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Musikakademie lässt die Korken knallen

Festakt in Rheinsberg Musikakademie lässt die Korken knallen

Mit einem Festakt im Schlosstheater haben Begründer, Mitstreiter und Wegbegleiter am Sonnabend das 25-jährige Bestehen der Rheinsberger Musikakademie begangen. Zur Feier des Tages wurde eine Jubiläumsausstellung eröffnet. Zu den Gästen gehörte auch Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch.

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Ulrike Liedtke, langjährige Chefin der Musikakademie, mit Musikkulturchef René Serge Mund.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Für die Kulturministerin des Landes Brandenburg, Martina Münch, war der Festakt zum 25-jährigen Bestehen der Musikakademie ein erfreulicher Anlass, sich auf die Reise nach Rheinsberg zu machen. „Herzlich willkommen, liebe Mitstreiter“ – so begann sie am Sonnabend ihr Grußwort an die Freunde, Mitarbeiter und Sponsoren der Einrichtung.

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Am 2. April 1991 nahm die Musikakademie in Rheinsberg ihre Arbeit auf. Mit einer Ausstellung in der Remise am Schloss Rheinsberg und einer Festveranstaltung im 1999 wiederaufgebauten Schlosstheater feierten Mitarbeiter und prominente Gäste das Jubiläum.

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Bezugnehmend auf die Bilder der gerade eröffneten Jubiläumsausstellung, die noch ein zerstörtes Theater und marode Gebäude zeigen, würdigte Martina Münch an diesem Tag eine Einrichtung, die sich in den vergangenen Jahren zu einem Musen- und Bildungsort für viele Menschen gemausert hat. „Und das beschränkt sich nicht nur auf die Aus- und Weiterbildung; hier bekommen junge Künstler ein Publikum. Für manche ist es das Sprungbrett zur Musikkarriere“, sagte die Ministerin.

Sie würdigte die Arbeit von Ulrike Liedtke, die die Musikakademie 23 Jahre lang geleitet hat, bis sie als Abgeordnete in den Landtag wechselte. Martina Münch sprach die Hoffnung aus, dass die hohe künstlerische Qualität auch künftig ein Maßstab dieser Akademie sein wird.

Juliane Wandel leitet die Akademie seit 2015

2014 wurde die Musikakademie gemeinsam mit der Kammeroper Schloss Rheinsberg Teil der neu gegründeten Gesellschaft Musikkultur Rheinsberg. Dere Hauptgesellschafter ist das Land Brandenburg. Seit inzwischen knapp einem Jahr ist Juliane Wandel künstlerische Direktorin der Musiakademie. Sie leitete die Gäste am Sonnabend gekonnt durch das Festprogramm.

Natürlich gab es viele Grußworte und Glückwünsche – vom Präsidenten des Deutschen Musikrats, Martin Maria Krüger, vom Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung, Gerald Mertens, dem Beiratsvorsitzenden René Schuh, der Vorsitzenden des Rheinsberger Kunst- und Kulturvereins, Karin Niemann und dem Bürgermeister der Stadt, Jan-Pieter Rau.

Streicherphilharmonie präsentiert Erlesenes

„Musik ist ein essenzieller Teil des menschlichen Daseins“, sagte Gerald Mertens und berichtete von dem Fund einer 35 000 Jahre alten Flöte, der davon zeugt, dass Musik schon damals ein Bedürfnis der Menschen war. Sie mussten sich allerdings selbst ihr Instrument bauen und das Flötenspiel beibringen, denn eine Musikakademie wie die in Rheinsberg gab es ganz sicher noch nicht. Über die musischen Talente jener Zeit können die Wissenschaftler viele Vermutungen anstellen.

Die jungen Musiker der Deutschen Streicherphilharmonie zeigten auf der Festveranstaltung, was sie können. Das bundesweite Spitzenensem­ble für hochtalentierte Streicher von 11 bis 19 Jahren sorgte an diesem Tag für einen besonders gelungenen Festakt. Vier bis sieben Mal im Jahr kommen die jungen Musiker, die sich über ein Probespiel qualifiziert haben, zusammen, um unter der Leitung von Chefdirigent Wolfgang Hentrich auf höchstem Niveau zu proben und Konzerte zu geben.

Sektempfang bei Kaiserwetter vor der Kulisse des Rheinsberger Schlosses

Sektempfang bei Kaiserwetter vor der Kulisse des Rheinsberger Schlosses.

Quelle: Peter Geisler

Ein Dozententeam aus Mitgliedern des Rundfunk-Sinfonie­orchesters Berlin sorgt für eine außergewöhnlich umfassende Förderung der jungen Streicher. Auslandstourneen führten die Deutsche Streicherphilharmonie unter anderem schon nach China und Ecuador. Am Sonnabend konnten sie sich im Schlosstheater über den stürmischen Applaus und die Bravo-Rufe der etwa 200 geladenen Gäste freuen.

Brigitte Kruse verabschiedet sich in den Ruhestand

Für die wissenschaftliche Mitarbeiterin Brigitte Kruse, die über 15 Jahre Konzerte und Opernproduktionen begleitete, war es ein Abschiedskonzert, sie geht jetzt in den Ruhestand. Als bescheiden, uneitel, selbstlos und stets ruhig charakterisierte sie René Schuh, für den es die schönsten Momente sind, wenn Brigitte Kruse zu strahlen beginnt. Und das tat sie wohl immer, wenn sie junge Menschen zum Erfolg begleitete.

Als rechte Hand der Akademieleitung war sei sie stets am rechten Ort gewesen. „Wenn ich kam, saß sie immer an einem anderen Schreibtisch, in einem anderen Büro und hatte ein anderes Aufgabenfeld“, sagte Schuh. Immer wieder wurde sie gebeten, noch ein wenig länger zu bleiben. Am Sonnabend gab es Blumen und herzliche Umarmungen zum Abschied.

Um den Anwesenden den Mund wässrig zu machen, spielten die Streicher zum Abschluss den „Champagner-Galopp“ – als Überleitung zum anschließenden Sektempfang im Schlosstheater.

Von Cornelia Felsch

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