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Nabu fordert Grünbrücke über die A 24

Wildwechsel Nabu fordert Grünbrücke über die A 24

Angesichts der vielen Wildunfälle auf der A 24 fordert der Nabu Brandenburg den Bau einer Grünbrücke zwischen Neuruppin und Wittstock. Rehe, Füchse und Wölfe sollen dadurch gefahrenlos über die Autobahn kommen. Schutzzäune minimieren zwar die Unfallgefahr, sorgen aber für Sorgen um den Nachwuchs der Populationen, die von Artgenossen abgeschottet sind.

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Hölzerne Grünbrücke über die B 101 in Teltow-Fläming.

Quelle: Margrit Hahn

Neuruppin. Es vergeht kaum ein Tag, an dem am Rande der A 24 kein totes Tier liegt. Die Schutzzäune im nördlichen Teil der Autobahn haben die Gefahr durch Wildwechsel zwar minimiert, aber auch ein neues Problem geschaffen. „Die Tiere sind von ihren Artgenossen getrennt und können sich genetisch nicht austauschen“, sagt Bernd Ewert vom Nabu-Kreisverband Neuruppin. Das führe über kurz oder lang zu Inzest und kranken oder anfälligen Tieren. Abhilfe soll eine Grünbrücke zwischen den Anschlussstellen Neuruppin und Wittstock schaffen. Der Landesbetrieb Straßenwesen will aber erst den sechsspurigen Ausbau zu Ende bringen. Darin ist keine Grünbrücke vorgesehen.

Die zwischen Neuruppin und Wittstock aufgestellten Wildschutzzäune seien aus Sicht des Nabu Brandenburg zwar wichtig, um die Sicherheit der Autofahrer an dem unfallträchtigen Autobahnabschnitt zu gewährleisten. Aber die Straße zerschneide das Waldgebiet. Bei Fretzdorf und Rossow nahe Wittstock zum Beispiel liegen uralte Wildwechselrouten, die über die Autobahn führen, heißt es in einer Nabu-Pressemitteilung. Außerdem wurden im vergangenen Jahr zwei Wölfe auf der A 24 überfahren. „Ich unterstütze den Bau einer Grünbrücke ausdrücklich“, sagt Bernd Ewert. „Sie schützen Tier- und Menschenleben, daher sollte über solche Investitionen gar nicht diskutiert werden.“

Im Autobahnausbau ist keine Brücke eingeplant

Nicht nur Wölfe wollen nachts über die Autobahn, sondern in dieser Region vor allem Rot-, Schwarz-, und Damwild, aber auch Hasen, Füchse oder Dachse, so Jens Teubner von der Naturschutzstation in Zippelsförde. Der Zaun stelle für die Tiere ein unüberwindbares Hindernis dar. „Dank Grünbrücken ist es den Tieren möglich, die Straße gefahrlos zu überqueren und wenn sie klug platziert sind, liegen sie an alten Wanderungskorridoren“, erklärt Bernd Ewert vom Nabu.

Wildschweine kommen oft bei Kollisionen mit Autos um

Wildschweine kommen oft bei Kollisionen mit Autos um.

Quelle: dpa

Weil die Naturschützer wissen, wo sich die Tiere aufhalten, werden sie in solche Projekte involviert. Allerdings ist momentan noch nicht abzusehen, ob und wann die Grünbrücke gebaut werden könnte. In der aktuellsten Planung steht nur der sechsspurige Ausbau der A 24 zwischen Kremmen und Neuruppin. Wann der weitergehen soll, ist noch nicht klar. Zuletzt wurde der Teilabschnitt rund um das Dreieck Havelland ausgebaut. „Eine Grünbrücke ist in der Planung nicht vorgesehen“, sagt Cornelia Mitschka, Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen. Zudem liege diese Entscheidung nicht beim Landesbetrieb, sondern beim Bund für Umwelt und Naturschutz. Ende 2012 wurde dazu das Bundesprogramm „Wiedervernetzung offener Landschaften“ beschlossen.

Vier Grünbrücken an Brandenburgischen Autobahnen

Bislang gibt es in Brandenburg vier Grünbrücken an Autobahnen. Sie führen über die A 9 bei Niemegk (Potsdam-Mittelmark), über die A 11 in der Uckermark, über die A 12 bei Briesen (Oder-Spree) und über die A 13 bei Teupitz (Dahme-Spreewald). Die meisten Grünbrücken sind etwa 50 Meter breit. In speziellen Fällen liegen sie in zehn Metern Höhe über einem Tal. Laut Nabu-Wildwegeplan sollten sie mit Hecken bepflanzt, nicht bejagt und akustisch zur Straße abgeschirmt werden. Zäune an den Straßen führen die Tiere außerdem zur Brücke hin.

Eine Talbrücke in Baden-Württemberg

Eine Talbrücke in Baden-Württemberg

Quelle: dpa

Von Luise Fröhlich

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