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Narren feiern Hochzeitsparty

Fehrbellin Narren feiern Hochzeitsparty

Liebe auf den ersten Blick: die Fehrbelliner Karnevalisten haben sich das Thema „Hochzeiten und andere Katastrophen“ ins diesjährige Programm geschrieben und zelebrieren alle Stolpersteine auf dem Weg in den siebten Himmel mit viel Lust am Detail.

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Durchgeknallte Hochzeitsparty: Mary Poppins zaubert wie keine andere Fantasie in den Alltag.

Quelle: Regine Buddeke

Fehrbellin. Wo die Liebe hinfällt, wird manchmal auch geheiratet. Das komplette Programm vom ersten Blick bis hin zum Bund fürs Leben spielt der Fehrbelliner Karneval Klub (FKK) genüsslich nach. Wie auch zur Premiere am 11. Februar sind auch am 18. Februar im Konferenzsaal der Firma Rhinmilch alle 160 Plätze besetzt. Da tummeln sich Pärchen aller Couleur: Bräute mit ihren Bräutigamen sowieso, dazu Matrosen und Piratinnen, Piloten und Stewardessen, ein Pharao mit Nofretete, Cäsaren und Römerinnen, Corpsbride und ihr bleicher Knochen-Jack. Ein paar Männer haben es sich nicht nehmen lassen, auch mal in den weißen Rüschentraum und Schleier zu schlüpfen und haben ihren Damen den Hosenrollen-Part überlassen. Und – das fällt auf – es tummeln sich etliche Mönche im Saal. Ein Statement für Ehemuffel oder ein Aufruf, das klösterliche Zölibat abzuschaffen?

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Der Bund fürs Leben kann mit Fallstricken gepflastert sein, doch auch bis dahin ist es ein steiniger Weg. Der Fehrbelliner Karneval Klub hat in seinem Programm vom Speed-Dating bis zur Trauung alle Liebes-Stationen aufs Korn genommen: so wie man es aus dem Fernsehen kennt aber in echt niemals haben will.

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Ortsvorsteher Jürgen Sternbeck eröffnet das Paar-Programm mit „Hochzeit bei Zickenschulze“: die Mutter aller schrägen Hochzeitsfeiern – denn „Hochzeiten und andere Katastrophen“ ist das Programm des Abends. Während die Funken noch die Beine schwingen, hat das Prinzenpaar schon seine Vermählung hinter sich. Oder auch nicht: Prinzessin Sarah ist die Braut, die sich nicht traut, und Prinz Franz ist der, der alle haben kann. Sarah sollte sich das noch reiflich überlegen. Beim Rock’n Roll indes zeigen sich die beiden als gut geöltes Team.

Funkentanz kommt immer gut an

Funkentanz kommt immer gut an.

Quelle: Regine Buddeke

Und schon geht es zum Speed-Dating. Dabei treffen die unterschiedlichsten Typen aufeinander. Der schmerbäuchige Bauer Horst – Bauer sucht Frau lässt grüßen – dessen Bullen sooo einen Schwanz haben, wie er demonstriert, verliebt sich ausgerechnet in eine Veganerin. „Wenn Schwänze, dann nur Öko“, kontert Frauke im breiten Sächsisch und singt ein Lied davon, dass sie immer wieder „Fleischeslust“ überfällt. Horst kann weiter träumen – entweder die Schöne meint ihn oder zumindest seine Bullen. Die voll krasse Aische wird von ihrem Clan mit dem Is-mir-egal-Rapper verheiratet und das Starlett fliegt auf den angejahrten Gigolo mit dem Tiger-Tattoo auf dem Schenkel. Zeit für Junggesellen­abschiede und Girls Nights. Da winden sich zwei Mädels auf dem Tresen zwischen halbbetanktem Mannsvolk, das die Scheine hochreckt. Die Mädels vergnügen sich derweil mit strippenden Müllmännern in sexy Unterwäsche. Die keifenden Putzen müssen am Ende auf dem Klo den Dreck wegmachen. Ganz Eilige haben sich zur Las-Vegas-Trauung eingefunden, bei der Elvis den Saal rockt und der kleinwüchsige buddhistische Mönch die Zeremonie vollzieht – mit dem asia-typischen R-L-Verdreher im Text.

Trauung mit Hochprozentigem

Trauung mit Hochprozentigem: die Braut sieht rot.

Quelle: Regine Buddeke

Dann wird’s ernst: „Der Pfarrer leiert, die Kirche feiert“, heißt es, als die völlig durchgeknallte Hochzeitsgesellschaft anrückt. Der Priester schafft seinen Part nur unter Mithilfe seines Flachmanns. „Ja“, lallt der Bräutigam und die Braut fällt fast vom Glauben ab, während die quietschenden Blumenmädchen – das Männerballett brilliert in dieser Rolle – den Schwanenreigen tanzen. Bis die Hochzeitscrasherin aus der Torte steigt und wie die böse Fee aus Dornröschen ihren Fluch abfeuert. Kurz prophezeit sie, was fürderhin abgeht: Aus dem Schnuckelchen vom Anfang wird im Lauf der Jahre das fette Trampeltier – ernüchternd. Zumindest für das Paar und die Gäste.

Das Publikum indes hat seinen Spaß und kriegt sich vor Lachen kaum wieder ein. Wenn es nicht gerade tanzt, denn zwischen den Programmpunkten ist viel Musike drin. Bis spät in die Nacht zelebrieren die Jecken ihre Hochzeitsfeier. Und sparen am Ende auch die Flitterwochen nicht aus, in denen sich Blondie und der Gigolo schon wieder scheiden lassen. Der Bund fürs Leben ist mitunter kurz.

Von Regine Buddeke

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