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Mutmaßliche Brandstifter schweigen

Lindow (Ostprignitz-Ruppin) Mutmaßliche Brandstifter schweigen

Die Neuruppiner Polizei hat in der Nacht zum Freitag zwei Männer festgenommen, die dringend verdächtig sind, in der Nacht in Lindow (Ostprignitz-Ruppin) zwei Brände gelegt zu haben. Die Männer, 23 und 30 Jahre alt, schweigen. Ob sie auch für die Brandserie der vergangenen Wochen in Lindow verantwortlich sind, ist noch unklar. Sie kamen in U-Haft.

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Seit Wochen musste die Feuerwehr in Lindow immer wieder zu Bränden ausrücken, die vermutlich vorsätzlich gelegt wurden.

Quelle: Peter Geisler

Lindow. Die Neuruppiner Polizei hat nach zwei Bränden in der Nacht zum Freitag zwei Männer gefasst, die dringend verdächtig sind, das Feuer bei einem Autohandel und in einem Schuppen in Nähe des Lindower Bahnhofes gelegt zu haben.

Sie wurden gegen 1.15 Uhr von zivilen Polizeibeamten in Tatortnähe gestellt, sagte am Freitag Neuruppins Polizeisprecher Toralf Reinhardt. Die Männer, 23 und 30 Jahre alt, stammen aus Lindow, schweigen aber zu den Vorwürfen. Im Rucksack des 30-Jährigen fand die Polizei aber eine Flasche mit Benzin.

Brandserie begann im August

Ebenso ist unklar, ob die beiden Verdächtigen auch für die Brandserie verantwortlich sind, die seit etwa drei Monaten die Menschen in der Drei-Seen-Stadt zunehmend beunruhigt hat. „So etwas ist schwer nachzuweisen“, sagte Reinhardt. Demnach könnte es sich bei einigen der Brände auch um Fahrlässigkeit handeln, etwa bei denen, bei denen eine Mülltonne oder Sperrmüll in Flammen stand.

Jörg Tümmel (57) ist indes überzeugt davon, dass es sich bei den beiden Männern um die Feuerteufel handelt, die Lindow seit dem Sommer regelmäßig in Atem halten. Der Rollstuhlfahrer betreibt am Ortseingang von Lindow einen Handel für den Vertrieb von Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderungen, also spezielle Fahrräder, Rollstühle, Quads und Trikes. Vor zwei Wochen war sein Autoplatz schon einmal das Ziel von Brandstiftern. Damals wurden durch das Feuer drei gebrauchte Autos vernichtet. Der Schaden lag zwischen 5000 und 10 000 Euro.

Zum zweiten Mal auf dem Autoplatz Feuer gelegt

Tümmel ließ daraufhin zwar eine Beleuchtung für den Platz anbringen, damit dieser in der Nacht nicht ganz so im Dunkeln liegt. Doch das beeindruckte die Feuerteufel wenig: Sie schlugen in der Nacht zu Freitag erneut zu, nachdem sie zuvor einen Schuppen in Bahnhofsnähe in Brand gesetzt hatten. Durch das Feuer auf dem Autoplatz, das kurz nach 1 Uhr entdeckt worden war, wurden diesmal sogar acht Fahrzeuge beschädigt. „Der Schaden liegt locker bei 20 000 Euro“, sagte Tümmel. Der Händler ist erleichtert, dass die Polizei die mutmaßlichen Brandstifter gefasst hat. „Die Polizei hat jetzt gute Arbeit geleistet.“

Gleichwohl glaubt Tümmel, der vor sieben Jahren von Bielefeld in den Lindower Ortsteil Schönbirken gezogen ist, nicht recht daran, dass die zwei Verdächtigen nun für längere Zeit aus dem Verkehr gezogen werden. „So lange kein Mensch zu Schaden gekommen ist, sind sie bald wieder da, weil sie nur eine Bewährungsstrafe bekommen.“

Höhe der Strafe hängt auch von der Höhe des Schadens ab

In der Tat sieht das Strafgesetzbuch lediglich in Fällen von schwerer Brandstiftung generell eine Freiheitsstrafe vor, und zwar von nicht unter einem Jahr. Als schwere Brandstiftung gilt es, wenn Gebäude oder Räume angezündet werden, die als Wohnung dienen, oder etwa Kirchen oder andere Religionsgebäude in Brand gesetzt werden. Werden indes Betriebsstätten, Fahrzeuge, Maschinen, Warenlager oder Wald angezündet, liegt der Strafrahmen zwar zwischen einem und zehn Jahren Haft. Die Strafe kann aber zur Bewährung ausgesetzt werden, wenn sie unter zwei Jahren liegt. „Das hängt von vielen Faktoren ab, wie etwa der Höhe des angerichteten Schadens und ob die Angeklagten vorbelastet sind“, sagte Iris le Claire, die Sprecherin des Landgerichtes Neuruppin.

Das Wichtigste für die Lindower dürfte sein, dass sie vorerst wohl nicht nachts durch die Sirene oder die Feuerwehr aufgeschreckt werden, weil es wieder einmal irgendwo im Städtchen brennt. Darüber ist auch Tümmel „erleichtert“. Die Feuerteufel hatten meist zwischen 0 und 2 Uhr morgens zugeschlagen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurden die beiden Verdächtigen am Freitagabend in eine Justizvollzugsanstalt eingewiesen.

Von Andreas Vogel

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