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Ostprignitz-Ruppin Mutter als Alibi für mutmaßlichen Einbrecher
Lokales Ostprignitz-Ruppin Mutter als Alibi für mutmaßlichen Einbrecher
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02:15 01.06.2017
Quelle: dpa
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Pritzwalk

Das Handy von Ronny R. war in der Nähe von Tatorten zu Tageszeiten eingeloggt, bei denen „man sich fragt, was es dort zu suchen hat“, so eine Polizistin. Immer zu Zeiten, in denen genau dort wurde. Und das nicht nur einmal. Insgesamt 54 Einbrüche in der Zeit zwischen Mai und November 2016 in wechselnder Besetzung werden drei Männern im Alter zwischen 36 und 24 Jahren vorgeworfen.

Aussicht auf Haft lässt Gesprächsbereitschaft sinken

Das Trio muss sich seit dem 25. April vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Ronny R. aus Meyenburg und Christian C. aus Pritzwalk sind bereits wegen ähnlicher Taten im Januar zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Die Aussicht, die nächsten Jahre im Gefängnis zu sitzen, hatte Gesprächsbereitschaft der Angeklagten in diesem Verfahren deutlich sinken lassen. Auch bei Ronny R., der bei der Polizei im Wesentlichen noch alles gestanden hatte. Er hatte, wie eine Polizeibeamtin am Montag sagte, alle Fragen konkret beantwortet, aber auch schon mal „gebockt“. Vor Gericht wollte er von seinen damaligen Aussagen nichts mehr wissen. Der Mitangeklagte Christian C. war nach Aussage der Beamtin „immer sehr aussagebereit“, hat aber, glaubt man ihm, nur mal im Einzelfall Schmiere gestanden. Nun zauberte dessen Verteidiger Andreas Winkler noch Zeugen aus dem Hut. Die sollen beweisen, dass sein Mandant für einen Teil der Einbrüche gar nicht als Mittäter in Frage kommen kann.

Zeugen sollen Unschuld beweisen

Eine Tat hatte der 32-Jährige allerdings bereits zugegeben. Da habe er sich vertan, so Winkler. So sei Christian C. im September krankgeschrieben gewesen, habe unter starkem Schwindel gelitten. Die Medikamente hätten ihn so müde gemacht, dass er fast nur geschlafen habe – und das zu Hause bei seiner Mutter. „Er stand nachts immer unter der Kontrolle seiner Mutter“, sagte sein Verteidiger. Hätte demzufolge also gar nicht unbemerkt auf Diebestour gehen können.

Auch für andere Tatzeiten komme Christian C. nicht in Betracht. Da sei er auf Montage gewesen. Das könne sein damaliger Arbeitgeber bestätigen. Der Dritte im Bunde, der mitangeklagte 24-jährige Tobias S. habe ihn wider besseres Wissen belastet, so Winkler. Das Gericht beschloss, die Mutter von Christian C. als Zeugin zu hören.

Jüngster im Bunde aktiv an Einbrüchen beteiligt

Zu Tobias S. befragt, schilderte die Polizeibeamtin, er habe einen intelligenten Eindruck gemacht. „Er hat sehr klare Angaben gemacht, die deckungsgleich mit den Ermittlungsergebnissen waren.“ Sie schränkte aber ein, er sei aktiver gewesen, als er zugegeben habe, und habe in zwei Gruppen agiert. Ihrer Meinung nach wollte er den Eindruck erwecken, dass Ronny R. federführend bei den Einbrüchen war. Dabei soll auch Tobias S. in einige Objekte eingestiegen sein und nicht nur aufgepasst haben.Vornehmlich in der Prignitz, aber auch im Mecklenburgischen und im Landkreis Ostprignitz-Ruppin trieb die Bande ihr Unwesen. Im August 2016 brachen sie in einen Blumenladen in Pritzwalk ein. Laut Polizeiprotokoll müssen sich die Täter dort ausgekannt haben. Die gut versteckten Tageseinnahmen fanden sie aber nicht. „Da lernt man, wo man das nächste Mal suchen muss“, meinte die Richterin trocken. Einige Geschäfte wurden gleich mehrfach Zielobjekt, so wie ein Therapiezentrum in Perleberg. Und nicht einmal das Trinkgeldsparschwein einer Friseurin war ihnen heilig.

Am 19. Juni wird weiter verhandelt.

Von Dagmar Simons

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