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Museumstag im Belower Wald

Erinnerung an dunkle Zeiten Museumstag im Belower Wald

Der Umgang mit dem Todesmarsch war in den vergangenen Jahrzehnten auch immer ein Spiegel des jeweilig herrschenden Zeitgeistes. Carmen Lange, die Leiterin des Todesmarschmuseums im Belower Wald, beleuchtete anlässlich des Museumstages das Gedenken an die Todesmärsche.

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Museumsleiterin Carmen Lange.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. „Manche halfen, andere spuckten. Viele werden wohl einfach hinter der Gardine gestanden haben“, sagte Carmen Lange, die Leiterin des Todesmarsch-
museums im Belower Wald, am Sonntag über den zwiespältigen Umgang der Bewohner der Dörfer, durch die diese grausamen Märsche 1945 führten.

Anlässlich des Museumstages referierte Carmen Lange über die Geschichte der Gedenkstätte, die vor 35 Jahren eröffnet wurde, und über den Umgang mit dem Gedenken an die Todesmärsche in Ost und West. „Der war zunächst gar nicht so unterschiedlich. Die Todesmärsche sind anfangs im Bewusstsein der Menschen noch vorhanden.

Im Osten Standardisierung, im Westen gar nichts

Mit der Gründung der beiden deutschen Staaten wurden aber getrennte Wege eingeschlagen. Im Westen geschah bis in die 1980-er Jahre gar nichts. Es herrschten Schweigen und Verdrängung.“, sagte sie. In der DDR hingegen habe eine zunehmende Standardisierung stattgefunden – in der Frage wie die Gedenkzeichen auszusehen und wie die Erlebnisberichte zu sein haben. Die Befreiung sei ausschließlich der Roten Armee zugeschrieben worden. Die Amerikaner hätten keine Rolle gespielt. Bei der Darstellung des Verhaltens der Bevölkerung gegenüber den Todesmärschen sei ein Bild gezeichnet worden, das deutlich machen sollte, dass die Menschen den Gefangenen immer nur helfen wollten. Um Kontakte zu Überlebenden und tiefere Recherchen habe sich niemand bemüht. „Man wollte es gar nicht so genau wissen.“

Die Veranstaltung am Sonntag wurde nur von wenigen Gästen besucht.

Von Björn Wagener

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