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Ostprignitz-Ruppin Neues Leben fürs Predigerwitwenhaus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neues Leben fürs Predigerwitwenhaus
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00:35 25.03.2018
Der Hinterhof des Predigerwitwenhauses von 1735: Zu schade,um dort nichts zu machen, findet NWG-Chef Liefke. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Fachleute sind sich einig: Das ehemalige Predigerwitwenhaus an der Fischbänkenstraße in Neuruppin ist einer der bedeutendsten Fachwerkbauten Neuruppins aus der Zeit vor dem großen Stadtbrand 1787. Es ist eine der Sehenswürdigkeiten der Fontane­stadt. Der junge Karl Friedrich Schinkel wohnte dort bis 1794 und Fontanes Mutter Emilie von 1849 bis zu ihrem Tod 1869.

Das Predigerwitwenhaus könnte ein Höhepunkt in der Stadtarchitektur sein. Doch trotz aufwändiger Sanierung in den 90er Jahren fristet das Gebäude zurzeit nur ein Schattendasein. Das will die Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG) ändern.

NWG-Chef Robert Liefke denkt über ein Konzept für das markante Gebäude am Neuen Markt und die Nachbarflächen nach: eine neue Achse, über die Neuruppiner und Gäste am Klappgraben entlang von der Innenstadt bis zum Bollwerk spazieren könnten.

Bisher gehört das Haus aus dem Jahre 1735 der Stadt Neuruppin

In einem ersten Schritt würde Liefke das historische Gebäude gern aus seinem Dornröschenschlaf erwecken – wenn die Stadtverordneten mitmachen.

„Wir könnten uns vorstellen, das Predigerwitwenhaus zu übernehmen“, sagte Liefke jetzt im Kultur- und Sozialausschuss der Stadt. Die benachbarten Grundstücke an der Fischbänkenstraße in Richtung Innenstadt gehören der NWG ohnehin. Das Predigerwitwenhaus ist bisher Eigentum der Stadt Neuruppin und wird von der NWG nur verwaltet.

Das Predigerwitwenhaus mit seiner rosafarbenen Fassade gehört zu den markantesten Gebäuden am neuen Mart in Neuruppin. Quelle: Peter Geisler/Archiv

Im Vorderhaus haben der Tourismusverband Ruppiner Seenland und die Schinkelgesellschaft ihre Büros, oben im Haus gibt es Wohnungen. In der ehemaligen Werkstatt auf dem Hof hat sich der Sanierungsträger DSK eingerichtet. Doch nur als Bürogebäude ist das Predigerwitwenhaus eigentlich viel zu schade, findet Liefke. Daraus ließe sich viel mehr machen.

Pläne für das Gelände am Klappgraben gibt es schon seit vielen Jahren

Seit Jahren arbeitet die NWG zusammen mit der Stadtverwaltung an einem Gesamtkonzept für den sogenannten Klappgrabenblock. Gemeint sind jene Häuser entlang der Fischbänkenstraße, unter deren Hinterhof der Klappgraben fließt.

Die Höfe bestehen bisher vor allem aus einem Sammelsurium aus Garagen, Schuppen und anderen Anbauten, mittendrin eine große Trafostation der Stadtwerke.

Ein kurzes Stück des unterirdisch verlaufenden Klappgrabens auf dem Hof des sogenannten Klappgrabenblocks ließ die Stadt Neuruppin 2016 öffnen. Quelle: Peter Geisler

Neuruppins Baudezernent Arne Krohn hatte sich schon vor Jahren dort einen grünen Durchgang zum See gewünscht. Die Stadt ließ deshalb 2016 dort auch ein kurzes Stück des Klappgrabens freilegen, damit Spaziergänger das Gewässer wieder direkt erleben können, das über Jahrhunderte so wichtig für die Entwicklung Neuruppins war.

Stadtplanung muss Rücksicht auf die Bewohner nehmen

Vor zwölf Jahren hatten Stadt und NWG sogar einen Ideenwettbewerb für das Areal mit Schülern des Schinkelgymnasiums veranstaltet. Danach ist das Vorhaben aber weitgehend im Sande verlaufen. NWG-Chef Liefke will es jetzt wieder aufnehmen. Aber vorsichtig.

Ein Teil der Garagen dort werden demnächst verschwinden. „Vier Garagen werden wir abreißen“, sagt Liefke. Manche Stadtplaner hätten gern, dass die NWG dort alle alten Garagen aus DDR-Zeiten beseitigt. Aber wo sollen die Anwohner dann ihre Autos lassen?

Liefke: „Wir müssen einen vernünftigen Kompromiss zwischen Stadtentwicklung und den Interessen der Bewohner schaffen.“ Eine attraktive Stadt für Touristen zu entwickeln sei zwar schön – aber dabei müssten die Planer immer daran denken, dass dort auch Menschen leben.

NWG will Treffpunkte für Mieter und Nachbarn schaffen

Verteilt über die gesamte Stadt will die NWG demnächst Mieter­cafés einrichten. Kleine Anlaufstellen, wo sich die Nachbarn treffen, austauschen und auch informieren können. In der alten Polsterei an der Friedrich-Engels-Straße könnte so etwas vielleicht entstehen – genau am Startpunkt des geplanten neuen Durchgangs zum See.

Am oder neben dem Predigerwitwenhaus könnte Liefke sich ein Musikhaus vorstellen, vielleicht auch ein Café oder ein zweites Weinhaus. „Vieles ist möglich“, sagt der NWG-Chef.

Noch gibt es nicht viel mehr als erste Ideen. Eine Galerie auf dem Hof des Predigerwitwenhauses zu betreiben, wie es der Kulturbeirat vor einigen Wochen vorgeschlagen hatte, komme für ihn aber nicht infrage, sagt Liefke.

Von Reyk Grunow

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