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Ostprignitz-Ruppin NWG darf marode Mietshäuser übernehmen
Lokales Ostprignitz-Ruppin NWG darf marode Mietshäuser übernehmen
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19:43 21.02.2017
Das Haus in der Schulzenstraße ist so marode, dass die Bauaufsicht schon gefordert hat, die Stadt müsse endlich investieren. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Fontanestadt wird zwei der größten Schandflecke in der Innenstadt los. Die Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG) will die völlig heruntergekommenen Wohnhäuser an der Ecke Schulzenstraße und August-Bebel-Straße und in der Friedrich-Engels-Straße 37 übernehmen. Die Stadtverordneten haben am Montagabend überraschend eindeutig zugestimmt.

Noch vor Kurzem war der Grundstücksdeal zwischen der Stadt und ihrer Tochterfirma umstritten. Der Hauptausschuss hatte das Thema vor zwei Wochen vertagt, weil er erhebliche Bedenken gegen den Plan aus dem Rathaus hatte.

Der sah ursprünglich vor, dass die Stadt mehrere Grundstücke an die NWG überträgt und die Wohnungsgesellschaft wiederum andere Flächen mit einem ähnlichen Wert an die Stadt. So hätte bei dem Tausch kein Geld fließen müssen.

Braucht Neuruppin Bauland im Fehrbelliner Tor?

Aber nicht alle Stadtverordneten waren einverstanden mit der Idee. Vor allem war einigen unklar, warum die Stadt ein teures Baugrundstück im Wohngebiet am Fehrbelliner Tor von der NWG übernehmen soll, wenn Neuruppin selbst dafür gar keine Verwendung hat. Kämmerer Willi Göbke hatte auf Nachfrage bestätigt, dass die Stadt diese Fläche nicht braucht und eigentlich nur übernehmen würde, um sie später zu verkaufen. Auch bei einer Fläche an der Franz-Maecker-Straße hatten Abgeordnete Zweifel, ob sie unbedingt von der NWG an die Stadt übertragen werden muss.

Um das Tauschgeschäft doch noch zu retten, hat Bürgermeister Jens-Peter Golde schließlich die Reißleine gezogen. Stadt und NWG verzichten vorerst auf den Tausch der umstrittenen Flächen. Der Stadtverwaltung war es vor allem wichtig, die maroden Mietshäuser loszuwerden.

Das Gebäude an der Schulzenstraße 8 ist in so miserablem Zustand, dass dort so schnell wie möglich investiert werden muss. Selbst die Bauaufsicht des Landkreises hat die Stadt schon aufgefordert, etwas gegen „bauliche Missstände und Mängel, die die öffentliche Sicherheit gefährden“, zu tun, heißt es in der Beschlussvorlage. Neuruppin hat dafür kein Geld.

Das Gebäude an der Ecke Friedrich-Engels- und Poststraße ist schon wegen seiner Größe besonders markant. Quelle: Peter Geisler

Um die Häuser wirklich übernehmen zu können, braucht Robert Liefke noch die Zustimmung seines Aufsichtsrates. Grundsätzlich sieht aber auch der NWG-Chef, dass vor allem in der Schulzenstraße schnell etwas passieren muss. „Wenn es nach mir ginge, würden wir noch in diesem Jahr mit dem Abriss beginnen“, sagt er. Liefke weiß aber auch, dass das nicht so einfach wird. Zum einen wohnen in dem Haus noch einige Mieter.

Zum anderen ist unklar, ob die Bauaufsicht überhaupt eine Genehmigung für den Abriss des Gebäudes erteilt. Und schließlich müsste für die Arbeiten wohl ein Teil der August-Bebel-Straße gesperrt werden; dieser Abschnitt soll aber zur Umleitungsstrecke werden, wenn die Stadt ab dem Sommer die Schinkelstraße sperren lässt. „Da sind noch etliche Probleme zu klären“, sagt der NWG-Chef.

Ihre ursprünglichen Investitionspläne für die Schulzenstraße hat die NWG deshalb schon verschoben. In diesem Jahr will das Unternehmen stattdessen das Mietshaus in der Friedrich-Engels-Straße 27 am Braschplatz sanieren. Dort sind alle Mieter ausgezogen. Das Gebäude in der Schulzenstraße soll demnächst folgen. Das Haus in der Friedrich-Engels-Straße 37, das die NWG jetzt auch übernehmen soll, wird dann später saniert.

Von Reyk Grunow

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