Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Nach Hause geht’s nur mit dem Jeep

Molchow Nach Hause geht’s nur mit dem Jeep

Schwere Lastwagen haben die Straße nach Stendenitz in Molchow zerfahren. Eine Anwohnerin war entsetzt – sie kommt kaum noch an ihr Grundstück. Die Stadt Neuruppin will den unbefestigten Weg jetzt für große Fahrzeuge sperren lassen.

Molchow 52.98073185162 12.827371431213
Google Map of 52.98073185162,12.827371431213
Molchow Mehr Infos
Nächster Artikel
Personalnot: Polizisten schieben länger Dienst

Fahrzeuge einer Baufirma haben den Weg nach Stendenitz in Molchow innerhalb weniger Tage in eine Schlammwüste verwandelt.

Quelle: Peter Geisler

Molchow. Dass Karin Seltmann einen Geländewagen fährt, ist reiner Zufall. Ohne den hätte sie ihr Grundstück in Molchow in dieser Woche kaum verlassne können. Davon ist die verärgerte Frau jedenfalls fest überzeugt. Die einzige Zufahrt zu ihrem Haus in einem der hintersten Winkel des kleinen Dorfes führt über einen Waldweg. Und der ist jetzt nahezu unpassierbar.

Schwere Lastwagen haben dem Weg nach Stendenitz zugesetzt. Mit ihren breiten Reifen haben die großen Lastwagen die Erde auf mehrere hundert Metern regelrecht aufgewühlt. „Solange der Boden gefroren war, bin ich da mit Spikes an den Füßen entlang gegangen“, sagt Karin Seltmann. Doch die vergangenen Tage haben ausgereicht, um aus dem zerfahrene Hohlweg in eine Schlammwüste zu verwandeln. Ein normales Auto läuft dort Gefahr, stecken zu bleiben.

Lieferfahrzeuge für Baumaterial sollen den Weg zerfahren haben

Der Verursacher scheint klar: eine Tiefbaufirma hat in der Nähe eine Baustelle. Ihre Lieferfahrzeuge bringen Baumaterial und benutzen den Waldweg dann, um dort zu wenden. Nur ist der Weg dafür nicht ausgelegt.

Aufgebracht hat Karin Seltmann versucht, Hilfe zu finden. Sie hat die Polizei angerufen und versucht, Anzeige zu erstatten wegen Sachbeschädigung. „Aber der Beamte hat gesagt, er nimmt meine Anzeige nicht auf“, sagt sie. An eine Sachbeschädigung wollten die Polizisten wohl nicht glauben – für die braucht es laut Strafgesetzbuch einen Vorsatz. Und die Beamten zweifelte, dass die Lastwagenfahrer den Weg absichtlich zerfahren hat.

Die Polizei verwies die Molchowerin an die Stadtverwaltung. Doch auch dort schien sich niemand so richtig für das Problem zu interessieren, sagt Karin Seltmann. Das Tiefbauamt habe sie ans Ordnungsamt verwiesen, das wieder zurück an den Tiefbaubereich. Letztlich ist es ihr doch gelungen, ihr Anliegen loszuwerden, sagt die verärgerte Frau.

Firma darf den Weg nicht mehr benutzen

Und anders als Karin Seltmann glaubt, interessiert sich die Stadtverwaltung sehr für den Fall. Mitarbeiter des Bauamtes haben sich die Lage vor Ort angesehen, sagt Neuruppins Stadtsprecherin Michaela Ott: „Im Ergebnis wurde das ausführende Bauunternehmen zum einen angewiesen, den unbefestigten Teil der Stendenitzer Straße mit schweren Baufahrzeugen nicht mehr zu befahren.“ Außerdem wurde die Firma aufgefordert, den kaputten Weg wieder zu reparieren.

Das hat die Firma schon versucht, hat Karin Seltmann festgestellt. Vor ihrem Grundstück wurde der schlammige Weg ausgebessert. „Bei meinem Nachbarn ist der Zustand immer noch unerträglich.“ Angesichts des Wetters dürfte de Reparatur des Waldwegs zurzeit nicht ganz einfach sein. In der kommenden Woche wollen sich Mitarbeiter der Stadt mit Vertretern der Baufirma noch einmal dort treffen und beraten, was zu tun ist.

Unabhängig davon hat die Stadt Neuruppin beantragt, die Straße für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zu sperren. Entscheiden kann darüber aber nur das Straßenverkehrsamt des Landkreises. Allerdings sind auch schwere Müllfahrzeuge auf diesen Weg angewiesen.

Von Reyk Grunow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
123c76c4-dff8-11e7-a15f-f363db308704
Fontanestadt Neuruppin „damals und heute“

Neuruppin ist die Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz-Ruppn. Der Ort erhielt 1256 das Stadtrecht und ist bekannt als Geburtsstadt von Schriftsteller Theodor Fontane und Baumeister Karl Friedrich Schinkel.

c001ffb8-fc5e-11e7-90a2-a388f9eff187
Kyritz damals und heute

Über ihre mittelalterlichen Grenzen wuchs die Knatterstadt erst im 19. Jahrhundert hinaus. Aber dann richtig: Die Stadt ist im steten Wandel begriffen. Viele alte Bauten mussten bis in die jüngste Zeit hinein neuen Ideen und Bedürfnissen weichen.

7d84d8be-fb68-11e7-b11f-9a7b802e86ee
Lindow damals und heute

Die MAZ lädt ein zu einer Zeitreise. Wir haben historische Ansichten von Lindow zusammengestellt und vom gleichen Ort aus wie damals heute noch einmal eine Aufnahme gemacht. Die Ergebnisse zeigt diese Bildergalerie. Die historischen Karten stammen aus dem Privatarchiv des Lindowers Udo Rönnefahrt.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg