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Mutmaßlicher Drogendealer vor Gericht

Neuruppin Mutmaßlicher Drogendealer vor Gericht

Laut Anklage soll ein 40-jähriger Neuruppiner mit Drogen gehandelt haben. Er soll Amphetamine verkauft und große Mengen Marihuana, Drogenzubehör und Bargeld in seiner Garage gelagert haben. Das Geld stamme aus einem Kredit seiner Oma. ließ er sich am Montag ein. In den Gefrierbeuteln wollte der Hobbyangler Fisch aufbewahren.

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Mutmaßlicher Drogendealer muss sich vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

Quelle: dpa

Neuruppin. Er wolle die „haltlosen“ Vorwürfe der Staatsanwaltschaft, die ihn als „großen Dealer“ hinstelle, entkräften, ließ Jerry F. am Montag über seinen Verteidiger Thomas Penneke vor dem Landgericht Neuruppin mitteilen. Laut Anklage soll der 40-Jährige mit Drogen gehandelt haben. Er soll am 25. Mai an Dennis S. 818 Gramm Amphetamine verkauft haben. Bei einer Durchsuchung einen Tag später entdeckte die Polizei sechseinhalb Kilogramm Marihuana, mehr als 8000 Gramm Amphetamine, Kokain, dazu Utensilien zum Strecken und Portionieren von Drogen.

Angeklagte will nicht mit Drogen gehandelt haben

Glaubt man dem Angeklagten, hat er, weil er Geld brauchte, für einen Mann namens Mirko das Marihuana lediglich aufbewahrt – für 1000 Euro im Monat. Von dem versprochenen Geld habe er nichts gesehen, sagte Jerry F. am ersten Verhandlungstag. Dafür stand am 26. Mai die Polizei vor seiner Wohnungstür.

Zehn Minuten lang hatten die Beamten die Wohnung durchsucht, als der Angeklagte ihnen sagte, sie könnten aufhören, so der Polizeibeamte Matthias G. vor Gericht. Alles, was sie suchten, sei in der Garage. Jerry F. habe wissen wollen, ob er festgenommen sei. Nein, noch nicht, war die Antwort. Das komme auf das Ergebnis der Durchsuchung der Garage an, so Matthias G. Dann würde er schon mal ein paar Sachen zusammen packen, habe Jerry F. lakonisch entgegnet.

Kein Drogengeld, sondern Kredit von der Oma

Da war er vorausschauend, denn er wurde noch am selben Tag verhaftet. Seitdem sitzt der gelernte Dachdecker in Untersuchungshaft. Neben Drogen fand die Polizei in einer Angeltasche in der Garage 9500 Euro Bargeld. Drogengeld, davon geht die Staatsanwaltschaft aus. Das sei der Rest eines Kredits in Höhe von 20 000 Euro gewesen, den ihm seine Oma für die Renovierung eines gemieteten Bungalows gegeben habe, ließ Jerry F. über seinen Verteidiger mitteilen. Aus seiner Sicht ist nichts so, wie es ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft. Insbesondere bestreitet F., mit Drogen gehandelt zu haben.

Dagegen sprechen jedoch die Funde, die die Polizei in der von ihm gemieteten Garage an der Mesche machte. „Wir konnten eine Art Drogenküche feststellen“, sagte der Beamte Peter H. Neben Marihuana und Amphetaminen waren dort Streckmittel, ein Laminiergerät, ein Mixer und andere Utensilien gelagert, mit „eindeutigen Gebrauchsspuren“, wie Peter H. sagte.

Gefrierbeutel nicht für Drogen, sondern für Fisch gedacht

Für die Gefrierbeutel hatte Jerry F. eine Erklärung parat. Er sei Hobby-Angler und die Tüten seien zum Einfrieren von Fisch gedacht gewesen. Überhaupt könne keine Rede davon sein, dass er und seine Lebensgefährtin ein Luxusleben geführt hätten. „Sie lebten spartanisch. Es gab keinen Schmuck, keine Goldbarren oder teuren Autos“, sagte Verteidiger Penneke. Insgesamt habe das Paar 880 Euro zum Leben gehabt, nach Abzug von Miete und Nebenkosten. Jerry F. habe auf 450-Euro-Basis für eine Sicherheitsfirma gearbeitet und 300 Euro mit dem Austragen von Zeitungen verdient. Nebenher habe er noch schwarz gearbeitet. Dazu wollte er aber keine näheren Auskünfte geben.

Das Gericht hatte für den kommenden Verhandlungstag das Urteil geplant. Doch der Verteidiger muss sich noch in eine Akte einarbeiten, die Dennis S., den mutmaßlichen Abnehmer des Angeklagten, betreffen. Dafür braucht der Anwalt Zeit. Nun wird in dem Verfahren am 28. November weiter verhandelt sowie schließlich am 20. und 23. Dezember.

Von Dagmar Simons

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