Das Umfeld hielt mich lange gefangen“, erzählt er – viele Bilder seien dort entstanden. „Das Spiel von Wasser und Farbe entspricht der Poesie von Eva Strittmatter.“ Auch der Bitte, Bilder zu den Liebesgedichten zu schaffen, entsprach er gern. „Für mich ist das eine geniale emotionale Lyrik“, sagt er. Er habe versucht, das komplexe Gefühl nicht abstrakt darzustellen, sondern die Metaphern zwischen den Zeilen zu Atmosphäre werden zu lassen.

Von Regine Buddeke

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