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Ostprignitz-Ruppin Musik trifft Talkshow in Rheinsberg
Lokales Ostprignitz-Ruppin Musik trifft Talkshow in Rheinsberg
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17:24 13.07.2015
Victor Andriichenko war einer der Publikumslieblinge. Quelle: Regine Buddeke
Rheinsberg

Schon der Anfang überrascht. Steht da ein junger Typ auf der Bühne, öffnet den Mund und heraus kommt – eine Koloratur-Arie. Countertenor Konstantin Derri eröffnet die ausverkaufte Sonntagsmatinee des Festivals junger Opernsänger im Rheinsberger Schlosstheater. Ein Programm gibt es nicht. Man darf also gespannt sein, was sich der neue künstlerische Leiter der Kammeroper, Frank Matthus, für seine erste Matinee hat einfallen lassen. Derri hat seine vier Mitsänger aus dem Konzert „Drag-Queens und Heroen“ an seiner Seite (die MAZ berichtete). Damit nicht genug, bevölkern noch etliche Leute mehr die Bühne – alle in anderen Funktionen am Festival beteiligt.

„Wir gehen auf Entdeckungsreise – auf der Suche nach neuen Klängen“, erklärt Frank Ma­tt­hus, der die Matinee wortreich moderiert, das Experiment. Barock sei das eine, Rock eine ganz andere Schiene. Matthus lässt die Mezzosopranistin Hasti Molavian eine Händel-Arie in Jazz-Manier vortragen. Neben der Klavier-Begleitung hat es sich an den Drums der Alfredo-Darsteller aus „La Traviata“, J. Warren Mitchell, bequem gemacht. So weit, so gut. Es folgt im Wechsel ein wenig Original-Barock, eine angejazzte „Olympiade“ Pergolesis, bei der die Sopranistin Xenia Romanoff dramatisch gegen das Schlagzeug ansingt.

„Wen hat’s gestört?“, befragt Frank Matthus sein Publikum zum Versuch, die Genres zu kreuzen. Keinen. Die Lieder sind schön, die Stimmen eine Klasse für sich. Das kommt beim traditionellen Matinee-Publikum gut an. Was indes nur bedingt ankommt, ist der Versuch einer Talk-Runde. Zugegeben, die aufgestellten Thesen sind provokant: „Bisher hab ich noch keinen Rock gehört. Das war Barock mit Schlagzeug“, stichelt Klarinettist Claudio Puntin und lästert über die Lust des klassischen Publikums, sich mittels einer Prise Rock als junge Wilde zu fühlen. „Kein Jazzer würde als Zugabe eine Brahms-Sonate spielen“, ätzt er. Marc-Aurel Floros, Komponist der Oper „Adriana“, hält dagegen. Man möge nur an Queen denken – da seien die Grenzen fließend. Und Klassik drohe ohnehin zu einem musealen Begriff zu werden.

Eine Diskussion auf dünnem Eis

Frank Matthus wagt sich mit solcher Kost auf dünnes Eis. Und stößt dabei nicht auf ungeteilte Publikumsliebe. Die Gäste sind zwar nicht abgeneigt, den Sprung in Rock und Jazz, den Brückenschlag zwischen klassischer Oper und Unterhaltungsmusik zu wagen, möchten dies aber lieber am Beispiel erleben. Statt auf die Kraft der Töne und das Können der Sänger zu setzen, versucht Matthus – da kommt der Schauspieler in ihm durch – das Ganze bühnenreif zu erläutern. Das Matinee-Publikum möchte indes Musik, egal welchen Genres. Etwa das brillante Klavier-Medley von Marc-Aurel Floros und Pianist Andrei Diakov – quer durch alle Genres. Oder die Nummer des Countertenors Victor Andriichenko, der ein gänsehautträchtiges „Ombra mai fu“ singt. „Wunderbares Konzert“, sagt ein Besucher. „Nur zu viele Worte.“

Von Regine Buddeke

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