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Neonazis planen Kundgebung in Neuruppin

NPD-Stadtchef steht bald vor Gericht Neonazis planen Kundgebung in Neuruppin

Rechtsextreme der NPD und der Freien Kräfte marschieren am Sonnabend wieder in Neuruppin. Diesmal ist eine Kundgebung vor dem Neuruppiner Amtsgericht geplant. Doch es gibt Gegenwind: Das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ ruft für denselben Tag zu einer Gegendemonstration mit Musik, Tanz und Theater auf.

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Dave Trick (r.), der Vorsitzende des Neuruppiner NPD-Stadtverbandes, soll voraussichtlich ab Dezember vor Gericht stehen.

Quelle: Christian Schmettow

Neuruppin. Rechtsextreme planen für Sonnabend, 24. Oktober, eine Kundgebung in Neuruppin. NPD und Freie Kräfte haben sich für ihren Aufzug vor dem Amtsgericht an der Karl-Marx-Straße ein markantes Motto gegeben: „Die Gedanken sind frei.“ Das Aktionsbündnis „Neuruppin bleibt bunt“ hat ebenfalls für Sonnabend vor dem Amtsgericht zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen. Beide Kundgebungen beginnen um 9 Uhr. Die Polizei bestätigt, dass für Sonnabend zwei Kundgebungen in der Neuruppiner Innenstadt angemeldet sind.

Anlass für den rechten Aufmarsch dürfte die bevorstehende Gerichtsverhandlung gegen den Vorsitzenden des Neuruppiner NPD-Stadtverbandes Dave Trick sein. Trick sitzt seit 2014 für die rechtsextreme NPD in der Stadtverordnetenversammlung. Der 28-Jährige muss sich voraussichtlich im Dezember wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Beleidigung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, gemeinem mit einem anderen Neonazi kurz vor der Kommunalwahl 2014 einen 21-jährigen Wahlhelfer der Linken vom Fahrrad gezogen, zu Boden gedrückt, geschlagen und schwer verletzt zu haben. Trick droht bei einer Verurteilung eine Gefängnis- oder Geldstrafe. Für gefährliche Körperverletzung sieht das Strafgesetzbuch je nach Schwere der Tat Haft zwischen drei Monaten und zehn Jahren vor.

Nach Aussagen der Rechtsextremen haben sie sich nur gegen den 21-jährigen Wahlhelfer gewehrt. Der habe sie bespuckt und versucht, sie mit dem Rad anzufahren. Die Polizei geht aber davon aus, dass der 21-Jährige das Opfer der beiden Rechtsextremen war.

„Gesegnet sei die Fantasie – verflucht sei sie“ haben die Nazi-Gegner als Motto für ihre Demonstration am Sonnabend gewählt. Das Zitat ist der Titel eines Gedichtbandes von Betsheva Dagan, in dem sie von ihrem Überleben im Nationalsozialismus, in Konzen-trationslagern und auf dem Todesmarsch von Auschwitz nach Malchow in Mecklenburg berichtet. Mit Musik, Theater und Redebeiträgen will das Aktionsbündnis ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für ein offenes Neuruppin setzen.

Von Reyk Grunow

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