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Ostprignitz-Ruppin „Nackt“-Dreh in den Ruppiner Kliniken
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Nackt“-Dreh in den Ruppiner Kliniken
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00:17 03.02.2016
Die Komparsen aus dem Ruppiner Land.
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Neuruppin

Die Zimmer sind bis auf ein paar verwaiste Betten leer: die zweite Etage im Haus G der Ruppiner Kliniken ist leergezogen. Trotzdem wuseln am Sonnabendmittag immer mehr Leute durch die Zimmer und Gänge. In einem Raum backt jemand frische Sandwiches, in einem anderen wird die Technik ausgepackt, im Flur streicht jemand die Türrahmen blau an. „Vorher waren sie orange – aber das passt nicht in unser Farbkonzept“, erklärt Sonja Aufderklamm, Kamerafrau im fünften Studienjahr an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Sie und ihre Kommilitonen drehen in Neuruppin ein paar Szenen des Kurzfilms „Nackt“ – ein Studentenprojekt. Im Raum 126 – dem eigentlichen Drehort – geht Regisseur Thomas Pürstinger gerade mit den Hauptdarstellern die Szenen durch. Am Sonnabend ist noch Ruhe vor dem Sturm, der eigentliche Dreh beginnt erst am Sonntag.

Kerstin und Wolfgang Mädling bei den Gehübungen auf dem Flur. Quelle: Regine Buddecke

Im November schon suchte die Produzentin des Films, Mareike Danisch, Komparsen aus Neuruppin für Sandra Stückmanns Drehbuch um die Ärztin Iris. „Es haben sich an die 40 beworben“, freut sich die Studentin. Die Szenen, die bereits in der Charité Berlin abgedreht wurden, seien gut gelaufen. „Wir hatten vier echte Krankenschwestern – das hat prima funktioniert“, so Danisch, die das als Vorteil sieht – vor allem für die Wiederholbarkeit der Szenen. „Es ist immer gut, wenn die Leute vom Fach sind“, sagt sie und hofft auf ebenso viel Glück, wenn es am Nachmittag darum geht, die „Schwester Clara“ zu casten. Die sollte eigentlich zuerst von einer Schauspielerin gemimt werden – inzwischen setzt das Drehteam auf eine wirkliche Krankenschwester. „Unser Regisseur mag es authentisch“, sagt die 30-Jährige, die unter den Bewerberinnen auch schon ein paar Favoriten im Auge hat. Bislang kennt sie die Komparsen, die am Sonntag mitmachen, zumeist nur von Fotos der Online-Bewerbung – ein persönliches Casting gab es nicht. Für Danisch kein Problem: „Das wird ein Abenteuer, auf das ich mich freue.“ Ohnehin sei die Drehphase – gerade bei Studentenproduktionen – immer eine ganz besondere Zeit, für das Team und die Komparsen gleichermaßen. „Man lebt sechs Wochen praktisch wie in einer Blase“, sagt sie. Man sei praktisch aus der eigenen Realität herausgeschnitten, existiere in einem ganz anderen Kosmos – innerhalb der Filmfamilie. „Ein spannender Ausnahmezustand“, so Danisch.

„Niemand bewegt sich mehr, absolute Ruhe bitte!“ Sekunden später folgt die Entwarnung: „Alles klar, danke.“ Der Take ist im Kasten. Am Sonntag wechseln Konzentration und Wartezeiten am Set einander ab. Die Mitarbeiter wieseln durch den Flur, die Komparsen warten oftmals.

Produzentin Mareike Danisch überwacht die Takes am Monitor. Quelle: Regine Buddecke

„Das macht viel Spaß“, sagt Katrin Meilke aus Kyritz. Es ist schon ihr zweiter Film – aufgeregt ist sie daher nicht. „Es ist spannend, hinter der Kamera zuzuschauen, wie das dann wirklich aussieht“, sagt die 36-Jährige und ist dankbar für die Erfahrungen und neuen Leute, die man beim Film kennenlernt. Am Set sind alle per Du. „Das hat sich so ergeben“, sagt Ralph Tolander, der in seinem hellblauen Outfit unschwer als Krankenpfleger zu erkennen ist. „Ich habe zwar keinen Namen und auch keinen Text – bin aber trotzdem ein bisschen aufgeregt, weil es mein erster Film ist“, bekennt der Neuruppiner, der im wirklichen Leben auch als Krankenpfleger arbeitet: auf der Intensivstation der Ruppiner Kliniken. Auch für die anderen Komparsen – die nach zweieinhalb Stunden mit einem Dankeschön nach Hause geschickt werden – war die Schnupperstunde in Sachen Film interessant. Es sei schon spannend zu sehen, wie lange es dauert, auch nur eine Szene in den Kasten zu bekommen, wie viele Leute dafür nötig sind und auf wie viele Dinge man achten müsse – da sind sich alle einig.

Das Krankenzimmer musste für den Dreh präpariert werden. Quelle: Regine Buddecke

„Hauptsache, ich bin am Ende zu sehen“, sagt Wolfgang Mäding. Er ist mit seiner Frau Kerstin gekommen – sie spielt eine Patientin im grauen Hausanzug, er ihren Angehörigen, der mit ihr Gehübungen im Krankenhausflur absolviert. „Ganz schön anstrengend, sich immer auf die Krücken zu stützen“, sagt die „Patientin“. Aber Schweiß muss schon fließen bei einer Filmproduktion – schließlich soll alles authentisch aussehen in dem Film, in dem die Protagonistin Iris auf den Peiniger ihrer Jugend trifft. Sie ist mittlerweile aufstrebende Assistenzärztin – er ihr Patient. Das Team möchte im Film herausarbeiten, inwieweit sich lange zurückliegende Verletzungen in der Gegenwart auswirken.

Nachdem die meisten Komparsen schon daheim sind, ist der Drehtag für Schwester Clara noch lange nicht vorbei: Doreen Strüber hat am Vortag die kleine Sprechrolle bekommen – ihr Vorspiel hat beim Casting alle überzeugt. Kein Wunder, die 43-Jährige arbeitet als Anästhesieschwester in den Ruppiner Kliniken. Auf die Rolle ist sie stolz – nervös ist sie trotzdem. „Es ist halt mein erster Dreh“, sagt sie. „Wenn man kein Filmstar ist, ist das schon etwas Besonderes.“

Von Regine Buddeke

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