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Musik zum Wegträumen

Neuruppin Musik zum Wegträumen

Klang-Art Berlin hat sich dem Hang verschrieben, einem Instrument, das atmosphärische Klänge verströmt, wenn man es nur sanft berührt. Der Gitarrist und Komponist Wolfgang Ohmer hat sich zwei Hang-Mitstreiter gesucht und gab am Samstagabend im Tempelgarten ein träumerisch-wohlklingendes Konzert für Hang und Gitarre.

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Alfonso Ribeiro, Wolfgang Ohmer und Peter Stein (v. l.) sind dem Wohlklang des Hang verfallen.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. Wer hat’s erfunden? Klar: zwei Schweizer Instrumentenbauer. Es sieht ein bisschen wie ein knuffiges Ufo aus – klingt aber ganz anders. Das Hang – man beachte den Plural Hanghang – ist ein Instrument ähnlich dem karibischen Steeldrum – doch schon der Name sagt aus, dass es bitte, bitte nicht mit einer Trommel verwechselt werden soll. Hang ist Berndeutsch für Hand, das muss man wissen. Schlägel sind also tabu.

„Es ist Musik, die Ruhe und Entschleunigung ausstrahlt“, erklärt Wolfgang Ohmer, Gitarrist und Komponist, der mit seinen „Hang-Kollegen“, dem Gitarristen Peter Stein und dem Percussionist Alfoso Ribeiro am Samstag nach Neuruppin in den Tempelgarten gekommen ist, um dem lauschigen Charakter der Anlage noch eins draufzusetzen in punkto Spiritualität. Gut 40 Zuhörer sind zum Lauschen gekommen.

Wolfgang Ohmer

Wolfgang Ohmer.

Quelle: Regine Buddeke

Ohmer ist dem Hang verfallen, als er es zum ersten Mal sah. „Es ist ein Instrument für Menschen mit Angst vor Noten und vor Instrumenten“, sagt er. Nicht, dass er die als Musiker gehabt hätte. „Das Hang ist immer Wohlklang, auch wenn man zum ersten Mal damit übt“, weiß er. Ganz anders bei einer Geige. 2011 sei er durch Zufall über ein Hang gestolpert, und es war Liebe auf den ersten Blick. „Das muss ich haben“, so sein erster Gedanke. Wenig später gab er „Handpan Spieler Berlin“ in die Internet-Suchmaske und stieß auf Alfonso Ribeiro. „Es hat gepasst“, erzählt er. Vor zwei Jahren haben beide schon einmal im Tempelgarten gespielt. Peter Stein kam vor einem Jahr dazu. Auch das ein Glücksfall.

Hell, metallisch, glockig: es ist der Klang, der Ohmer am Hang begeistert. Zumal man jenen Dank der ausgeklügelt angeordneten Klangfelder sehr variieren kann. Wolfgang Ohmer und seine Mitstreiter entlocken den drei Hanghang so einiges: hauptsächlich Eigenkompositionen Ohmers und die Promenade aus Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“. Man kann auch wunderbare Choräle damit spielen, sagt der Bach-Fan Ohmer, der die Hang gern mit anderen Instrumenten untermalt. Seine und Peter Steins Gitarren zirpen wunderbar dazu, auch das kleine afrikanische Dornenklavier, Harfe und Zither und die Kalimba sind gute Hang-Partner.

In der Pause wird Ohmer mit Fragen überhäuft. Aus welchem Material ist das Hang, was kostet es, wie entlockt man ihm Töne? Dann wieder Musik. Vibrierend, melancholisch, atmosphärisch. Sommernacht im Tempelgarten.

Von Regine Buddeke

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