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Ostprignitz-Ruppin Museum hält Druckerei unter Verschluss
Lokales Ostprignitz-Ruppin Museum hält Druckerei unter Verschluss
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00:31 07.11.2015
Der Raum mit der Druckerei bleibt vorerst verschlossen. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Die Kritik am Museum Neuruppin hält an. Der Neuruppiner Handwerksmeister Wolfgang Hintze kritisierte beim Stammtisch Ruppiner Geschichte, dass die alten Druckmaschinen aus dem Neuruppiner Museumshof noch immer nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Der Raum ist verschlossen.

Als der Möbelrestaurator Manfred Neumann aus Neumühle im August 2011 das Handwerkermuseum in der Neuruppiner Fischbänkenstraße auflöste, übergab er zahlreiche Ausstellungsstücke als Dauerleihgabe an das städtische Museum – neben der Schaudruckerei waren das unter anderem regional bedeutende Stücke wie das Gildenhall-Zimmer und die Minimax-Sammlung. Die Leihgaben waren damals an eine Bedingung geknüpft: „dass die Druckerei regelmäßig für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen genutzt wird“, sagt Manfred Neumann. Im August 2011 sagte der Tischlermeister gegenüber der MAZ sogar: „Die Druckerei muss innerhalb von drei Jahren in Betrieb genommen werden. Sonst geht sie zurück an mich.“ Neumann ist enttäuscht, dass die Druckerei auch nach mehr als vier Jahren noch hinter verschlossenen Türen steht. Das Gildenhall-Zimmer immerhin ist öffentlich zu sehen – allerdings in Potsdam, als Leihgabe für die Ausstellung „Einfach natürlich leben“.

Keine Vorkommnisse am früheren Ausstellungsort

Das Zimmer mit der Druckerei für normale Besucher zu öffnen, ist dem Museumsleiter Hansjörg Albrecht zu gefährlich. In den Setzkästen lägen Buchstaben aus Blei – klein genug, dass ein Kind sie verschlucken könnte. Wenn Manfred Neumann in seinem Handwerkermuseum dieses Risiko eingegangen sei, dann sei das seine Sache. „Ich werde dieses Risiko nicht eingehen“, sagt Al­brecht. Manfred Neumann sagt, dass in all den Jahren in der Fischbänkenstraße nicht ein Teil aus der Druckerei verschwunden sei. Die Maschinen waren dort regelmäßig in Gebrauch. Sie für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu nutzen, wäre moderne Museumsarbeit für Neuruppin. „Darin liegt die Zukunft“, sagte er bereits in einem MAZ-Interview im Juli 2011.

Auf der Internetseite des Museums Neuruppin findet sich unter der Rubrik „Veranstaltungen“ bis zum Jahresende keine einzige, die sich auf die Schaudruckerei bezieht. Laut der Sprecherin der Stadt Neuruppin, Michaela Ott, wird es aber noch in diesem Monat einen Einführungsworkshop für Drucker und Setzer geben. Sie sollen dann auf Honorarbasis ab 2016 an den Druckmaschinen „praktische Vermittlungsarbeit“ leisten.

Von Christian Schmettow

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