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Ostprignitz-Ruppin Nach Herwart: Warten auf den Anschluss
Lokales Ostprignitz-Ruppin Nach Herwart: Warten auf den Anschluss
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00:20 09.11.2017
Umstürzende Bäume haben die Telefonleitung nach Klausheide zerstört. Wann diese repariert wird, ist noch offen. Quelle: Peter Geisler
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Alt Ruppin

Auch vier Wochen nach dem Sturm Xavier haben noch längst nicht alle Haushalte in Ostprignitz-Ruppin wieder einen Telefonanschluss und damit Zugriff aufs Internet. Grund: Die Telekom kommt mit dem Reparieren der Leitungen und Anschlüsse einfach nicht hinterher.

„Das ist ganz komisch“, sagte am Montag Enno Rosenthal. Der fraktions- und parteilose Kreistagsabgeordnete wohnt in Sankt Jürgen, einem sogenannten Wohnplatz, der zu Darritz-Wahlendorf in der Gemeinde Märkisch-Linden im Amt Temnitz gehört. Zwar hatte die Telekom schon gemeldet, dass alle Schäden beseitigt seien und alles wieder alles in Ordnung sei – „dabei liegen bei uns die Masten noch rum“, so Rosenthal. Mehr als 20 Bäume hatte Xavier, der mit Windgeschwindigkeit von mehr als 110 Stundenkilometern wütete, auf die Leitung stürzen lassen, mit der St. Jürgen Kontakt zur großen weiten Welt hält. „Wir haben selbst die Leitung von den Bäumen freigeräumt und warten seitdem, dass sie repariert wird“, sagte Rosenthal. Doch passiert sei seitdem nichts.

„Die Telekom vertröstet uns immer wieder“

Darüber ist auch Carsten Sander verärgert. Der Förster wohnt in Charlottenhof, einem anderen Wohnplatz von Darritz-Wahlendorf. „Die Telekom vertröstet uns immer wieder.“ Zuletzt habe ein Mitarbeiter den gut gemeinten Hinweis gegeben, sich mit einer Unterschriftenliste zu beschweren, weil diese eher beachtet würde als Einzelbeschwerden. Der Rat mag gut gemeint sein, doch den Bewohnern ohne Anschluss in St. Jürgen, Charlottenhof und auch in Buchenhaus hilft das nicht weiter. An diesen Wohnplätzen leben insgesamt lediglich ein Dutzend Haushalte.

Möglicherweise haben die Bewohner von Klausheide, der Wohnplatz gehört zu Alt Ruppin, etwas mehr Glück – zum einen, weil sie erst seit dem Sturm Herwart vor gut einer Woche ohne Telefon und Internet sind. Zum anderen, weil das Neuruppiner Rathaus nach der MAZ-Anfrage am Montag versprochen hat, dass gleich am Dienstag die vier Bäume beseitigt werden sollen, die auf der Telefonleitung liegen und diese zumindest teilweise zerstört haben. „Die Situation war in unserem Hause bisher leider nicht bekannt“, teilte Rathaussprecherin Michaela Ott mit. Deshalb sah sich der Stadtförster die Situation noch am Montag vor Ort an.

Wem gehört der umgestürzte Baum?

Allerdings muss das Beseitigen der Bäume von der Leitung keine Garantie dafür sein, dass die Telefonleitung nach Klausheide auch schnell repariert wird. Das hatte Telekomsprecher Georg von Wagner zwar am Montag versichert – „Wenn die Bäume weg sind, dann reagieren wir relativ zügig.“ Dennoch sind Zweifel angebracht. Das räumt selbst die Telekom ein. Denn nach Sturmschäden sind mitunter ganze Waldgebiete nicht betretbar – weil wegen Astbruchs und umstürzender Bäume Lebensgefahr besteht. In diesen Fällen müssen erst einmal die Aufräumarbeiten durch die Baumeigentümer abgeschlossen sein. Erst wenn die betroffenen Gebiete von offizieller Seite wieder frei gegeben sind, können die Telekom-Techniker mit der Instandsetzung beginnen. Das kann dauern. Denn nicht immer ist sofort klar, wem der Baum gehört, der da umgestürzt ist und dabei eine Leitung zerstört hat – einem privaten Waldbesitzer, der Stadt oder dem Landesforstbetrieb.

Hinzu kommt, dass die Telekom beim Beheben von Schäden „nach bestimmten Prioritätsmerkmalen“ vorgeht. Dazu gehört die Zahl der betroffenen Einwohner, ob wichtige öffentliche Ämter und Einrichtungen oder aber „wichtige Berufsgruppen wie Ärzte“ vom Telefon- und Internet-Netz abgeschnitten sind. Auch deshalb will sich Susanne Dorn, die Direktorin des Amtes Temnitz, jetzt an die Telekom wenden und sich dafür stark machen, dass die Bewohner von Buchenhaus, Charlottenhof und St. Jürgen möglichst schnell wieder an das Telefonnetz angeschlossen werden.

Sturm Xavier machte um den Weg nach Klausheide einen Bogen, doch die Spuren, die Sturm Herwart hinterließ, sind noch deutlich zu erkennen. Quelle: Peter Geisler

Von Andreas Vogel

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