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Ostprignitz-Ruppin Nach Quälerei: Immer mehr Katzen vermisst
Lokales Ostprignitz-Ruppin Nach Quälerei: Immer mehr Katzen vermisst
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20:40 04.02.2016
Überall in der Stadt hängt beispielsweise dieser Aufruf, nach „Stiffler“ Ausschau zu halten. Quelle: Matthias Anke
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Kyritz

Katzen können mal verschwinden. Vor allem sogenannte Freigänger, die es sich offenbar schlicht anders überlegt haben und doch einfach nicht zurückkehren oder die irgendwo unter irgendwelche Räder geraten oder die dem Fuchs über den Weg laufen. Dass es aber gleich zehn Katzen auf einmal sind, die seit nunmehr fast zwei Wochen schon in Kyritz von verschiedenen Besitzern vermisst werden, finden diese allesamt mehr als merkwürdig.

„Unsere Katze heißt Stiffler. Sie war immer zuverlässig, kam abends immer zurück“, sagt beispielsweise eine 22-Jährige aus der Maxim-Gorki-Straße. Sie hat in der Stadt in den vergangenen Tagen viel plakatiert und die Hoffnung noch nicht aufgegeben, ihren sechseinhalbjährigen Stiffler wiederzusehen.

„Da stimmt etwas nicht“

Die ersten Plakate hängen seit Mittwoch, 27. Januar. Vermisst wird die Katze demnach bereits seit dem Montag davor. Seit diesem Tag, wohl aber auch schon seit dem Sonntag, fehlen auch die anderen Tiere. Das sind bis jetzt gute zwölf Tage also. „Da stimmt etwas nicht“, sagt deshalb auch die in der Region als Tierschützerin bekannte Ilona Paschen. Sie hat ebenso von diesen Fällen gehört.

Einige der Katzenbesitzer suchen Hilfe über das Internetportal Facebook. Demnach gibt es beispielsweise auch von „Erwin“ keine einzige Spur. „Unser Kater ist seit vorletzten Sonntag verschwunden in der Holzhausener Straße. Der ist sonst nie weg. Das ist doch nicht normal, dass so viele Katzen zur gleichen Zeit verschwinden“, schreibt Daniela Fruth.

Bürger sollen die Augen offenhalten

Besonders sensibilisiert sind die Kyritzer offenbar, weil am besagten Wochenende, seitdem die Tiere vermisst werden, ein grausamer Fall von Katzenquälerei in der Stadt bekannt wurde: Ein Bürger hatte die Polizei darüber informiert, dass auf dem Kinderspielplatz am Rande des Rosenparks nahe der Hagenstraße überall Blut liegt. Den Beamten bot sich dann ein schreckliches Bild. Augenscheinlich war eine teilweise gehäutete Katze bis zur Unkenntlichkeit gegen mehrere Spielgeräte geschlagen worden.

Aufgrund dieser Brutalität äußerten sich Tierfreunde aus vielen Teilen Deutschlands via Facebook entsetzt über diese Nachricht. Die Tierschutzorganisation „Tasso“ lobte kurzerhand eine Belohnung aus für Hinweise, die zum Täter führen und zu einer Verurteilung beitragen. Denn laut Tasso stellt diese Tat kein Bagatelldelikt mehr dar, sondern sie gilt nach dem Tierschutzgesetz als Straftat, die mit Gefängnis bis zu drei Jahren geahndet werden kann.

Mittlerweile ist die Belohnung von anfangs 500 Euro auf nunmehr über 2200 Euro gestiegen. Tierfreunde, die in der Öffentlichkeit namentlich nicht genannt werden möchten, aber auch Katzenhalter aus Wittstock stockten das Geld bis zu dieser Summe auf. Sie bitten darum, Hinweise an die Ostprignitz-Ruppiner Polizeiinspektion in Neuruppin zu richten unter  03391/35 40.

So ungeklärt dieser Fall bislang noch immer ist, so unklar ist ein Zusammenhang zu dem mysteriösen Verschwinden der nun gut zehn Kyritzer Katzen. „Wer Freigänger hat, sollte sie sicherheitshalber erst Mal eine Weile lang nicht draußen lassen“, rät Ilona Paschen. Derweil seien alle anderen Bürger aufgefordert, die Augen nach ungewöhnlichen Vorgängen offen zu halten.

Von Matthias Anke

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