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Mutter: „Du hast meine Kinder kaputt gemacht“

Missbrauchsprozess in Neuruppin Mutter: „Du hast meine Kinder kaputt gemacht“

Heftige Vorwürfe gegen ihren einstigen Lebensgefährten hat am Mittwoch eine 53-Jährige vor dem Landgericht Neuruppin erhoben. Der 59-Jährige soll zwischen den Jahren 2007 und 2011 den Sohn und die Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin mehrfach sexuell missbraucht haben. Der Mann bestreitet die Vorwürfe. Am Mittwoch sagten die Kinder aus.

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Einige Übergriffe sollen sich im elterlichen Bett ereignet haben, wenn die Mutter bei der Arbeit war.

Quelle: DPA

Neuruppin. Im Missbrauchsprozess gegen einen 59-jährigen Neuruppiner hat am Mittwoch Corinna L. (53) heftige Vorwürfe gegen ihren einstigen Lebenspartner erhoben. „Du hast meine Kinder kaputt gemacht“, rief sie mit tränenerstickter Stimme im Gerichtssaal. Der Angeklagte schwieg und reagierte nicht. Ihm wird vorgeworfen, zwischen den Jahren 2007 und 2011 die Kinder seiner damaligen Lebensgefährtin mehrfach missbraucht zu haben. Der Sohn war damals zwölf Jahre, die Tochter sieben. Beide sagten am Mittwoch als Zeugen aus, ebenso wie ihre Mutter und die Oma.

Gekrault, gestreichelt, den Po massiert

Der Oma hatten sie sich als Erstes anvertraut – allerdings erst nach Jahren und als sie gemeinsam mit ihrer Mutter, nach der Trennung von dem Angeklagten, zurück in die alte Heimat nach Emden (Niedersachsen) gezogen waren. Die sexuellen Übergriffe, die der Angeklagte bestreitet, sollen sich in Neuruppin zugetragen haben. Laut der Tochter habe der Vater sie seinerzeit oft zu sich zum Kuscheln gerufen. Das Mädchen dachte sich nichts dabei. Schließlich „war das mein Papa“. Zudem lag die Familie zunächst öfter mal am Sonntagmorgen gemeinsam noch etwas im Bett, kuschelte mit den Kindern und spielte liebevoll mit ihnen. Doch die Zeiten änderten sich. Die Mutter bekam einen Job in einem Hotel und hatte viele Wochenenddienste. „Immer, wenn Mama nicht da war, hat er gefragt, ob ich nicht zu ihm rüberkommen ins Bett wolle“, so die Tochter. Er habe sie gekrault und gestreichelt, sie sich auch immer mal auf den Bauch gezogen und ihren Po massiert. Dass irgendwas nicht richtig sein könne, habe sie erst gemerkt, als ihr Papa einmal so eigenartig geseufzt oder gestöhnt habe. Sie habe versucht, das ihrer Mutter zu sagen. Diese habe ihren Lebenspartner auch gefragt, was er mit ihren Kinder gemacht habe. Aber er habe einfach gesagt, dass nichts gewesen sei – und danach war die Sache erledigt. Die Mutter erfuhr erst in Emden von den Vorfällen, auch weil sich das Verhalten ihrer Tochter änderte. Sie wurde unzugänglich und begann, sich mit scharfen Klingen zu ritzen.

Das Urteil will die erste Große Strafkammer des Landgerichts vermutlich am Freitag verkünden.

Von Andreas Vogel

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