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Ostprignitz-Ruppin Seite an Seite mit der Nebelkrähe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Seite an Seite mit der Nebelkrähe
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15:05 05.06.2014
Das handzahme Hänschen gehört jetzt zum Hof und wird von der 88-jährigen Lenchen Karl sechs bis sieben Mal täglich gefüttert. Quelle: Sandra Bels
Neustadt

"Fliegen kann er nicht", sagt Lenchen Karl. Er versucht es wohl mal, aber irgendwie scheint es nicht zu klappen, hat die 88-Jährige beobachtet. Sie weiß nicht, ob Hänschen männlich oder weiblich ist, hat aber mit ihrer Tochter Marianne Gerber im Internet recherchiert, dass der Vogel eine Nebelkrähe ist. Der Name Hänschen erschien der Rentnerin passend.

Vor drei Wochen etwa saß Hänschen wie ein Häufchen Unglück in einem Loch in Lenchen Karls Garten. "Und geschrien hat der, sage ich Ihnen", erzählt die Rentnerin. Sie griff beherzt zu und rettete den Jungvogel vor dem Hungertod. "Was hätte ich sonst machen sollen?", fragt Lenchen Karl. Den Vogel zu töten, das wäre für sie niemals infrage gekommen. Auch bei anderen Tieren kann sie das nicht. Deshalb gibt sie ihr Geflügel zum Schlachten weg.

So ist Hänschen Teil des Karl'schen Hofes geworden. Er bekommt sechs bis sieben Mal am Tag Katzenfutter. Natürlich aus der Hand von Lenchen Karl, denn alleine fressen, das will der Gast nicht. Er lässt sich die kleinen Stückchen direkt in den Schlund schieben und macht ein glucksendes Geräusch dabei. Es hört sich so an, als sei Hänschen zufrieden. Badespaß gibt es an einem Wassernapf. "Du bist sehr sauber", lobt die "Krähenmutter" den Kleinen, wenn er sich gewaschen hat. Lenchen Karl legt Hänschen jeden Tag neue Decken hin und wäscht die schmutzigen. Nachts setzt sie den Schwarzen behutsam in einen Katzenkorb. "Dann bekommt er auch eine Wolldecke, schließlich soll er ja nicht frieren", so die 88-Jährige. Sie will Hänschen behalten, so lange er lebt.

Kommt jemand auf den Hof, rührt Hänschen sich nicht vom Fleck. Er zeigt auch keine Scheu vor den Katzen, Hunden und Perlhühnern, die auf Lenchen Karls Hof leben. Die scheinen indes den Vogel als neuen Mitbewohner angenommen zu haben, sitzen neben ihm auf der Kiste oder liegen bei ihm im Gras. Wenn Lenchen Karl mit den Tieren spricht, scheint es so, als würden sie die alte Dame verstehen. Hänschen gurgelt, die Katzen miauen. Die 22 Hühner samt Hahn Fritzchen stehen in einer Traube um sie herum. Alle Tiere haben Namen.

Neben der Nebelkrähe hat Lenchen Karl auch Hühner, Katzen und Hunde. Quelle: Sandra Bels

Lenchen Karl hatte früher 500 Hühner. Für sie geht nichts über frische Eier. Deshalb verschenkt sie die auch gern. "Ich bin Christin und gebe, was ich nicht für mich brauche", sagt sie. Die Neustädterin ist froh darüber, dass ihre Eltern sie so erzogen haben. Schon als Mädchen schenkte sie ihre Schulbrote lieber einem ärmeren Mädchen. "Kein Wunder, dass du so hager bist, hat mein Vater immer gesagt", sagt Lenchen Karl.

Tiere haben sie schon immer fasziniert. Zu DDR-Zeiten hatte sie eine Lohnbrüterei und versorgte die Mitglieder des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter mit gefiedertem Nachwuchs. Es war die größte Brüterei in Neustadt. "Ich habe bis zu 10.000 Eier im Jahr ausgebrütet", erzählt Lenchen Karl. Auch heute hat sie viel zu tun. "Die Flimmerkiste hat bei mir oft Ferien." Sich hinzusetzen, dafür ist die Rentnerin viel zu rege. Sie lädt sogar noch ein- oder zweimal im Jahr Senioren aus Neustadt zu sich ein. Sie treffen sich dann in dem Raum, in dem sich einst die Brüterei befand, zu Kaffee und Kuchen.

Von Sandra Bels

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