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Nach tödlichem Unfall Berufung zurückgezogen

Neuruppin Nach tödlichem Unfall Berufung zurückgezogen

Das Amtsgericht Neuruppin hatte im Mai einen 20-jährigen Autofahrer, der mit falscher Fahrweise 2015 den Tod eines Motorradfahrers verursacht hatte, zu einer Bewährungsstrafe verurteilt und eine Führerscheinsperre von sechs Monaten verhängt. Dagegen hatte er Berufung eingelegt. Am Mittwoch nahm er diese zurück.

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Berufung wurde vor dem Landgericht Neuruppin zurück genommen.

Quelle: dpa

Neuruppin. Ein Schlussstrich wurde am Mittwoch unter ein Verfahren gezogen, das im Mai bereits vor dem Neuruppiner Amtsgericht verhandelt worden war. Damals hatte das Gericht den 20-jährigen Titus S. wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Jugendstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilt und ihm gleichzeitig eine Sperre der Fahrerlaubnis für sechs Monate erteilt. Der junge Mann war am 2. Mai vergangenen Jahres in Neuruppin mit seinem Auto bei der Shell-Tankstelle nach links auf die Heinrich-Rau-Straße abgebogen, obwohl das nicht erlaubt ist. Bei diesem Fahrmanöver nahm er dem Motorradfahrer Nico B., der vom Kreisverkehr an der Junckerstraße kam, die Vorfahrt. Der 26-Jährige erlitt bei dem Zusammenstoß schwerste Verletzungen, denen er kurz darauf in den Ruppiner Kliniken erlag. Noch heute stehen an der Unfallstelle stets frische Blumen und ein Kreuz.

Der schnellste Weg zum Führerschein

Der Angeklagte nahm das erstinstanzliche Urteil nicht an, sondern ging in Berufung. Am Mittwoch fand die Verhandlung vor dem Landgericht Neuruppin statt – und fand ein schnelles Ende. Verteidiger Unnebrink regte ein Rechtsgespräch an mit dem Ziel, dass bei einem neuen Urteil nicht noch eine isolierte Führerscheinsperre ausgeurteilt würde. Dazu müsste sich das Gericht eine Meinung zur charakterlichen Eignung des Angeklagten machen können. Das Amtsgericht hatte davon gesprochen, dass Titus S. „in eklatanter Weise die Verkehrsvorschriften missachtet habe“.

„Das können wir nicht zu Beginn einer Hauptverhandlung“, sagte die Vorsitzende Richterin Sandra Marks. Auch der Staatsanwalt wollte der Anregung des Verteidigers nicht folgen. Wäre das Urteil des Amtsgerichts im Mai rechtskräftig geworden, wäre das Ende der Sperrfrist jetzt in Sichtweite. Sie liefe am 12. November ab. Für den Angeklagten ist das sehr entscheidend. Er befand sich damals in einer Ausbildung zum Berufskraftfahrer, die er wegen der Führerscheinsperre nicht abschließen konnte. „Ich will meine Ausbildung nur beenden“, sagte der Angeklagte vor Gericht. Es gehe ihm nicht um einen Freispruch und er wolle nicht streiten. Das, was geschehen sei, liege ihm immer noch am Herzen, sagte er mit gesenktem Kopf.

Kurz entschlossen zog Unnebrink die Berufung zurück. „Das ist der schnellste Weg zum Führerschein“, sagte er. ds

Von Dagmar Simons

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