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Nach Ostern zieht der Schulhort aus

Gildenhall Nach Ostern zieht der Schulhort aus

Nach Ostern soll der Schulhort von Gildenhall umziehen. Die Kinder werden in den kommenden anderthalb Jahren im benachbarten Schulhaus unterkommen. Bis zum Sommer 2018 will die Stadt Neuruppin den Schulhort in Gildenhall rundum sanieren und erweitern. Das kostet wenigstens 1,7 Millionen Euro.

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Das Gebäude des Schulhortes ist teilweise in heruntergekommenem Zustand. Manche Räume sind seit vielen Jahren gesperrt.

Quelle: Peter Geisler

Gildenhall. In der Grundschule Gildenhall wird es für einige Monate ziemlich eng. Wenn der Schulhort umgebaut wird, sollen die etwa hundert Hortkinder vorübergehend mit ins Schulgebäude einziehen. Eine andere Lösung war nicht zu finden, jedenfalls keine, die allgemein akzeptiert wird. In Gildenhall selbst gibt es kein Gebäude, das genügend Platz hätte. Die Mädchen und Jungen hätten deshalb nach dem Unterricht auf andere Horte in Neuruppin aufgeteilt werden müssen. Doch das wollten weder die Eltern noch die Stadtverwaltung als Betreiber des Hortes. Bleibt also nur das Schulhaus.

„In den Osterferien zieht der Hort um“, sagt Neuruppins Sozialdezernent Thomas Fengler jetzt. Er hofft, dass Sanierung und Umbau im Hortgebäude gleich danach starten können.

Schon auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass die Stadt seit Jahrzehnten nicht mehr als unvermeidbar in die Gebäude investiert hat

Schon auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass die Stadt seit Jahrzehnten nicht mehr als unvermeidbar in die Gebäude investiert hat

Quelle: Peter Geisler

Die Pläne dafür sind mittlerweile fertig. Fachleute vom Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung aus Hoppegarten hatten die Aufgabe, das denkmalgeschützte Gebäude zum einen so weit wie möglich zu erhalten, zum anderen aber einen modernen Schulhort zu schaffen.

Inzwischen ist klar, dass die anfangs eingeplanten 1,2 Millionen Euro für den Umbau nicht ausreichen werden. Das Gebäude, heißt es aus der Stadtverwaltung, ist in noch schlechterem Zustand als gedacht. Dabei war schon vorher klar, dass das Ensemble mit Blick auf den See arg heruntergekommen ist.

Ein Neubau an anderer Stelle wäre noch teurer gewesen

Jahrzehntelang hat die Stadt nur das Nötigste für den Bau ausgegeben. Errichtet wurde das Haus Ende der 20er Jahre als Werkstatt und Ausstellungsgebäude für die damalige Kunsthandwerkersiedlung in Gildenhall.

Später kamen Um- und Anbauten hinzu. Trotzdem lässt sich der Charme früherer Tage noch gut erkennen. Dass das Haus aber nie für Kinder gedacht war, ist für den Umbau ein Problem. Zwischenzeitlich hatte die Stadtverwaltung sogar schon überlegt, ob es nicht besser wäre, an anderer Stelle einen neuen Schulhort zu errichten. Das wäre aber noch teurer geworden – zumal in der Nähe der Schule auch gar keine geeignete Fläche zur Verfügung gestanden hätte.

In den oberen Etagen tragen die Wände noch Tapeten aus tiefster DDR-Zeit – manche sind vielleicht noch älter

In den oberen Etagen tragen die Wände noch Tapeten aus tiefster DDR-Zeit – manche sind vielleicht noch älter.

Quelle: Peter Geisler

Hinzu kommt der Zeitdruck: Jahrelang hatten die Stadtverordneten Warnungen ignoriert und den Zustand des Gebäudes offensichtlich unterschätzt. Schon seit Langem darf der Schulhort in Gildenhall nur noch die Räume im Erdgeschoss nutzen. Für die in der oberen Etage gibt es keinen zweiten Fluchtweg für den Notfall, der eigentlich zwingend vorgeschrieben ist.

Das Landesjugendamt hatte der Stadt 2015 die Pistole auf die Brust gesetzt. Die Behörde drohte, die Betriebserlaubnis zu entziehen, wenn Neuruppin nicht endlich ein verbindliches Konzept für die Sanierung des Gebäude vorlegt. Schon Jahre vorher hatte das Amt darauf gedrängt, aber immer noch Ausnahmegenehmigungen für den weiteren Betrieb des Hortes erteilt. So lange es die gab, sah sich die Stadt nicht genötigt, sofort umzubauen.

Das meiste Geld kommt von der Europäischen Union

Auf rund 1,7 Millionen Euro schätzte das Neuruppiner Bauamt die Sanierungskosten zuletzt. Das Geld kommt zum großen Teil, von der Europäischen Union. Der Schulhort in Gildenhall ist eines der wichtigsten Projekte, die die Fontane­stadt 2015 im sogenannten Stadt-Umland-Wettbewerb angemeldet hatte. Das Land Brandenburg hatte den Wettbewerb ausgelobt, um zu entscheiden, für welche Projekte in welchen Städten Brandenburg es in den nächsten Jahren überhaupt EU-Fördermittel geben soll. Neuruppin und seine Nachbargemeinden sind mit mehreren Vorhaben bis 2020 dabei; für den Schulhort sind rund 1,1 Millionen Euro Zuschuss aus dem Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler) eingeplant.

Nach den Sommerferien 2018 soll der neue Schulhort fertig sein.

Von Reyk Grunow

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