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Musical „Kleine Meerjungfrau“ im Stadtgarten

Neuruppin Musical „Kleine Meerjungfrau“ im Stadtgarten

Das Märchen ist bekannt: Bittersüß endet die kleine Meerjungfrau bei Andersen, mit Happy End dagegen als Arielle im Disney-Film. Zweiteres passierte am Sonnabend im Neuruppiner Stadtgarten ebenso, wo das Theater Liberi den bekannten Stoff als Musical auf die Bühne brachte: mit schönen Songs, witzigen Charakteren und dem Aufruf, seinem Herz zu folgen.

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Liebe auf den ersten Blick – Die kleine Meerjungfrau rettet den Prinzen vor dem Ertrinken und riskiert für seine Liebe ihr Leben.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. Die Bühne des Stadtgartens liegt in leuchtend blaues Licht getaucht – fast fühlt man sich wie im Aquarium. Und das ist gut so, denn in die wunderbare Wasserwelt der kleinen Meerjungfrau kann man sich so am allerbesten träumen. Das bittersüße Märchen von Hans Christian Andersen war am Samstagnachmittag im Stadtgarten zu erleben – fast 400 kleine und große Zuschauer waren gekommen, um dem Musical des Theater Liberi zu lauschen.

„Nein, nein, nein“, donnert der Meereskönig unterm Dreizack seiner Tochter ins Gesicht, die ihn zum wiederholten Male bat, sie doch „nach oben“ zu lassen. Hier unten sei es doch am schönsten und „Etwas Neues ist nicht immer gut", barmt er singend. Aber wer will schon Jugend daran hindern, ihre eigenen Erfahrungen zu machen. „Ich geh hinaus in die Welt – weil ich es will!“, trällert sie. Und macht sich gemeinsam mit der ängstlichen roten Krabbe auf den Weg ins Abenteuer. Und in die Liebe.

Meerhexe, Meerjungfrau und Krabbe – die Kinder sind begeistert

Die Protagonisten wissen, was Kinder lieben – immer wieder kichert und prustet es aus den Reihen. Zu schön, wie des Prinzen Freund tuntig-gespreizt dem Prinzen mit dem Tüchlein Luft zufächelt, um ihn zu beleben. Hübsch anzusehen, wie die Krabbe im Streit mit dem narzisstischen Pinguin an Mut gewinnt. Und ganz nebenbei die scherenklappernde seitliche Fortbewegungsart einer Krabbe zur Höchstform treibt. Und absolut spektakulär das Gewand der perfiden Meerhexe, die der Meerjungfrau ihre Stimme abgaunern möchte. Als Riesentintenfisch schlingt sie ihre bedrohlichen Fangarme um alles, was sie sich einverleiben möchte. Und dazu gehört auch der Prinz – die Tentakel-Lady hat Blut geleckt.

Ein Kuss? Ja, den muss die Meerjungfrau bis zum Sonnenuntergang bekommen haben, sonst ist es ihr Ende. Das Risiko geht sie ein im Namen der Liebe. „Ein Kuss?“, keckert die Krabbe, die das gar nicht liebt. „Der ist nicht frisch, der riecht nach Fisch“, reimt sie und einmal mehr kringelt sich der Saal. Und flüchtet, angeblich, weil ihre Muschel im Halteverbot steht.

Liebe versetzt Berge

„Das ist voll schön“, wispert die siebenjährige Amira, die das Ticket zu Weihnachten bekommen hat. Die kleine Dallgowerin ist besonders von der Meerjungfrau betört. „Die ist so schön“, haucht sie. Oma Evelin Janzen indes hat es eher die stylische Meerhexe angetan: „Superkleid“, sagt sie. Auch der siebenjährigen Leonie gefällt die Meerjungfrau am allerbesten. Allerdings würde sie selber niemals ihre Stimme hergeben, bloß um einem Prinzen zu gefallen. „Neee“, sagt sie überzeugt. Und findet auch die Krabbe witzig. „Vor allem, wenn sie gekränkt ist“, sagt die kleine Neuruppinerin.

Das Ende der Geschichte ist – anders als bei Andersen – ein Happy End, wie es schon Disney in seiner Arielle vorgezogen hat. Wer will schon Kinder damit konfrontieren, dass Risiken in der Liebe nicht immer ein glückliches Ende haben. Insofern gilt das Motto: Freundschaft ist immer eine gute Idee. Und Liebe versetzt Berge. Und so wird – dank der bissigen Frozzeleien des Pinguins – die Krabbe so mutig, dass sie der Meerhexe ein Perle klaut, damit die Meerjungfrau ihrem Angebeteten auch verbal offenbaren kann, dass sie diejenige welche ist. Der – nennen wir ihn jetzt Prinz Durchblick – ist alsbald immun gegen die Ränke der Achtarmigen und verpasst der Richtigen den ersehnten Kuss. Neptun schickt die intrigante Hexe ins Exil. Ende gut, alles gut. Auch für die Zuhörer, die mitgebangt haben.

Von Regine Buddeke

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